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title: "„Scheu, aber interessiert“: Investoren der erneuerbaren Energien in der Ukraine fordern Garantien vor neuen grünen Auktionen"
description: "Investoren in der ukrainischen erneuerbaren Energiebranche fürchten eine Wiederholung der Schuldenhistorie und fordern Garantien für pünktliche Zahlungen vor der Teilnahme an neuen grünen Auktionen"
date: 2026-09-05T11:20:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/investoren-erneuerbare-energien-ukraine-fordern-garantien
tags: [renewable-energy, ukraine, green-auctions, energy-debts, wind-energy, investment]
publisher: "XAB.info"
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# „Scheu, aber interessiert“: Investoren der erneuerbaren Energien in der Ukraine fordern Garantien vor neuen grünen Auktionen

![Windrad vor einem Weizenfeld und blauem Himmel – Symbol für die Entwicklung der erneuerbaren Energien in der Ukraine vor neuen Grünen Auktionen](https://xab.info/media/2026/09/05/investory-vozobnovlayemoy-energetike-boyatsya-dolgov/investory-vozobnovlayemoy-energetike-boyatsya-dolgov-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Etwa 4–5 Unternehmen prüfen die Teilnahme an neuen grünen Auktionen, fordern aber Zahlungsgarantien
- Das Schuldenproblem verschärfte sich nach den Vereinbarungen von 2020 über die Senkung des grünen Tarifs
- Die Gesamtschuld in der ukrainischen Energiebranche übersteigt 300 Mrd. Hrywnja, davon ca. 140 Mrd. in der Stromerzeugung
- Das aktuelle Tarifniveau deckt die vollen Kosten der EE-Erzeuger nicht

Der Markt für erneuerbare Energien in der Ukraine durchläuft einen widersprüchlichen Zeitraum: Einerseits zeigt die Wirtschaft Interesse an neuen grünen Auktionen, andererseits formt die jahrelange Geschichte der Nichtzahlungen und wachsenden Schulden eine stabile Vertrauensbarriere. Dies erklärte der Vorstandsvorsitzende der Ukrainischen Windenergie-Assoziation (UWEA), Andrej Konezchenkow, im Zusammenhang mit der Bereitschaft der Unternehmen, an Ausschreibungen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (EE) teilzunehmen. Seinen Worten zufolge prüfen derzeit etwa vier bis fünf Unternehmen die Möglichkeit, an neuen Auktionen teilzunehmen, wobei die Garantie für pünktliche Zahlungen seitens des Staates zur Schlüsselbedingung ihrer Teilnahme wird.

### Die Schuldenkrise als Erbe der Vereinbarungen von 2020

Die Wurzeln des aktuellen Problems reichen nach Einschätzung von Konezchenkow auf die Vereinbarungen von 2020 über die freiwillige Senkung des grünen Tarifs zurück. Damals einigten sich die Investoren auf eine Kürzung der Auszahlungen im Tausch gegen die Tilgung der angesammelten Schulden. Allerdings wurden, wie der UWEA-Chef betont, anschließend zusätzliche Mechanismen eingeführt, die entgegen den Erwartungen das Volumen der Schulden lediglich vergrößerten. „Diese 20 % haben ihre negative Rolle gespielt und die Menge der Schulden weiter erhöht. Bis heute klären wir diese Situation“, so Konezchenkow. Genau diese Erfahrung, seinen Worten zufolge, formt die psychologische Barriere: Die Unternehmen „haben Angst, prüfen aber gleichzeitig die Möglichkeit der Teilnahme an den Auktionen“.

### Tarifökonomie und sinkender Verbrauch

Ein weiterer Druckfaktor auf die Wirtschaftlichkeit der EE-Projekte ist das Niveau des Tarifs selbst. Wie zuvor der belgische Top-Manager und Experte für erneuerbare Energien Loïc Lerminio feststellte, deckt das aktuelle Niveau des grünen Tarifs die vollen Kosten der Stromerzeugerunternehmen bereits nicht mehr. Gleichzeitig sinkt der Stromverbrauch in der Ukraine weiter vor dem Hintergrund der abnehmenden wirtschaftlichen Aktivität und der Entwicklung eigener Erzeugungsanlagen bei Großverbrauchern. Die Gesamtheit dieser Faktoren macht neue Projekte ohne zusätzliche Garantien seitens des Staates weniger attraktiv.

### Umfang der Schuldenlast in der Energiebranche

Das Problem der Nichtzahlungen beschränkt sich nicht auf den EE-Sektor. Laut dem Direktor des Zentrums für Energieforschung, Alexander Charchenko, übersteigt die Gesamtschuldenlast in der ukrainischen Energiebranche 300 Milliarden Hrywnja, wovon etwa 140 Milliarden direkt auf die Stromerzeugung entfallen. Der amtierende Energieminister Artem Nekrasow bestätigte, dass Schulden auf dem Energiemarkt und verzögerte Zahlungen an die Erzeuger weiterhin eine der Hauptbarrieren für den Kapitalzufluss in den Sektor darstellen. Der stellvertretende Vorsitzende des Energieausschusses der Werchowna Rada, Alexej Kutscherenko, wies seinerseits darauf hin, dass die Schulden in Milliardenhöhe (Dutzende von Milliarden Hrywnja) gemessen werden und wachsende finanzielle Probleme für die Branche insgesamt verursachen.

### Widersprüchliche Daten

Im öffentlichen Diskurs über den Umfang der Schuldenlast bestehen Abweichungen in den Zahlen und Formulierungen. Alexander Charchenko operiert mit einer Summe von über 300 Mrd. Hrywnja für die Energiebranche insgesamt und etwa 140 Mrd. Hrywnja für die Stromerzeugung. Alexej Kutscherenko charakterisiert das Schuldenvolumen als „Dutzende von Milliarden Hrywnja“, was als eine zurückhaltendere Einschätzung wahrgenommen werden kann. Der Unterschied erklärt sich vermutlich durch eine unterschiedliche Berechnungsmethodik: Charchenko schließt vermutlich die Gesamtschuld aller Marktteilnehmer (Erzeugung, Übertragung, Vertrieb, Verbraucher) in die Berechnung ein, während Kutscherenko sich auf eine konkrete Unterkategorie oder auf die reine Nichtzahlung in einem bestimmten Segment beziehen mag. Darüber hinaus verweist Konezchenkow auf die Rolle des „20-Prozent-Mechanismus“ bei der Schuldenzunahme, wobei der genaue Rechtsakt und dessen Geltungszeitraum in seiner Aussage nicht näher ausgeführt werden, was Raum für verschiedene Interpretationen lässt.

### Was weiter: Bedingungen für die Rückkehr der Investitionen

Die Lage auf dem EE-Markt der Ukraine bleibt bis September 2026 in einem Zustand des Abwartens. Die vier bis fünf Unternehmen, die eine Teilnahme an neuen Auktionen prüfen, stellen den Staat faktisch vor eine Wahl: rechtlich verankerte Zahlungsgarantien zu bieten oder ohnehin den begrenzten Pool potenzieller Investoren zu verlieren. Ohne Lösung des Problems der jahrelangen Nichtzahlungen und eine Überarbeitung des Tarifmodells ist, so die Einschätzung der Experten, eine großflächige Rückkehr privaten Kapitals in den Sektor der erneuerbaren Energien in der Mittelfristperspektive unwahrscheinlich.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Investoren fürchten eine Wiederholung der Schuldenhistorie in den erneuerbaren Energien, – Experte](https://www.rbc.ua/ukr/news/investori-boyatsya-povtorennya-istoriyi-borgami-1788606974.html) - Прямые цитаты А. Конеченкова о страхах инвесторов, 4-5 компаниях, 2020-х договорённостях и 20%-м механизме. Контекстные данные по долгам (Харченко, Некрасов, Кучеренко, Лерминьо) приведены как ранее опубликованные заявления.

## ❓ FAQ

### Q: Wie viele Unternehmen prüfen die Teilnahme an neuen grünen Auktionen in der Ukraine?
**A:** Laut dem UWEA-Vorsitzenden Andrej Konezchenkow prüfen derzeit etwa vier bis fünf Unternehmen die Möglichkeit der Teilnahme an den Auktionen.

### Q: Warum fürchten Investoren, an neuen EE-Projekten teilzunehmen?
**A:** Die Hauptursache ist die jahrelange Geschichte der Nichtzahlungen, die sich nach den Vereinbarungen von 2020 über die freiwillige Senkung des grünen Tarifs verschärfte. Die Unternehmen fordern Garantien, dass sich die Situation mit den jahrelangen Schulden nicht wiederholt.

### Q: Wie hoch ist das Gesamtvolumen der Schulden in der ukrainischen Energiebranche?
**A:** Nach Einschätzung des Direktors des Zentrums für Energieforschung, Alexander Charchenko, übersteigt die Gesamtschuld 300 Milliarden Hrywnja, wovon etwa 140 Milliarden auf die Stromerzeugung entfallen.

### Q: Warum gilt der aktuelle grüne Tarif als unzureichend?
**A:** Wie der belgische Experte Loïc Lerminio feststellte, deckt das aktuelle Tarifniveau die vollen Kosten der Erzeugerunternehmen nicht, während der Stromverbrauch im Land wegen der abnehmenden wirtschaftlichen Aktivität sinkt.