In China wurde ein Urteil vollstreckt, das einen düsteren Punkt in der Geschichte einer der größten E-Sport- und Filmgeschichten des Jahrzehnts darstellt. Am 21. Mai wurde Xu Yao, ehemaliger Top-Manager von Yoozoo Games, hingerichtet, nachdem er für schuldig befunden worden war, seinen Chef Lin Qi vergiftet zu haben. Der Tod des Magnaten, der an der Spitze der populären Netflix-Serie „Die drei Körper“ stand, erschütterte die Branche, und das Schicksal des Mörders wurde zu einer strengen Mahnung über die Kosten, die für korporative Intrigen gezahlt werden müssen.

Blutiger Konflikt um Verfilmungsrechte

Lin Qi, Gründer von Yoozoo Games, starb im Dezember 2020 im Alter von 39 Jahren. Offiziell wurde als Todesursache eine Krankheit genannt, doch die Ermittlungen enthüllten ein anderes Bild. Xu Yao, der zuvor die Filmabteilung leitete, hatte seinen eigenen Vorgesetzten vergiftet. Der Auslöser war ein heftiger Managementkonflikt: Kurz vor der Tragödie hatte Lin Qi seinem Untergebenen das Gehalt gekürzt und ihn von einem Schlüsselprojekt ausgeschlossen – der Adaption des Romans von Liu Cixin für Netflix.

Das Gift wurde in Essen und Getränke gemischt. Lin Qi landete im Krankenhaus und starb neun Tage später. Weitere vier Mitarbeiter des Unternehmens wurden mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert, überlebten jedoch. Xu Yao wurde praktisch sofort nach der Hospitalisierung seines Chefs festgenommen. Im März 2024 verhängte das Gericht über ihn die Todesstrafe, die im Mai vollstreckt wurde.

Das Imperium aus Spielen und Film

Das von Lin Qi 2009 gegründete Unternehmen Yoozoo Games entwickelte sich zu einem der Marktführer im Bereich Online-Spiele. Unter seiner Führung entstanden Hits wie „League of Angels“, „Drakensang Online“ und ein Spiel basierend auf „Game of Thrones“. Doch die Ambitionen des Unternehmers beschränkten sich nicht auf die Spieleentwicklung. 2015 erwarb das Unternehmen die Rechte für die Verfilmung von „Die drei Körper“ und schloss 2020 einen Deal mit Netflix ab.

Die Serie, die 2024 auf dem Streaming-Dienst erschien, wurde zu einem der meistdiskutierten Projekte der Plattform. Lin Qi wurde posthum in den Credits als einer der ausführenden Produzenten genannt. Sein Tod war ein Schock für die gesamte Branche; sein Vermögen zum Zeitpunkt seines Todes wurde auf 6,8 Milliarden Yuan (etwa 941 Millionen Dollar) geschätzt.

Die Gerechtigkeit hat gesiegt

Am 26. Mai bestätigte Yoozoo Games offiziell die Hinrichtung von Xu Yao. In einer Erklärung des Managements hieß es, dass „die Gerechtigkeit gesiegt hat“. Das Unternehmen drückte sein tiefes Beileid der Familie des verstorbenen Gründers aus und betonte, dass sein Beitrag zur Entwicklung der Branche für immer in der Geschichte verbleiben wird.