Die Welt der Online-Dating-Plattformen steht vor einer radikalen Transformation. Justin McLeod, der Mann, der fast fünfzehn Jahre lang Millionen von Menschen beigebracht hat, nach rechts zu swipen, und das beliebte App Hinge gegründet hat, hat sein Unternehmen mit der festen Überzeugung verlassen: Das alte Modell funktioniert nicht mehr. Anstatt eine weitere Plattform für endloses Scrollen zu schaffen, startet er ein Projekt, das sich wie ein Szenario aus einer Dystopie der Serie „Black Mirror' anhört.

Das Projekt „Du wirst tausendmal abgelehnt'

McLeods neue App heißt Overtone. Laut Beschreibung des Gründers ist dies kein traditionelles Dating-App. Hier fehlen die üblichen Profile, Match-Listen und die Mechanik des Durchwühlens von Profilen. Stattdessen analysiert der Algorithmus die Sprache des Nutzers und schlägt ein Treffen nur dann vor, wenn das System zwei Menschen für wirklich kompatibel hält.

Das Konzept klingt romantisch, bis man sich an die „Black Mirror'-Episode „Hang the DJ' erinnert. Darin wies die App „System' den Nutzern Beziehungen zu und maß jedes Date auf die Stunde genau aus, bis es einen Partner mit 99,8 % Kompatibilität fand. Overtone bietet keinen Countdown für das Privatleben an, aber das Prinzip ist dasselbe: Das System trifft Entscheidungen darüber, wen Sie treffen werden, und weiß im Voraus, dass Sie zueinander passen müssen.

Finanzierung durch Konkurrenten

Im Gegensatz zu den Helden der Serie arbeitet McLeod nicht mit einer Simulation. Für seine Idee sind echte Geldbeträge bereitgestellt. Kürzlich hat Overtone 18 Millionen Dollar an Investitionen gesammelt. Bemerkenswert ist, dass ein Teil der Mittel von Match Group stammt – dem Unternehmen, das Hinge, Tinder und OkCupid besitzt. Somit finanziert McLeods ehemaliger Arbeitgeber faktisch das, was sein eigenes Kind ersetzen wird.

Das Ende der Swiping-Ära

Der Start von Overtone erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die gesamte Branche der Dating-Apps die Mechanik des Swipens neu überdenkt. McLeod, der das Gesicht des modernen Online-Datings definiert hat, stellt die Effektivität der unendlichen Auswahl in Frage und schlägt vor, das Schicksal einem Algorithmus anzuvertrauen, der seiner Meinung nach Menschen besser zusammenbringen kann als sie selbst.