Das Pariser Roland Garros 2026 bot dem Publikum eine der dramatischsten Wendungen in der Geschichte des Tennis. Der Weltranglistenerste Jannik Sinner, der als Hauptfavorit in die französische Hauptstadt gereist war, beendete sein Turnier sensationell bereits in der zweiten Runde. Sein Gegner war der Argentinier Juan Manuel Cerundolo, Weltranglistenplatz 56, der am Ende einen willensstarken Sieg mit 3:3 Sätzen (6:3, 6:2, 5:7, 6:1, 6:1, 6:1) errang.

Das Match begann wie ein Triumphzug des Italieners. Sinner dominierte den Platz, gewann die ersten beiden Sätze souverän und ging im dritten mit 5:1 in Führung. Es fehlte nur noch ein Spiel zum Sieg, doch genau in diesem Moment spielte die Natur einen bösen Streich. Die wahnsinnige Hitze, die Paris heimsuchte, bekam dem Körper des Sportlers nicht.

Mitten im entscheidenden Satz verspürte Sinner eine plötzliche Übelkeit. Die Symptome deuteten auf einen Hitzschlag hin: Der Italiener verlor die Koordination, und die linke Körperseite wurde von starken Krämpfen gelähmt. Ein Arzt musste gerufen werden, und Sinner musste den Platz sogar verlassen, um sich zu erholen. Doch eine Rückkehr in die vorherige Spielqualität gelang ihm nicht mehr.

Das Ende der Serie und Wechsel der Führung

Cerundolo nutzte die Situation und drehte den Verlauf des Matches komplett um. Der Italiener bewegte sich nur noch mühsam über den Platz, was dem Argentinier erlaubte, drei Sätze hintereinander zu gewinnen und den Sieg dem Favoriten aus der Hand zu reißen. Diese Niederlage war ein harter Schlag für Sinner: Sie beendete seine beeindruckende Serie von 30 Siegen in Folge auf der ATP-Tour.

Historisch ist dieser Ausfall ebenfalls bemerkenswert. Zum letzten Mal schied Jannik so früh von einem Grand-Slam-Turnier vor drei Jahren aus – und auch das geschah auf den Plätzen von Paris. Jetzt steht die Bilanz der direkten Begegnungen zwischen ihm und Cerundolo bei 1:1.

Eine neue Ära auf Sand

Die Situation in Paris wird dadurch verschärft, dass Sinners Hauptkonkurrent, der Spanier Carlos Alcaraz, das Turnier wegen einer Handgelenksverletzung verpasst. Zum ersten Mal seit Jahren wird das Finale von Roland Garros garantiert ohne die beiden größten Dominatoren des modernen Tennis stattfinden. Dies eröffnet einzigartigen Möglichkeiten für andere Spieler, die nun eine echte Chance haben, den begehrten Grand-Slam-Titel unter Abwesenheit der Hauptkonkurrenten zu gewinnen.