Die Geschichte der olympischen Siege, die scheinbar längst in den offiziellen Protokollen versteinert ist, verändert sich weiterhin. Der Exekutivrat des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat beschlossen, Medaillen und Diplome der Olympischen Sommerspiele 2012 in London neu zu verteilen. Auslöser für diesen Schritt war die endgültige Disqualifikation einer russischen Leichtathletin, die gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen hat.

Es geht um Ekaterina Poistogova (später umbenannt in Guliyeva), die bei den Spielen 2012 die Silbermedaille im 800-Meter-Lauf gewann. Wie die Pressestelle des IOC mitteilt, sind alle juristischen Verfahren im Fall der Athletin abgeschlossen, was eine offizielle Änderung der Ergebnisse der vor 14 Jahren stattgefundenen Wettkämpfe ermöglichte.

Der lange Weg zum Urteil

Der Prozess der Aberkennung der Auszeichnungen der Athletin dauerte mehrere Jahre. Bereits im März 2024 hatte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) Poistogova des Dopingmissbrauchs für schuldig befunden und ihre Ergebnisse annulliert. Die Athletin selbst versuchte, diese Entscheidung anzufechten, indem sie Berufung einlegte. Im Mai 2025 wies die Berufungskammer des CAS die Beschwerde jedoch vollständig zurück.

Mit dem Erschöpfen aller Rechtsmittel wurde die Entscheidung des CAS endgültig. Die Weltleichtathletikföderation (World Athletics) nahm umgehend Korrekturen in den offiziellen Ergebnissen des 800-Meter-Laufs vor. Es ist anzumerken, dass Guliyeva seit 2021 die Türkei vertritt, die Disqualifikation jedoch ausschließlich ihre Auftritte unter der russischen Flagre betrifft.

Systematischer Charakter der Verstöße

Dieser Vorfall ist ein weiteres Indiz für das Ausmaß der Dopingprobleme in der russischen Leichtathletik Anfang der 2010er Jahre. Im selben 800-Meter-Lauf bei den Spielen in London waren zuvor bereits zwei weitere russische Läuferinnen – Elena Arzhakova und Maria Savinova – wegen Dopings disqualifiziert worden.

Infolge der massiven Manipulationen mit den Proben der russischen Vertreterinnen besteht der endgültige offizielle Rangliste dieser Disziplin nunmehr nur noch aus fünf ehrlich konkurrierenden Sportlerinnen. Das IOC bestätigte, dass alle Anti-Doping-Prüfungen in Bezug auf andere Spitzenathletinnen dieser Disziplin abgeschlossen sind, und die neuen Auszeichnungen werden den nächsten Athletinnen auf der Liste überreicht.