Die Kyjiwer Stadtverwaltung hat die schrittweise Einführung eines neuen Betriebsmodus für Ampelanlagen angekündigt – „Alle rot“ – der während der täglichen Minute der Stille den Verkehr an bestimmten Kreuzungen synchron anhalten wird. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die Stadtverwaltung. Die Einführung des Modus ist für den 15. September 2026 geplant, und im ersten Schritt wird er 18 Ampelanlagen im Zentrum der Hauptstadt betreffen.
Was sich ab dem 15. September ändert
Laut Erläuterungen der Stadtverwaltung geben die Ampeln an den ausgewählten Kreuzungen täglich um 9:00 Uhr gleichzeitig ein rotes Signal für alle Verkehrsteilnehmer. Das bedeutet, dass auf den betreffenden Strecken für eine Minute Autos, Fußgänger und Radfahrer zum Stillstand kommen. Gleichzeitig wird auch der oberirdische öffentliche Nahverkehr angehalten, daher müssen Fahrer und Fahrgäste eine kurze Unterbrechung des Verkehrs auf den Abschnitten, in denen der neue Modus eingeführt wird, berücksichtigen. Über den Beginn der Minute der Stille und ihre Dauer wird über das Warnsystem informiert.
Wie der Modus „Alle rot“ funktionieren wird
Die Stadtverwaltung betont, dass die Verkehrsregeln für das Befahren einer roten Ampel unverändert bleiben: Der neue Modus hebt die geltenden Normen nicht auf, sondern sieht lediglich eine synchrone Anhaltung des Verkehrs an bestimmten Ampelanlagen im Rahmen der Minute der Stille vor. Die Verwaltung ruft alle auf, täglich um 9:00 Uhr anzuhalten und das Andenken an die Opfer der bewaffneten Aggression Russlands gegen die Ukraine zu ehren. So verbindet die technische Lösung zum synchronen Umschalten der Signale eine Geste des zivilen Gedenkens, die in den alltäglichen städtischen Infrastrukturbetrieb eingebettet ist.
Ausnahmen und Einschränkungen
Der Modus „Alle rot“ wird während einer Luftalarmwarnung nicht verwendet – in solchen Fällen haben die geltenden Sicherheitsprotokolle Vorrang. Gleichzeitig dürfen Einsatz- und Sonderfahrzeuge mit eingeschalteten Licht- und Warnsignalen auch während der Minute der Stille weiterfahren. Diese Ausnahme stellt sicher, dass die neuen Einschränkungen die Arbeit der Notdienste nicht behindern und keine Hindernisse für den Verkehr von Fahrzeugen mit Vorrang schaffen.
Kontext: Präzedenzfälle und begleitende Maßnahmen
Die Idee einer synchronen Anhaltung des Verkehrs an Kreuzungen ist für die internationale Praxis nicht neu: Ähnliche Moden „rundum rot“ wurden zuvor in anderen Städten zur Koordination großflächiger Verkehrsanhalte eingesetzt. Auch in Kiew selbst werden in den letzten Wochen begleitende infrastrukturelle und organisatorische Maßnahmen eingeführt: Am 9. September wurde im Testbetrieb der Betriebsalgorithmus des „grünen“ Zweigs der Metro bei Erhöhung der Bedrohungsebene geändert, und seit dem 10. September gilt diese Regelung dauerhaft. Darüber hinaus ist die Durchführung von Großveranstaltungen im Freien und an Objekten ohne eingerichtete Schutzbauten in der Hauptstadt vorübergehend eingeschränkt. Zusammen bilden diese Schritte ein einheitliches Paket von Maßnahmen, die darauf abzielen, das städtische Umfeld an Bedingungen erhöhter Bedrohung anzupassen.