Die indische Regierung unternimmt einen entschlossenen Schritt hin zur technologischen Unabhängigkeit, indem sie ein umfassendes Subventionsprogramm namens Semicon 2.0 genehmigt. Das Kabinett hat fast 20 Milliarden Dollar für die Entwicklung der nationalen Halbleiter- und Elektronikindustrie bereitgestellt. Diese Initiative soll die Entwicklung der Branche in den kommenden Jahren lenken und dem Land die Souveränität bei der Herstellung kritischer Komponenten sichern.

Strategie der Lokalisierung: Von Smartphones bis zu Chips

Die Bemühungen um die Lokalisierung der Produktion zeigen bereits spürbare Ergebnisse. Bis zum Frühjahr dieses Jahres wurde ein Viertel aller weltweit verkauften iPhones in Indien zusammengebaut. Nun planen die Behörden, diesen Prozess zu vertiefen, indem sie Mittel für die Schaffung eigener Chipentwickler bereitstellen. Laut den Bedingungen des Programms Semicon 2.0 soll das erste Werk zur Herstellung von Halbleiterkomponenten im Land im Jahr 2028 in Betrieb gehen.

Die Finanzierung ist wie folgt aufgeteilt: Etwa ein Drittel des Budgets (rund 6,7 Milliarden Dollar) wird für die Unterstützung der Smartphone-Produktion verwendet. Die verbleibenden Mittel werden für die Lokalisierung der Entwicklung und Herstellung von Halbleiterkomponenten eingesetzt. Dies ist eine logische Fortsetzung des im Jahr 2021 gestarteten Vorläuferprogramms, das 10 Milliarden Dollar für die Organisation der Chipproduktion vorsah.

Fördermechanismen und aktuelle Marktteilnehmer

Die indischen Behörden haben konkrete Mechanismen zur Förderung des Verkaufs lokaler Produkte entwickelt. Das Programm sieht Subventionen für in Indien hergestellte Smartphones vor, die zwischen 2,5 und 5 % der Kosten decken. Steigt der Grad der Produktionslokalisierung, erhöht der Staat die Subvention um weitere 1,5 %. Dies schafft direkte wirtschaftliche Anreize für Hersteller und Endverbraucher.

Auf dem Markt sind bereits große internationale Akteure tätig. Apple-Auftragnehmer wie Tata Electronics und Foxconn fertigen in Indien praktisch das gesamte iPhone-Sortiment. Der Konkurrent Samsung Electronics hat die Smartphone-Produktion im Land ebenfalls etabliert. Diese Unternehmen sind bereits in das indische Produktionsökosystem integriert, was die Umsetzung neuer Regierungsinitiativen erleichtert.

Investitionen in Speicherchips und die Zukunft der Branche

Die Entwicklung der Branche wird nicht nur durch staatliche Programme, sondern auch durch direkte Investitionen internationaler Konzerne vorangetrieben. Vor zwei Jahren kündigte der US-Konzern Micron Technology an, in Indien ein Werk für das Packaging und Testen von Speicherchips zu errichten. Das Gesamtbudget dieses Projekts wird unter Einbeziehung staatlicher Subventionen 2,75 Milliarden Dollar erreichen.

Die Umsetzung des Programms Semicon 2.0 wird ein wichtiger Schritt sein, um Indien zu einem globalen Akteur auf dem Elektronikmarkt zu machen. Investitionen in Infrastruktur und Technologien werden es dem Land ermöglichen, nicht nur die inländische Nachfrage zu decken, sondern auch seine Position auf dem weltweiten Halbleitermarkt zu stärken.