Die politische Spannung rund um ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran erreichte Anfang Juni ihren Höhepunkt. Die Erwartungen, dass das Dokument am Sonntag, dem 14. Juni, unterzeichnet werden würde, wurden durch eine offizielle Erklärung Teherans zunichte gemacht. Die iranischen Behörden lehnten es kategorisch ab, das Schicksal des Friedensvertrags mit den persönlichen Feiertagen des amerikanischen Führers zu verknüpfen.

Ablehnung von „Medienmanövern“

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, bestätigte offiziell, dass das gemeinsame Memorandum zur Einleitung der Beilegung des Krieges nicht am 80. Geburtstag von Donald Trump unterzeichnet werden wird. Laut dem Diplomaten bleibt das genaue Datum der Unterzeichnung ungewiss, und obwohl die Wahrscheinlichkeit eines Abkommens in den nächsten Tagen nicht ausgeschlossen ist, mahnt Teheran zur Vorsicht.

„Angesichts der Instabilität der Gegenseite müssen wir bei allen Aussagen zu diesem Prozess vorsichtig sein“, erklärte Baghaei. Das iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die einen Vertreter des Außenministeriums zitiert, stellt fest, dass das Dokument die Kampfhandlungen beenden soll, die Frage des Atomprogramms jedoch in dieser Phase nicht darin enthalten ist.

Innere Position Teherans

Die Agentur Fars, die mit den Revolutionsgarden (IRGC) verbunden ist, warf Licht auf die Motivation der iranischen Seite. Laut der Quelle beabsichtigen die iranischen Verhandler keine „medialen und zeremoniellen Manöver“ seitens der USA zuzulassen. Eine Unterzeichnung am Geburtstag des US-Präsidenten würde als Konzession gewertet, auf die Teheran nicht bereit ist.

Eine Quelle, die der Verhandlungsgruppe nahesteht, berichtete der Agentur, dass die endgültige Entscheidung noch nicht getroffen wurde. Die Behörden untersuchen weiterhin die „politischen, rechtlichen und technischen Aspekte“ der vorgelegten Vorschläge im Detail. Dies deutet darauf hin, dass der Abstimmungsprozess in der Endphase ist, aber eine sorgfältige Ausarbeitung der Details erfordert.

Dynamik der Verhandlungen und die Rolle Pakistans

Die Situation entwickelte sich rasch. Am 11. Juni kündigte Donald Trump die Absage geplanter Angriffe auf Ziele im Iran an und begründete dies mit dem Erfolg der Verhandlungen. Gleichzeitig ließ er verlauten, dass das Abkommen in den kommenden Wochen unterzeichnet werden könnte. Am 12. Juni bestätigte der Sprecher des iranischen Außenministeriums Baghaei, dass die Hauptpunkte des Memorandums praktisch abgestimmt sind.

Eine Schlüsselrolle im Prozess spielt Pakistan als Vermittler. Premierminister Shehbaz Sharif erklärte am Abend des 12. Juni, dass der endgültige Text des Friedensabkommens abgestimmt sei. Am nächsten Tag präzisierte er, dass die finale Abstimmung innerhalb von 24 Stunden erwartet werde, und fügte hinzu: „Pakistan bereitet sich auf die elektronische Unterzeichnung des Friedensabkommens unmittelbar danach vor“.

Was kommt als Nächstes?

Trotz der Ablehnung des symbolischen Datums bleibt die Tatsache der Bereitschaft beider Seiten zum Dialog bestehen. Das Memorandum, das die Kampfhandlungen beenden soll, befindet sich in der Phase der endgültigen juristischen und politischen Prüfung. Die iranischen Behörden setzen auf Souveränität und den Verzicht auf Druck und lehnen alle Formate ab, die als politische Konjunktur interpretiert werden könnten.