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title: "Indien annulliert Zertifikate für 235 Schiffe: Harter Schlag gegen die „Schattenflotte' und die Umgehung von Sanktionen"
description: "Indien führt eine strenge Säuberung des Schiffsregisters durch: IRClass hat in drei Jahren Zertifikate für 235 Schiffe widerrufen. 🚫🚢 Ziel ist es, die Umgehung westlicher Sanktionen gegen Russland und den Iran zu verhindern. Ohne indische Zertifizierung drohen Tankern der Verlust der Versicherung und der Ausschluss von Häfen. 📉🛑"
date: 2026-06-09T23:44:00.000Z
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# Indien annulliert Zertifikate für 235 Schiffe: Harter Schlag gegen die „Schattenflotte' und die Umgehung von Sanktionen

![Tanker Maximus am Kai: ein Beispiel für ein Schiff, dessen Zertifikate Indien im Rahmen des Kampfes gegen die Schattenflotte widerrufen könnte](https://xab.info/media/2026/06/10/indiya-otmenyaet-sertifikaty-u-235-sudov-udar-po-tenevomu-flotu/indiya-otmenyaet-sertifikaty-u-235-sudov-udar-po-tenevomu-flotu-1.webp)

Indien, das traditionell eine Position flexibler Diplomatie in Fragen der Energiesicherheit einnahm, hat eine strenge Säuberung seines Schiffsregisters eingeleitet. In den letzten drei Jahren haben indische Aufsichtsbehörden die Sicherheitszertifikate für mehr als 200 Tanker und andere Schiffe annulliert. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Nutzung der indischen Flagge zur Umgehung internationaler Handelsbeschränkungen zu verhindern.

### Umfassende Säuberung des Registers

Eine Schlüsselrolle in diesem Prozess spielt die indische Schiffssicherheitszertifizierungsbehörde (IRClass) mit Sitz in Mumbai. Dies ist eine der weltweit führenden Organisationen, deren Bescheinigungen für den legalen Betrieb von Schiffen in globalen Gewässern erforderlich sind. Laut dem Leiter der Organisation, Arun Sharma, wurden seit 2023 235 Einheiten aus dem IRClass-Register gestrichen.

Die meisten dieser Schiffe sind Öltanker, deren Aktivitäten häufig Fragen bei westlichen Aufsichtsbehörden aufwerfen. Auch einige Gastanker wurden in die Liste aufgenommen. Die Streichung aus dem IRClass-Register ist keine bloße bürokratische Formalität. Ohne ein Zertifikat einer anerkannten Behörde verliert ein Schiff die Möglichkeit, eine Versicherung zu erhalten, und riskiert, vom Zugang zu Häfen auf der ganzen Welt abgeschnitten zu werden.

### Neue Sanktionspolitik

Arun Sharma bestätigte, dass sich der Ansatz der Organisation grundlegend geändert hat. Während früher Schiffe im Register verbleiben konnten, die bereits unter westliche Beschränkungen fielen, gilt nun das Prinzip der „Nulltoleranz'. Seit 2023 lehnt IRClass die Registrierung jeglicher Schiffe ab, die mit den Sanktionslisten der USA, der Europäischen Union oder des Vereinigten Königreichs in Verbindung stehen.

„Wir nehmen keine Schiffe an, die irgendwelche Sanktionen unterliegen', erklärte Sharma und bezog sich dabei auf die gegen Russland eingeführten Beschränkungen infolge des Konflikts in der Ukraine sowie auf die gegen den Iran wegen seines Atomprogramms verhängten Sanktionen. Die Organisation ist zu einer „sehr komplexen' Politik übergegangen, die keine Schlupflöcher für fragwürdige Operationen lässt.

### Das Energiegleichgewicht von Neu-Delhi

Diese Maßnahmen finden vor dem Hintergrund einer komplexen geopolitischen Lage statt. Indien bleibt nach Beginn des umfassenden Krieges einer der größten Käufer russischen Öls. In letzter Zeit zeigt Neu-Delhi jedoch zunehmende Vorsicht bei Geschäften, die als Verstoß gegen westliche Sanktionen gewertet werden könnten.

Ein deutliches Beispiel für diese Vorsicht war der Verzicht Indiens auf den Kauf von russischem verflüssigtem Erdgas (LNG) im Rahmen von Projekten, die unter US-Sanktionen stehen. Die Regierung des Landes strebt danach, die wirtschaftlichen Vorteile günstiger Energieressourcen zu erhalten, ohne in einen direkten Konflikt mit westlichen Partnern zu geraten.

### Folgen für die Schifffahrt

Die Verschärfung der Anforderungen macht sich bereits bemerkbar. Zuvor hatten die indischen Behörden die Kontrollen von Tankern, die in lokale Häfen einlaufen, verschärft. Einige Schiffe, die russisches Öl transportieren, waren bereits mit Beschränkungen aufgrund fehlender ordnungsgemäßer Zertifizierung konfrontiert. Nun, mit dem massenhaften Widerruf von Dokumenten für 235 Schiffe, hat der Druck auf die sogenannte „Schattenflotte' um ein Vielfaches zugenommen, was die Eigentümer zwingt, neue, sicherere Routen zu suchen oder die Jurisdiktion zu wechseln.