Der Mai 2026 war der Monat, in dem die Verbraucherpreise in der Ukraine weiter anstiegen. Laut offiziellen Daten des Staatlichen Dienstes für Statistik, die von RBC-Ukraine veröffentlicht wurden, betrafen die Inflationsprozesse fast alle Regionen des Landes. Im Durchschnitt stiegen die Kosten für Waren und Dienstleistungen in der Ukraine im Vergleich zu April um 0,9 %. Bemerkenswert ist, dass in keiner der Regionen ein Preisrückgang verzeichnet wurde.
Geografie der Preiserhöhungen: Wer zahlt mehr?
Obwohl die Inflation ein landesweites Phänomen wurde, variierten die Preisanstiegsraten je nach Region. Die Anführer bei den Preiserhöhungen waren die südlichen und zentralen Regionen. Der stärkste Preisschub wurde in der Oblast Nikolajew verzeichnet – hier stiegen die Preise um 1,6 %. Nicht weit dahinter liegt die Oblast Kirowohrad mit einem Wert von 1,3 %.
Deutlich über dem Durchschnitt lag die Inflation auch in den Oblasten Cherson (+1,2 %) und Iwano-Frankiwsk (+1,1 %). Ein Anstieg von 1,0 % wurde in den Oblasten Schytomyr, Riwne, Charkiw und Luhansk verzeichnet.
Gleichzeitig wurde die geringste Preiserhöhung im Westen des Landes festgestellt. In der Oblast Lwiw sowie in den Oblasten Wolyn und Iwano-Frankiwsk stiegen die Preise nur um 0,6 %, was den niedrigsten Wert für den Berichtszeitraum darstellte.
Was wurde teurer: Die Struktur der Inflation
Die Analyse der Daten des Staatlichen Statistikamtes ermöglicht es, die Warenkategorien zu identifizieren, die die Geldbeutel der Bürger am stärksten belastet haben. Anführer beim jährlichen Preisanstieg waren Fisch und Fischprodukte – ihre Kosten stiegen um mehr als 21 %.
Eine erhebliche Preiserhöhung betraf auch Grundnahrungsmittel. Brot und Backwaren wurden um 15,5–19,2 % teurer, und Sonnenblumenöl stieg fast um 19 % im Preis. Auch Alkohol- und Tabakerzeugnisse gerieten in die Risikozone und erhöhten ihren Preis um etwa 16 %.
Besonders hervorzuheben ist der Dienstleistungssektor. Verkehrsdienstleistungen verteuerten sich um etwa 20 %. Dieser Anstieg steht in direktem Zusammenhang mit der Erhöhung der Kraftstoffkosten und der Logistik, was sich unvermeidlich auf die Endverbraucher auswirkt.
Import als Marktfaktor
Angesichts des Anstiegs der Binnenpreise reagiert der Markt auch über externe Lieferungen. Die Statistik zeigt, dass die Ukraine im Zeitraum von Januar bis Mai 2026 die Importvolumen von Milchprodukten erheblich erhöht hat. Das größte Wachstum wurde bei den Lieferungen von Molke, Butter und Käse verzeichnet. Ein erheblicher Teil dieser Produkte gelangt aus Polen auf den ukrainischen Markt, was auf eine Umstrukturierung der Lieferketten und Versuche zur Ausbalancierung des inländischen Angebots hindeutet.