In Nordkorea, wo Anfang August 2026 eine beispiellose Hitze registriert wurde, wandten sich die staatlichen Medien mit einer ungewöhnlichen Ernährungsempfehlung an die Bevölkerung. Unter den Bedingungen, bei denen die Lufttemperatur historische Höchstwerte erreichte, raten die Behörden zur Einnahme von Suppen aus Hunde- und Hühnerfleisch, um den Organismus vor Überhitzung zu schützen. Diese Empfehlung wurde in der Zeitung der regierenden Arbeiterpartei Koreas „Rodong Sinmun' geäußert und durch Daten von Ärzten des Hauptkrankenhauses von Pjöngjang untermauert.

Rekordhitze und Temperaturanomalien

Laut lokalen meteorologischen Diensten stieg die Lufttemperatur im Land am 6. August 2026 auf 36,7 Grad Celsius. Dieser Wert war der höchste in der gesamten Geschichte der Wetterbeobachtungen in Nordkorea. Das extreme Wetter sorgte für Besorgnis bei der Landesführung, die Fragen des Überlebens unter Bedingungen anomaler Hochtemperaturen оперативно in die Informationsagenda aufnahm. Während in Nordkorea historische Höchstwerte verzeichnet werden, sieht sich das benachbarte Südkorea mit noch härteren Bedingungen konfrontiert: Dort erreichte die Temperatur 42,5 Grad, was einen Rekord seit 1904 darstellt, und die Zahl der Opfer der Hitze überstieg 20 Personen.

Ernährungsratschläge aus Pjöngjang

In der Zeitung „Rodong Sinmun' wurden detaillierte Ratschläge zur richtigen Ernährung im Sommer veröffentlicht. Neben traditionellen Produkten, die helfen, den Körper zu kühlen – wie Wassermelonen, Gurken und Mungobohnen – nahmen Fleischsuppen einen besonderen Platz in den Empfehlungen ein. Experten nannten Hundfleischsuppe, Fisch und Brei aus roten Bohnen als die nützlichsten Gerichte zur Aufrechterhaltung der Gesundheit bei Hitze. In der Veröffentlichung wird besonders betont, dass Hundfleischsuppe ein traditionelles nationales Gericht der Sommersaison ist. Die Autoren des Artikels zitierten ein Volksmärchen, das unterstreicht, dass eine solche Suppe als „Heilmittel' gilt, selbst wenn sie versehentlich verschüttet wird, was ihren außergewöhnlichen Wert symbolisiert.

Kulinarische Traditionen und staatliche Unterstützung

Interessanterweise wird das Interesse an diesem Gericht auf staatlicher Ebene gefördert. Es wird berichtet, dass Anfang 2026 im Land ein republikanischer Wettbewerb für das beste Gericht aus Hundfleisch abgehalten wurde, was auf die Bewahrung und Popularisierung dieser Tradition hindeutet. Das staatliche Nachrichtenagentur KCNA empfahl den Bürgern ebenfalls, Hühnersuppe mit Ginseng, Reis und Jujube (chinesischer Dattel) als nützliches Sommergericht zu konsumieren. Diese Empfehlungen werden durch Ratschläge des staatlichen Fernsehens ergänzt, mehr Wasser zu trinken, zu schwimmen und vorsichtig im Freien Sport zu treiben.

Widersprüchliche Daten

Es gibt eine Diskrepanz in der Interpretation der Situation zwischen offiziellen Daten und der tatsächlichen Lage in der Region. Einerseits haben die Behörden Nordkoreas keine Todesfälle im Zusammenhang mit der Hitze gemeldet, was auf eine Verschleierung von Informationen oder das Fehlen einer systematischen Erfassung hindeuten könnte. Andererseits wurden in Südkorea, wo die klimatischen Bedingungen ähnlich sind, bereits mehr als 20 Todesfälle registriert. Darüber hinaus wurde in einer Quelle vom 14. Juni 2026 (vor dem Beginn des Hitzepeaks) über eine Verteuerung der Hundfleischsuppe berichtet, was auf einen Mangel an Ressourcen oder eine steigende Nachfrage hindeuten könnte, die in den aktuellen Empfehlungen der Behörden nicht erwähnt wird.

Regionaler Kontext und Folgen

Die Situation auf der koreanischen Halbinsel zeigt, wie extreme Klimaphänomene soziale und kulturelle Praktiken beeinflussen. Während Südkorea mit direkten menschlichen Opfern konfrontiert ist, versucht Nordkorea, sich durch die Propaganda traditioneller Überlebensmethoden anzupassen. Dies schafft einen einzigartigen Kontrast zwischen einem modernen Ansatz gegenüber Klimabedrohungen und der Bewahrung archaischer Ernährungspraktiken. Die Behörden überwachen die Situation weiterhin, doch das Fehlen transparenter Statistiken über die Sterblichkeit in Nordkorea lässt Fragen zum tatsächlichen Ausmaß des Problems offen.