In Teheran gab es überraschende Eingeständnisse angesichts der angespannten Lage rund um den Vorfall im Kaspischen Meer. Der iranische Beamte Mohsen Rezai erklärte, dass das Land tatsächlich die Möglichkeit eines Vergeltungsschlags gegen drei Ziele auf ukrainischem Territorium erwogen habe. Laut ihm war der Plan zur Umsetzung bereit, wurde jedoch letztendlich verworfen.
Eingeständnis der Angriffsbereitschaft
Rezai bestätigte, dass die iranische Seite bereit gewesen sei, Gewalt anzuwenden. „Wir waren bereit, drei Ziele auf ukrainischem Territorium anzugreifen, aber nachdem das Land seine Entschuldigung ausgesprochen hatte, haben wir den Angriff abgesagt“, so er. Diese Worte fielen vor dem Hintergrund anhaltender Drohungen Teherans als Reaktion auf den Angriff Ende Juli.
Vorfall im Kaspischen Meer
Die Situation spitzte sich am 26. Juli zu, als der Iran die Ukraine des Angriffs auf ein ziviles Schiff im Kaspischen Meer beschuldigte. In Teheran wurde von einem getöteten und einem verletzten Matrosen berichtet. Gleichzeitig teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine andere Version mit: Er nannte den Angriff erfolgreich und erklärte, das Schiff sei für den Transport von Militärgütern nach Russland genutzt worden.
Wie Medien berichten, erwog der Iran als Reaktion auf den Vorfall einen Raketenangriff auf einen der ukrainischen Seehäfen. Nach einem Telefonat zwischen dem ukrainischen Außenminister Andriy Sybyga und seinem iranischen Kollegen wurde die Situation jedoch deeskaliert. Kiew betonte, dass seine Maßnahmen ausschließlich dem Schutz vor russischer Aggression dienten, und forderte den Iran auf, die Unterstützung des russischen Krieges einzustellen.