Die internationalen Reserven der Ukraine beliefen sich am 1. Juni 2026 laut vorläufigen Daten der Nationalbank auf 45,7 Milliarden US-Dollar. Trotz des Rückgangs im Mai betont die Regulierungsbehörde, dass der aktuelle Volumen an Mitteln ausreicht, um die Stabilität des Devisenmarktes aufrechtzuerhalten.
Gründe für den Rückgang der Reserven
Im Mai sanken die Reserven um 5,2 %. Die Nationalbank führte dies auf zwei Hauptfaktoren zurück: Deviseninterventionen der Regulierungsbehörde und staatliche Zahlungen zur Erfüllung externer Verpflichtungen. Das Volumen dieser Operationen überstieg die Einnahmen von internationalen Partnern und die Erträge aus der Platzierung von Devisenanleihen der innerstaatlichen Staatsverschuldung.
Eine Schlüsselrolle spielte das Eingreifen der NBU auf dem Devisenmarkt. Im Mai verringerte sich der Nettoverkauf von Währung durch die Regulierungsbehörde im Vergleich zu April um 12,4 %, blieb jedoch beträchtlich. Insgesamt verkaufte die Nationalbank im Laufe des Monats 3,13 Milliarden Dollar auf dem Markt.
Einnahmen und Ausgaben
Gleichzeitig flossen im Mai 599,2 Millionen Dollar auf die Devisenkonten der Regierung bei der Nationalbank. Davon kamen 498,8 Millionen Dollar über Konten der Weltbank, weitere 100,4 Millionen Dollar wurden durch die Platzierung von Devisen-OVGB (staatliche Anleihen) aufgenommen.
Für die Bedienung und Tilgung der Staatsverschuldung in Fremdwährung zahlte die Ukraine 126,2 Millionen Dollar. Im Einzelnen:
- 12,9 Millionen Dollar – zur Tilgung der Schuld gegenüber der Weltbank;
- 7,9 Millionen Dollar – zur Bedienung der Devisen-OVGB;
- 105,4 Millionen Dollar – anderen Gläubigern.
Zusätzlich leistete die Ukraine im Mai eine Zahlung an den Internationalen Währungsfonds in Höhe von 274,9 Millionen Dollar.
Kompensation und Bewertung der Situation
Der Rückgang der Reserven wurde teilweise durch die Neubewertung von Finanzinstrumenten und den Einfluss von Marktfaktoren kompensiert. Dadurch erhöhten sich die Reserven um 441,9 Millionen Dollar.
Trotz des Rückgangs stellt die NBU fest, dass das aktuelle Niveau der internationalen Reserven ausreichend bleibt. Zum Beginn des Juni reichte ihr Volumen aus, um den zukünftigen Import von Waren und Dienstleistungen für 4,7 Monate zu finanzieren.