In Kiew wurde eine neue soziale Dienstleistung eingeführt, die Eltern unterstützen soll, die sich um Kinder mit Behinderungen kümmern. Jetzt können sie ihr Kind in die Obhut von Fachkräften geben, um Zeit für Erholung, Behandlung oder die Klärung persönlicher Angelegenheiten zu gewinnen. Die Initiative wird mit Unterstützung internationaler Partner umgesetzt und zielt darauf ab, die Ressourcen von Familien wiederherzustellen, die seit Jahren im Modus der ununterbrochenen Verantwortung leben.
Warum dies wichtig ist: Unterstützung für die Betreuenden
Marina Honda, stellvertretende Leiterin der Staatlichen Stadtverwaltung von Kiew (KGG), betonte, dass die tägliche Pflege eines Kindes, das ständige Aufmerksamkeit benötigt, den Eltern oft keine Zeit für sich selbst lässt. «Wir sprechen viel über die Unterstützung von Kindern mit Behinderungen, doch nicht weniger wichtig ist die Unterstützung der Menschen, die sich täglich um sie kümmern», so die Beamte.
Ihren Worten zufolge leben die Eltern seit Jahren im Modus der ununterbrochenen Verantwortung und verschieben ihre eigenen Bedürfnisse auf später. Der neue Service wird es ihnen ermöglichen, zumindest für kurze Zeit ihre Kräfte zu regenerieren, in dem Wissen, dass sich ihr Kind unter der Aufsicht von Fachleuten in sicheren Bedingungen befindet.
Wie das Programm funktioniert: Das Prinzip des «Kinderlagers»
Die vorübergehende Betreuung des Kindes erfolgt nach dem Prinzip eines «Kinderlagers». Anstelle der Eltern werden sich entsprechende Fachkräfte um die Kinder kümmern, die sichere Bedingungen, die notwendige Pflege und Fürsorge gewährleisten.
In der ersten Phase des Programms wird der Service Familien angeboten, die Kinder mit Behinderungen im Alter von 9 bis 14 Jahren erziehen. Für viele Familien kann selbst ein paar Tage Erholung die Möglichkeit bieten, eine Behandlung durchzuführen, sozio-rechtliche Fragen zu klären, die Wohnung an die Bedürfnisse des Kindes anzupassen oder einfach nur die eigenen Ressourcen wiederherzustellen.
Wer das Projekt umsetzt und mit welcher Unterstützung
Die Initiative wird in Zusammenarbeit mit UNICEF umgesetzt, unterstützt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Deutschlands (über die KfW – Deutsche Entwicklungsbank) in Partnerschaft mit dem Ukrainischen Netzwerk für Kinderrechte und der gemeinnützigen Organisation «Soziale Synergie».
Die Beamten betrachten einen solchen Service als «Investition nicht nur in das Wohlergehen der Eltern, sondern auch in die Lebensqualität der gesamten Familie».
Wie der Service beantragt wird: Dokumente und Kontakte
Um den Service der vorübergehenden Erholung für Eltern zu erhalten, die sich um Kinder mit Behinderungen kümmern, muss ein Paket grundlegender Dokumente beim Städtischen Zentrum für soziale Dienstleistungen von Kiew (M. Kotelnykova-Straße 32/11) eingereicht werden.
Außerdem werden medizinische und spezielle Dokumente benötigt. Falls vorhanden und notwendig, werden zusätzliche Unterlagen eingereicht.
Eine Beratung zur Beantragung des Services kann telefonisch beim Städtischen Zentrum für soziale Dienstleistungen von Kiew eingeholt werden.
Kontext: Weitere Unterstützungsmaßnahmen für Familien mit Kindern
Zuvor wurde berichtet, dass einigen Kindern mit Behinderungen 6500 Griwna ausgezahlt werden. Auch wurde das Verfahren zur Beantragung der ersten Dokumente für Neugeborene «mit wenigen Klicks» – ohne Warteschlangen und Papierkram – erläutert. Im Jahr 2026 wurden die «Kinderleistungen» in der Ukraine erhöht – Informationen darüber, wo und wie diese beantragt werden können, sind bereits verfügbar.