Der Immobilienmarkt der Ukraine zeigt eine interessante Dynamik: In einer Reihe von Städten hat sich die monatliche Rate für die begünstigte Hypothek „єОселя' bereits mit den Mietkosten gleichgesetzt oder ist sogar niedriger geworden. Laut einer von OLX Недвижимость durchgeführten und von RBC-Ukraine veröffentlichten Studie wird der Kauf einer eigenen Immobilie für viele Bürger finanziell attraktiver als eine langfristige Anmietung.

Analysten haben die Medianmiete für Einzimmerwohnungen in den Oblastzentren mit den berechneten Raten des Programms bei 7 % Zinsen pro Jahr über einen Zeitraum von bis zu 20 Jahren verglichen. Die Daten basieren auf den Preisen vom April 2026.

Westukraine: Kauf günstiger als Miete

Der deutlichste Wendepunkt ist in den westlichen Regionen des Landes zu beobachten. Hier liegt die Hypothekenzahlung deutlich unter den Mietpreisen, was den Immobilienbesitz wirtschaftlich sinnvoll macht.

Der größte Unterschied wurde in Uschhorod verzeichnet. Die Medianmiete für eine Einzimmerwohnung liegt hier bei fast 22.000 Griwna pro Monat, während die monatliche Rate im Rahmen des Programms „єОселя' bei etwa 15.700 Griwna liegt.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in anderen Großstädten des Westens:

  • Lwiw: Hypothek — 17.100 Griwna, Miete — 19.400 Griwna.
  • Iwano-Frankiwsk: Hypothek — 14.700 Griwna, Miete — 17.200 Griwna.
  • Luzk: Hypothek — 14.000 Griwna, Miete — 15.000 Griwna.

In Tscherniwzi, wo die geschätzte Rate für das Programm am höchsten ist (19.650 Griwna), ist die Miete für eine Einzimmerwohnung dennoch günstiger und liegt bei etwa 13.200 Griwna.

Zentrum und Süden: Miete liegt noch vorn

In den meisten anderen Regionen der Ukraine bleibt die Miete für Einzimmerwohnungen günstiger als die Zahlungen für die begünstigte Hypothek. Die Differenz variiert von geringfügig bis erheblich.

In Kiew beträgt die monatliche Rate des Programms etwa 18.300 Griwna, während die Miete im Durchschnitt 16.000 Griwna kostet. In Winniza, Ternopil und Riwne liegt die Differenz ebenfalls zugunsten der Miete, ist jedoch gering — die Hypothek übersteigt die Mietkosten um 10–20 %.

In Odessa ist die Situation kontrastreicher: Die Hypothek kostet 12.900 Griwna, während eine Wohnung für 10.000 Griwna gemietet werden kann.

Regionen in der Nähe der Frontlinie

Der größte Preisunterschied zwischen Kauf und Miete ist in Städten zu beobachten, die sich in der Nähe der Kampfzone befinden. Aufgrund der geringeren Nachfrage nach Mieten sind die Mietpreise hier deutlich niedriger als in den Hinterlandregionen.

In Charkiw kostet die Miete für eine Einzimmerwohnung im Durchschnitt 6.500 Griwna, was fast doppelt so wenig ist wie die Rate für „єОселя' (10.600 Griwna). Ein ähnliches Bild zeigt sich in Sumy (Miete 6.800 gegenüber Hypothek 11.500), Mykolaïw (6.200 gegenüber 11.100) und Tschernihiw (7.500 gegenüber 13.000). In Saporischschja beläuft sich die Miete auf 7.000 Griwna, die Hypothek auf fast 9.800 Griwna.

Neue Regeln des Programms

Experten stellen fest, dass der Kauf einer Wohnung im Rahmen des Programms „єОселя' bei Vorhandensein von Mitteln für die Anzahlung langfristig vorteilhaft sein kann, insbesondere in Regionen mit hoher Mietnachfrage und stabiler Sicherheit.

Es ist zu beachten, dass das Programm Änderungen erfahren hat. Jetzt gelten Einschränkungen für die Wohnfläche: Für Familien mit ein bis zwei Personen gelten Basisgrenzwerte, für größere Familien erhöhen sie sich um 21 qm pro Familienmitglied. Darüber hinaus steht aktiven Militärangehörigen und Mobilisierten eine Hypothek mit 3 % Zinsen pro Jahr zur Verfügung, Veteranen und Familien gefallener Verteidiger erhalten 7 %.