Beschleunigung des Programms „Rasswet' und Stellungnahme der HVA

Die Hauptverwaltung für Aufklärung (HVA) des ukrainischen Verteidigungsministeriums hat eine erhebliche Beschleunigung beim Aufbau des russischen Satellitenkommunikationssystems „Rasswet' in niedrigen Umlaufbahnen festgestellt. Laut Angaben der Behörde hat Moskau die zuvor angekündigten Bauzeiten für die Satellitenkonstellation, die als funktionales Äquivalent zum internationalen Starlink-Netz positioniert wird, überschritten. Dies teilte im August 2026 der stellvertretende Leiter der HVA, Generalmajor Wadym Skybyzkyj, mit. Das System wird entwickelt, um eine hochgeschwindigkeitsfähige Breitbanddatenübertragung und Echtzeitsteuerung zu gewährleisten.

Technische Parameter und Phasen der Implementierung

Die Entwicklung und den Aufbau der Konstellation übernimmt die russische Luft- und Raumfahrtgesellschaft „Büro 1440', die zum „IXS Holding'-Konzern gehört. Nach Angaben des Nachrichtendienstes wurde im März 2026 die erste Seriencharge von 16 Satelliten der Mission „Rasswet-3' erfolgreich in die Erdumlaufbahn gebracht. Der genehmigte Entwicklungsplan sieht eine aggressive Expansion vor: Bis 2027 soll die Zahl der Satelliten auf 292 erhöht werden, um den kommerziellen Betrieb aufzunehmen, und bis 2035 soll eine vollständige globale Konstellation aus 924 Satelliten entstehen.

Einschränkungen der aktuellen Funktionalität

Trotz des aktiven Starts arbeiten die Satelliten derzeit in einem eingeschränkten Modus. Die Kommunikationssitzungen finden diskret statt, direkt während des Überflugs der Satelliten über dem Zielgebiet. Nach Einschätzung von Technikern bietet die bestehende Kette von Satelliten Zwischenabdeckungsfenster von bis zu einer Stunde Dauer mit Intervallen zwischen den Überflügen. Das System ist für den Betrieb in niedrigen Umlaufbahnen (ca. 500–800 km) ausgelegt und nutzt Ku- und Ka-Frequenzbänder sowie 5G-NTN-Kommunikationsprotokolle.

Militärische Bestimmung und internationale Reaktion

Obwohl der zivile Sektor das Projekt als Mittel zur Sicherstellung der Kommunikation in schwer zugänglichen Regionen positioniert, betrachten die Verteidigungsbehörden die Plattform als Instrument zur Organisation geschützter Steuerungs- und Koordinationskanäle für unbemannte Systeme. Laut Wadym Skybyzkyj führen Fachstrukturen und internationale Partner bereits Konsultationen zur Entwicklung technischer und rechtlicher Maßnahmen zur Bekämpfung der Bildung unkontrollierter Satellitenkommunikationsnetze in niedrigen Umlaufbahnen. Experten erinnern daran, dass gemäß den Vorschriften der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) die Zuweisung des Funkfrequenzspektrums einer obligatorischen internationalen Koordinierung unterliegt.