Ein modernes Smartphone verfügt über eine Rechenleistung, die die Möglichkeiten des Bordcomputers, der die erste Mondlandung des Menschen im Jahr 1969 ermöglichte, um ein Vielfaches übertrifft. Ein Vergleich der technischen Spezifikationen verdeutlicht eindrucksvoll das Tempo des technologischen Fortschritts in den letzten fünf Jahrzehnten.

RBC-Ukraine veröffentlichte unter Berufung auf eine Studie von Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology (MIT) eine detaillierte Analyse der Entwicklung der Computertechnik in der Luft- und Raumfahrt.

Technische Spezifikationen des AGC

Das Kommandomodul der Mission „Apollo 11' war mit dem AGC (Apollo Guidance Computer) ausgestattet. Zum Zeitpunkt seiner Entwicklung war dies eine hochmoderne Technik, doch nach heutigen Maßstäben wirken seine Parameter äußerst bescheiden.

Laut der Dokumentation des MIT verfügte der Bordcomputer AGC über folgende Spezifikationen:

  • Arbeitsspeicher (RAM): Insgesamt 2.048 überschreibbare „Wörter'. Da ein Wort aus 16 Bit bestand, betrug das Gesamtvolumen 32.768 Bit oder genau 4 Kilobyte.
  • Festspeicher (ROM): Das Gerät enthielt 72 Kilobyte Daten, die nicht überschrieben werden konnten.
  • Prozessorfrequenz: Der zentrale Prozessor arbeitete mit einer Frequenz von 2,048 MHz, seine effektive Geschwindigkeit lag jedoch bei etwa 0,043 MHz.

Vergleich mit modernen Smartphones

Zum Vergleich betrachten wir die Spezifikationen eines modernen Flaggschiff-Smartphones, beispielsweise des iPhone 17 Pro. Die Lücke in der Leistung ist enorm:

  • Arbeitsspeicher: Das iPhone 17 Pro verfügt über 12 Gigabyte RAM. Das ist etwa 2,93 Millionen Mal mehr als beim „Apollo'-Computer.
  • Prozessorfrequenz: Die Prozessoren moderner Smartphones arbeiten im Bereich von 850 bis 2100 MHz, was um Größenordnungen über den Werten des AGC liegt.
  • Speicherkapazität: Ein Smartphone kann bis zu 1 Terabyte an Informationen speichern, während die Rakete nur über 72 Kilobyte verfügte.

Wissenschaftler betonen: Selbst wenn man die Rechenleistung aller jemals gebauten AGC-Module in einem einzigen System zusammenfassen würde, käme sie immer noch nicht an die Möglichkeiten eines einzigen modernen Smartphones heran.

Warum ein iPhone den Bordcomputer nicht ersetzen kann

Trotz des offensichtlichen Vorteils mobiler Geräte in Bezug auf die Zahlen wäre die Installation eines iPhones in einem Raumschiff ein Rückschritt für die Luft- und Raumfahrtindustrie. Wissenschaftler erklären dies mit fundamentalen Unterschieden in der Architektur und den Anforderungen an die Zuverlässigkeit.

Für die Steuerung von Raketen ist ein spezialisiertes System erforderlich, das eine hohe Strahlungsbeständigkeit und garantierte Ausfallsicherheit aufweist. Moderne Raumfahrzeuge benötigen eine spezifische Rechenleistung.

Als Beispiel kann die Rakete Falcon 9 von SpaceX dienen. Sie verwendet Dual-Core-Prozessoren mit einer Taktfrequenz von etwa 4,10 GHz, was die Spitzenfrequenz mobiler Chips verdoppelt. Die Hauptaufgabe für neue Mondmissionen besteht weniger in der „rohen' Leistung der Prozessoren, sondern vielmehr in der physischen Zuverlässigkeit und Sicherheit der Raketensysteme.