Der diplomatische Dialog zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten, der über Vermittler geführt wurde, wurde offiziell ausgesetzt. Teheran hat die Entscheidung bekannt gegeben, den Austausch von Botschaften vor dem Hintergrund einer scharfen Eskalation der Kampfhandlungen im Libanon zu beenden. Iranische Behörden erklärten, dass die Fortsetzung der „Verbrechen“ Israels weitere Diskussionen über Sicherheitsfragen im aktuellen Format unmöglich gemacht habe.

Abbruch diplomatischer Kontakte

Laut der Nachrichtenagentur Tasnim hat die iranische Verhandlungsgruppe beschlossen, eine Pause im Dialog einzulegen, und berief sich dabei auf die Verletzung der Bedingungen, die ursprünglich der Idee eines Waffenstillstands zugrunde lagen. Ein Schlüsselfaktor war die Verschärfung der Lage im Libanon, die Teheran als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Stabilisierung der Region ansieht. Iranische Beamte betonten, dass keine Verhandlungen stattfinden werden, solange nicht eine sofortige Beendigung der „aggressiven und barbarischen Operationen“ der israelischen Armee in Gaza und im Libanon sowie ein vollständiger Abzug der Truppen aus den besetzten Gebieten gewährleistet ist.

Drohung mit der Eröffnung neuer Fronten

Als Reaktion auf die Intensivierung der Kampfhandlungen erklärten iranische Militärs und ihnen verbündete Gruppen der „Widerstandsfront“ ihre Entschlossenheit, auf die Aktionen Israels zu reagieren. Auf die Tagesordnung wurde die Diskussion über die Möglichkeit der Eröffnung neuer Fronten und die Durchführung großangelegter Operationen gesetzt. Insbesondere schlossen Teheran und seine Verbündeten eine vollständige Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus sowie eine Intensivierung der Aktivitäten im Bereich der Straße von Bab el-Mandeb nicht aus.

Hintergrund der Verhandlungen und Druck durch Washington

Zuvor hatten Medien berichtet, dass sich der Iran und die USA angeblich einem Rahmenabkommen genähert hätten. Der Entwurf des Dokuments sah einen 60-tägigen Waffenstillstand, die Wiederherstellung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus und die Wiederaufnahme der Verhandlungen über das iranische Atomprogramm vor. Präsident der USA, Donald Trump, hat jedoch den Druck auf Teheran erhöht und erklärt, bereit zu sein, Angriffe wieder aufzunehmen, falls die Forderungen Washingtons nicht erfüllt werden. Zu den Schlüsselbedingungen der USA gehören weiterhin die Öffnung der Straße von Hormus und die Aufgabe der Entwicklung von Atomwaffen durch den Iran.