Der König-Chaled-Flughafen in Riad wurde am 10. Oktober Ziel eines verheerenden Angriffs, der den blutigsten Vorfall in Saudi-Arabien seit einem Jahrzehnt darstellt. Bei dem Einschlag kamen 12 Menschen ums Leben, 309 weitere wurden unterschiedlich schwer verletzt. Das Ausmaß der Zerstörung betraf Terminalbereiche und die kritische Infrastruktur des Luftfahrtdrehkreuzes, das die Hauptstadt mit rund acht Millionen Einwohnern versorgt.
Zeitlicher Ablauf und Ausmaß der Angriffe
Nach Angaben der saudischen Zivilluftfahrtbehörde handelte es sich bei dem tragischen Vorfall am Samstag bereits um den dritten Angriff auf den internationalen Flughafen von Riad innerhalb einer Woche. Zwei vorherige Angriffe hatten vier Menschenleben gefordert und ein Passagierflugzeug auf der Start- und Landebahn beschädigt. Augenzeugen berichteten von einer schweren Explosion im Inneren des Terminals und dem Einsturz von Teildecken in der Nähe der Gates. Dutzende Rettungswagen und Hubschrauber wurden zur Evakuierung der Verletzten eingesetzt.
Internationale Reaktionen und Standpunkte
Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition machte die vom Iran unterstützten Huthis für den Angriff verantwortlich und kündigte eine harte Reaktion an. Die Huthis übernahmen zwar keine direkte Verantwortung für diesen konkreten Anschlag, doch ein Sprecher erklärte in den sozialen Medien, der Flughafen Riad sei blockiert, und forderte internationale Fluggesellschaften auf, den saudischen Luftraum zu meiden. Führende Staatsmänner verurteilten die Gewalt scharf; US-Präsident Donald Trump kündigte an, militärische Optionen zu prüfen, während UN-Generalsekretär António Guterres betonte, Angriffe auf zivile Infrastruktur verstoßen gegen internationales Recht.
Widersprüchliche Angaben
Bei der Darstellung des Vorfalls gibt es Abweichungen zwischen den beteiligten Parteien. Die saudische Koalition und internationale Beobachter stufen das Geschehen eindeutig als Terrorakt und direkten Angriff auf ein ziviles Ziel ein. Die jemenitischen Rebellen haben ihre direkte Beteiligung an diesem spezifischen Angriff indes nicht offiziell bestätigt und beschränkten sich auf allgemeine Drohungen und die Behauptung einer Luftraumblockade über der Hauptstadt.
Auswirkungen und Maßnahmen zur kollektiven Sicherheit
Vor dem Hintergrund der Eskalation wurden alle Flüge vom Hauptdrehkreuz in Riad umgeleitet und der Flughafenbetrieb vorübergehend ausgesetzt. Die Lage wird dadurch verschärft, dass Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan bereits am 5. Oktober vereinbart hatten, einen Mechanismus zur kollektiven Abschreckung gegen die Drohungen der Huthis zu aktivieren, um die regionale Stabilität zu wahren.