Der internationale Boxsport erlebt eine Umstrukturierung im Schwergewicht. Kurz nachdem Alexander Usik offiziell die Rückgabe seiner Weltmeistergürtel der Verbände WBC, WBA und IBF angekündigt hatte, reagierte die Internationale Boxföderation (IBF) zügig und setzte einen Kampf um den vakanten Titel an. Die Organisatoren haben die Hauptkandidaten für den Gürtel bestimmt, den der ukrainische Champion freigab.
Um den prestigeträchtigen Titel werden zwei Top-Perspektiven kämpfen: der kubanische K.O.-Spezialist Frank Sanchez und der aufstrebende Star des britischen Boxsports Moses Itauma. Diese Entscheidung wurde im Rahmen des Standardverfahrens zur Ernennung von Pflichtkandidaten getroffen, wenn ein Titel vakant wird.
Zweiter Versuch, das Duell zu organisieren
Interessanterweise ist dies nicht das erste Mal, dass die IBF versucht, diese beiden Kämpfer zusammenzubringen. Bereits im September des vergangenen Jahres hatte der Verband versucht, ihr Duell zu organisieren. Damals lehnte das Team des jungen Briten den Kampf jedoch ab, da die Risiken für diese Phase seiner Karriere zu hoch eingeschätzt wurden.
Die Situation hat sich mittlerweile geändert. Beide Boxer befinden sich auf dem Höhepunkt ihrer Form und haben beeindruckende Leistungen aufzuweisen, was ihr Duell für Promoter und Fans extrem attraktiv macht.
Fakt gegen Fakt: Die Form der Kämpfer
Frank Sanchez demonstrierte seine Kraft im letzten Kampf im Mai, als er den Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 2020, Richard Torres, brutal ausschaltete. Sein Stil und seine Effektivität machen ihn zu einem gefährlichen Gegner für jeden Schwergewichtler.
Auch der 21-jährige Moses Itauma hat sein Potenzial unter Beweis gestellt. Ende März 2026 stoppte er in stilvoller Manier den robusten Amerikaner Jermain Franklin im fünften Round. Der junge Brite zeigt Fortschritt und ist bereit für große Herausforderungen.
Logistisches Sackgasse: Vertragskonflikt
Trotz des offiziellen Befehls des Verbandes stößt die Organisation dieses Weltmeisterschafts-Megafights auf ein ernsthaftes Hindernis. Moses Itauma hat bereits einen Vertrag für einen anderen Kampf unterschrieben. Ende des Sommers, am 29. August, muss der britische Perspektivkämpfer im Ring gegen den erfahrenen kroatischen Schwergewichtler Philipp Hrgovic antreten.
Da der Kampf gegen Hrgovic bereits angekündigt und vorbereitet wird, müssen die Promoter schwierige Verhandlungen mit der IBF führen. Zwei Szenarien sind möglich: eine Verschiebung des Titelkampfs oder die Suche nach Kompromisslösungen, damit Itauma seinen Status als Pflichtkandidat nicht verliert. Bisher hat der Direktor seines Teams, Sergei Lapin, die Details der Entscheidung von Usik, den Titel vakant zu machen, enthüllt, doch nun liegt der Fokus darauf, wie dieser Gürtel ausgetragen wird.