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title: "Haushaltskollaps: Wie der Krieg die russische Wirtschaft von innen heraus zerstört"
description: "Die russische Wirtschaft befindet sich faktisch in einer Sackgasse: Militärausgaben haben 75 % der Steuereinnahmen verschlungen, und das Haushaltsdefizit übersteigt die Planwerte um 60 %. Experten stellen fest, dass 56 Regionen bereits defizitär sind und die Kriegsführung auf Kosten der Zerstörung des zivilen Sektors finanziert wird. 📉🇷🇺💸"
date: 2026-06-26T09:34:00.000Z
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# Haushaltskollaps: Wie der Krieg die russische Wirtschaft von innen heraus zerstört

![Russische Rubel und Münzen, die die wirtschaftliche Krise und den Haushaltskollaps in Russland symbolisieren](https://xab.info/media/2026/06/26/byudzhetnyy-kollaps-kak-voyna-razrushayet-ekonomiku-rossii/byudzhetnyy-kollaps-kak-voyna-razrushayet-ekonomiku-rossii-1.webp)

Laut jüngsten Einschätzungen von Experten befindet sich die russische Wirtschaft in einer kritischen Sackgasse. Die Finanzierung der Kampfhandlungen gegen die Ukraine hat einen Modus des totalen Verbrauchs innerer Reserven erreicht, was zu einer systemischen Zerstörung des zivilen Sektors führt. Dies erklärte Wladislaw Wlasjuk, der vom Präsidenten der Ukraine beauftragte Bevollmächtigte für Sanktionspolitik.

### Die Öl-Falle und der Zusammenbruch der Einnahmen

Ein Schlüsselfaktor, der die aktuelle Krise bestimmt, ist der drastische Rückgang der Einnahmen aus dem Öl- und Gassektor im Staatshaushalt. In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres lagen diese Einnahmen um 30 % unter den Werten des entsprechenden Zeitraums des Vorjahres. Selbst vorübergehende Preisspitzen bei Rohstoffen konnten die Verluste nicht kompensieren.

Wlasjuk wies auf die Situation in der Logistik hin. Die Blockade der Straße von Hormus hat zwar tatsächlich eine vorübergehende Panik und einen Anstieg der Exporteinnahmen Russlands auf 20 Milliarden Dollar pro Monat ausgelöst. Sobald sich jedoch die Schifffahrt wieder normalisierte, verschwand dieser Effekt. Daten des Dienstes MarineTraffic bestätigen die aktive Bewegung von Tankern: Wenn die Straße Mitte Juni geschlossen war, waren es Ende des Monats bereits mehr als ein Dutzend Schiffe, und aus dem Persischen Golf verließen sofort 17 Tanker die Region.

Die Wiederherstellung der Logistik ließ die Ölpreise sofort einbrechen. Bis zum 26. Juni stabilisierte sich der Preis für die russische Ölsorte Urals auf 58,83 Dollar pro Barrel. Dieser Wert liegt an der unteren Grenze der optimistischen Prognosen des Kremls, die in den Haushalt für 2026 einfließen.

### Die Kriegsmaschinerie frisst den Haushalt auf

Das Defizit des Bundeshaushalts belief sich in sechs Monaten auf 6 Billionen Rubel, was den jährlichen Planwert um 60 % übersteigt. Militärausgaben haben alle anderen Prioritäten verdrängt: Im ersten Quartal beliefen sie sich auf 5,9 Billionen Rubel (fast die Hälfte des Staatshaushalts) und könnten im laufenden Jahr auf 18 Billionen Rubel steigen. Gegenwärtig werden etwa 75 % aller Steuereinnahmen für Verteidigungszwecke verwendet.

Um die Lücken im Haushalt zu füllen, ist Russland gezwungen, Gelder im Inland zu immer höheren Zinsen aufzunehmen. Die innere Staatsverschuldung ist auf 32,4 Billionen Rubel gestiegen, und das Volumen der Platzierung von Staatsanleihen (OFZ) hat sich im Jahresvergleich um 54 % erhöht. Dabei gibt es keine Panikkäufe – die letzte Auktion musste sogar abgesagt werden. Die Rendite für Schulden ist auf 16 % gestiegen, was auf einen ernsthaften Mangel an Liquidität und hohe Risiken auf dem Binnenmarkt hindeutet.

### Regionale Krise und Treibstoffmangel

Die finanzielle Stabilität vor Ort sinkt rapide. Bereits 56 Regionen Russlands verzeichnen ein Defizit. Experten stellen fest, dass der Kreml die Kriegsmaschinerie auf Kosten der unwiderruflichen Zerstörung des eigenen Finanzsystems aufrechterhält. Nach vorläufigen Schätzungen könnten die Militärausgaben im Jahr 2026 die geplanten um 4–5 Billionen Rubel übersteigen, was fast 40 % mehr als die ursprünglichen Berechnungen sind.

Die Situation wird durch die Verlangsamung der Wirtschaft vor dem Hintergrund regelmäßiger Angriffe ukrainischer Drohnen auf militärische, energetische und industrielle Infrastruktur verschärft. In dem Land verschärft sich der Treibstoffmangel, der laut Medienberichten bereits 70 Regionen erfasst hat.

Wladislaw Wlasjuk fasste zusammen, dass eine weitere Einschränkung der Öleinnahmen das effektivste Instrument ist, das die Wirtschaft des Aggressors zu einem unvermeidlichen Zusammenbruch führt. Als einzigen Weg zur Stabilisierung der Situation nannte er die Einstellung der Kriegsausgaben.