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title: "Lebendige Geschichte: In China wurden 3,74 Liter 2300 Jahre alter Alkohol untersucht"
description: "🇨🇳 In China haben Wissenschaftler 3,74 Liter 2300 Jahre alten Alkohol untersucht. Der Fund in einem Grab aus der Qin-Zeit schreibt die Geschichte des Brauens neu: Ein Getränk auf Hirsebasis mit der Hefe „Qu“ hat sich in einem Bronzegefäß erhalten. Darin wurden 8500 Hefezellen und 2400 organische Verbindungen gefunden. Dies beweist, dass antike Meister über fortschrittliche Fermentationstechniken verfügten, die die europäischen Methoden jener Zeit übertrafen. 🍺🔬 #Archäologie #China #Wissenschaft"
date: 2026-08-16T15:19:12.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/in-china-wurden-374-liter-2300-jahre-alter-alkohol-untersucht
tags: [archaeology, china, history, science, ancient-alcohol]
publisher: "XAB.info"
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# Lebendige Geschichte: In China wurden 3,74 Liter 2300 Jahre alter Alkohol untersucht

![Altes chinesisches Gefäß mit 2300 Jahre altem Alkohol, von Wissenschaftlern untersucht](https://xab.info/media/2026/08/16/v-kitae-nashli-alkogol-vozrastom-2300-let/v-kitae-nashli-alkogol-vozrastom-2300-let-1.webp)

## 🎯 Key Points

- In China wurden 3,74 Liter 2300 Jahre alter Alkohol in einem hermetisch verschlossenen Bronzegefäß gefunden.
- Das Getränk bestand hauptsächlich aus Hirse und wurde unter Verwendung der Hefe „Qu“ hergestellt.
- Der Fund widerlegt den Mythos, dass elitärer Alkohol im alten China ausschließlich aus Reis hergestellt wurde.
- Die Analyse ergab mehr als 2400 organische Verbindungen und Tausende von Zellen alter Hefe.

In der wissenschaftlichen Gemeinschaft entbrennt eine Debatte um einen einzigartigen Fund im Nordwesten Chinas. Ein internationales Team aus Archäologen und Biochemikern hat die detaillierte Analyse der Flüssigkeit in einem antiken Bronzegefäß abgeschlossen, das auf dem Friedhof von Shanjiabao in der Autonomen Region Ningxia-Hui entdeckt wurde. In dem hermetisch verschlossenen Behälter stießen die Wissenschaftler auf 3,74 Liter eines alkoholischen Getränks, das sich über mehr als zwei Jahrtausende hinweg nahezu unverändert erhalten hat.

### Die biochemische Zeitkapsel

Der Fund stammt aus der Zeit der Streitenden Reiche (Periode des Qin-Staates, 475–221 v. Chr.). Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das Gefäß als rituelles Geschenk in das Grab gelegt wurde, um den Verstorbenen in die Jenseitswelt zu begleiten. Die Flüssigkeit, die einen blassen bläulich-grünen Schimmer aufweist, überlebte die Jahrtausende dank einzigartiger Bedingungen: einem dichten textilen Verschluss, einer äußeren Isolierung aus Lehm und dem trockenen Klima der Region.

Die im Fachjournal *Journal of Archaeological Science: Reports* veröffentlichten Forschungsergebnisse beeindrucken durch ihre Detailtiefe. Im Inneren des Gefäßes wurde eine echte Mikrowelt entdeckt: mehr als 2400 organische Verbindungen, etwa 100.000 Stärkekörner und mehr als 8500 Hefezellen. Die hohe Konzentration an Milchsäure und Oxalsäure wurde zum entscheidenden Beweis dafür, dass es sich bei dem Fund um ein Produkt der tiefen Getreidegärung handelt und nicht um Grundwasser, das in den Sarkophag eingedrungen war.

### Technologischer Durchbruch antiker Meister

Die Analyse der Würze ergab, dass der Hauptbestandteil des Getränks (etwa 92 %) Hirse war, mit einem geringen Zusatz von Weizen und Gerste. Um den Fermentationsprozess in Gang zu setzen, wurde die traditionelle Hefe „Qu“ (Qu) verwendet – eine komplexe Mischung aus Schimmelpilzen, nützlichen Bakterien und Hefen. Diese Entdeckung ist von grundlegender Bedeutung für die Technologiegeschichte: Sie bestätigt, dass die Meister des alten China bereits damals über die Methode der gleichzeitigen Verstoffwechselung von Stärke und Fermentation verfügten.

Während die europäischen Technologien jener Zeit eine lange und getrennte Malzherstellung erforderten, schufen die chinesischen Brenner ein biodynamisches Ökosystem, das beide Funktionen gleichzeitig erfüllen konnte. Genau diese Methode bildet bis heute die Grundlage für die Herstellung von traditionellem gelbem Wein (Huangjiu). Nach Schätzung der Forscher hatte das Getränk keinen stechenden Geruch und stellte einen dichten, leicht trüben, schwach süß-sauren Nektar mit moderatem Alkoholgehalt dar.

### Widersprüchliche Daten

Während der Analyse traten interessante Diskrepanzen zwischen archäologischen Daten und schriftlichen Quellen zutage. Alle überlieferten altchinesischen Chroniken behaupteten, dass der elitäre Alkohol in der Zeit der Streitenden Reiche ausschließlich aus Reis hergestellt wurde. Der Fund aus Shanjiabao, bei dem Hirse in einem kostbaren Bronzegefäß für die Oberschicht verpackt war, wirft jedoch Zweifel an diesen Behauptungen auf.

Die Wissenschaftler vermuten, dass dies auf das Bestehen einer einzigartigen, unabhängigen Rezeptur im Norden Chinas, im Staat Qin, hindeuten könnte, die zuvor als „niedriger Qualität“ galt, in diesem Kontext jedoch eine sakrale Bedeutung besaß. Darüber hinaus gibt es Diskrepanzen bei den Zahlen: Die ursprünglichen Berichte erwähnten mehr als 2000 organische Verbindungen, während die vertiefte Laboranalyse bereits über 2400 Komponenten ergab, was auf die Komplexität der chemischen Zusammensetzung des antiken Getränks hinweist.

## ❓ FAQ

### Q: Wo wurde dieser Fund gemacht?
**A:** Das Gefäß wurde auf dem Friedhof von Shanjiabao in der Stadt Guyuan, Autonome Region Ningxia-Hui (Nordwestchinas), entdeckt.

### Q: Woraus bestand dieses antike Getränk?
**A:** Die Hauptgrundlage der Würze (etwa 92 %) war Hirse, ergänzt durch Weizen und Gerste. Für die Fermentation wurde die Hefe „Qu“ verwendet.

### Q: Warum hat sich das Getränk 2300 Jahre lang erhalten?
**A:** Dank der Hermetizität des Bronzegefäßes, dem doppelten textilen Verschluss, der Lehmisolierung und dem trockenen Klima der Region.