Im August 2026 erhielt die US-amerikanische Firma IonQ, einer der führenden Anbieter im Bereich des Quantencomputings, einen erheblichen Schub für ihre Aktivitäten im Bereich der Präzisionschronometrie. Das US-Verteidigungsministeriumsamt für fortschrittliche Forschungsprojekte (DARPA) unterzeichnete einen zusätzlichen Vertrag über 28 Millionen US-Dollar. Ziel des Abkommens ist die Skalierung der Produktion kompakter optischer Atomuhren des Modells Evergreen-05. Im Rahmen dieses Vertrags verpflichtet sich IonQ, 125 Einheiten dieses hochpräzisen Geräts für staatliche Auftraggeber der USA herzustellen und zu liefern.
Technologischer Durchbruch: Von Laborschienen zu Schuhkartons
Die Hauptinnovation, die diesem Vertrag zugrunde liegt, ist die drastische Verkleinerung der Abmessungen optischer Atomuhren ohne Verlust an Genauigkeit. Herkömmliche Laborprototypen solcher Geräte erfordern ganze Regale voller Ausrüstung und eine komplexe Infrastruktur für den Betrieb. Die Uhren Evergreen-05 hingegen passen in ein Gehäuse mit einem Volumen von nur etwa fünf Litern – ungefähr so groß wie ein Schuhkarton. Dies macht sie für die Installation auf mobilen Plattformen geeignet, einschließlich Landfahrzeugen, Schiffen und Luftfahrzeugen, was für Instrumente dieser Klasse zuvor technisch unmöglich war.
Strategische Autonomie: Unabhängigkeit vom GPS
Das Projekt wird im Rahmen des DARPA-Programms „It's About Time' umgesetzt, dessen strategisches Ziel die Entwicklung autonomer, ultrapräziser Synchronisationssysteme ist, die nicht von der Satellitennavigation abhängen. Angesichts der aktuellen geopolitischen Spannungen, bei denen das GPS-Signal unzugänglich sein oder vom Gegner absichtlich unterdrückt werden kann, werden solche Uhren zu einem kritischen Asset. Sie dienen der Sicherstellung des Betriebs von Radarsystemen, geschützten Kommunikationssystemen, hochpräziser Navigation und Geolokalisierung und garantieren die Funktionsfähigkeit der Streitkräfte auch unter Bedingungen elektronischer Kriegsführung.
Unglaubliche Präzision: Eine Sekunde in 30 Millionen Jahren
Trotz ihrer winzigen Abmessungen zeigt das System Evergreen-05 beeindruckende Stabilitätswerte bei der Synchronisation – auf dem Niveau von 50 Femtosekunden pro Sekunde. Das Gerät kann die Genauigkeit im Nanosekundenbereich über zehn Tage hinweg ohne externe Zeitquelle aufrechterhalten. Die Ingenieure von IonQ geben an, dass diese Präzision einer Akkumulation eines Fehlers von weniger als einer Sekunde über einen Zeitraum von etwa 30 Millionen Jahren entspricht. Dies macht die Uhren zu einem idealen Werkzeug für Aufgaben, die eine extreme Datensynchronisation und Positionsbestimmung in Echtzeit erfordern.
Skalierung der Produktion und Investitionen
Um den neuen Auftrag zu erfüllen, plant IonQ, weitere 15 Millionen Dollar aus eigenen Mitteln zu investieren. Diese Mittel werden für den Bau spezialisierter Produktionsräume, den Kauf notwendiger Ausrüstung, die Schaffung einer Testinfrastruktur und die Einstellung neuer Mitarbeiter verwendet. Das Unternehmen hofft, von einer begrenzten Prototypenfertigung zur vollständigen Serienproduktion solcher Systeme überzugehen. Die Technologie Evergreen-05 ging an IonQ über, nachdem das Unternehmen 2025 den Start-up Vector Atomic übernommen hatte, was die Vereinigung der Ressourcen des Quantentechnologie-Riesen mit fortschrittlichen Entwicklungen im Bereich der Atomchronometrie ermöglichte.