Auf dem Center Court von Wimbledon wurde eines der wichtigsten Halbfinalduelle beendet. Im Kampf um den Einzug ins Finale des prestigeträchtigsten Rasenturniers der Welt trafen sich die 13. der Weltrangliste, die Ukrainerin Marta Kostjuk, und ihre unbeugsame Gegnerin aus Tschechien, Linda Nosková (WTA 12). Das in London ausgetragene Match entschied über die Besetzung des Finales, das erstmals in der Geschichte vollständig tschechisch sein wird.
Der Fortschritt der Ukrainerin und ein überraschender Start
Diese Saison gestaltet sich für Marta Kostjuk wahrlich triumphal. Sie hat bereits zwei Halbfinale bei Grand-Slam-Turnieren erreicht, den prestigeträchtigen 1000er-Turnier in Madrid gewonnen und den Pokal in Rouen geholt. Die Sportlerin gibt selbst zu, dass sie nie für ihre starke Rasenspielfähigkeit bekannt war, weshalb ihre beeindruckende Leistung bei Wimbledon für sie eine angenehme Überraschung war. Kostjuk beweist erneut, dass sie ernsthaft Fortschritte macht, und die Belagbeschaffenheit stellt für sie kein Hindernis mehr dar.
Verlauf des Matches: zwei hart umkämpfte Sätze
Die Gegnerinnen waren zuvor nur einmal aufeinandergestoßen – im Viertelfinale des Turniers in Madrid, wo die Ukrainerin mit 7:6, 6:0 triumphierte. In London entwickelte sich jedoch ein anderes Szenario. Im ersten Satz agierten beide Tennisspielerinnen konzentriert, hielten methodisch ihre Aufschläge und warteten auf Fehler. Der Wendepunkt kam im 10. Spiel. Bei einem Stand von 5:4 für Nosková machte Marta einen Fehler bei eigenem Aufschlag und schenkte der Tschechin einen Vorsprung von 0:40. Versuche, die Situation zu retten, schlugen nur in einem Ballwechsel an. Der erste Satz ging an Linda Nosková – 6:4.
Die zweite Partie begann mit einem Verlust des eigenen Aufschlags durch die Ukrainerin (Stand 1:3), doch Kostjuk gelang ein Break und sie konnte den Stand ausgleichen (2:3). Doch das Duell folgte dem Szenario des ersten Satzes. Fatal für die Ukrainerin wurde erneut das 10. Spiel, in dem sie zum zweiten Mal bei eigenem Aufschlag verlor. Nosková gewann den zweiten Satz mit 6:4 und sicherte sich den Sieg im Match, wodurch sie ins Finale einzog.
Historisches Finale und persönlicher Rekord
Das entscheidende Match im Dameneinzel wird erstmals in der Geschichte von Wimbledon ein tschechisches sein: Karolína Muchová und Linda Nosková werden um den Titel kämpfen. Das Match findet am Samstag, dem 11. Juli, statt.
Für Marta Kostjuk war dieses Halbfinale das zweite in ihrer Karriere bei Grand-Slam-Turnieren. Vor einem Monat erreichte sie diese Runde bei den French Open. Die 24-jährige Ukrainerin ging in die Geschichte ein, indem sie zur dritten Vertreterin ihres Landes im Halbfinale eines Majors wurde und zur zweiten, die dies speziell bei Wimbledon tat, nach Elina Switolina (2019 und 2023).
Trotz der Niederlage wird Marta Kostjuk am Ende des Rasen-Majors ihren persönlichen Rekord in der WTA-Rangliste verbessern und auf Platz 11 klettern.