In Teheran wurden scharfe Vorwürfe gegen die amerikanische Militärführung erhoben. General Hossein Mohabbat der Revolutionsgarden (IRGC) erklärte, die offiziellen Angaben Washingtons zu den Verlusten während der jüngsten Eskalation seien „offene Lügen“. Laut dem iranischen General habe die tatsächliche Zahl der getöteten US-Soldaten 200 Personen überschritten.

Diese Aussagen erfolgten vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen den beiden Ländern. Mohabbat wies die von der amerikanischen Seite vorgelegte Statistik kategorisch zurück und schlug eine radikale Methode zur Überprüfung der Informationen vor: Unabhängige Journalisten sollten zu den zerstörten Basen eingeladen werden, um die Ausmaße der Zerstörung mit eigenen Augen zu beurteilen.

Details zur Operation „Nasr II“

Der General enthüllte Details zu Irans Gegenmaßnahmen, die in Teheran als Operation „Nasr II“ bezeichnet werden. Nach seinen Angaben griffen iranische Kräfte im Rahmen dieser Kampagne acht Standorte amerikanischer Truppen an. In einem der Vorfälle wurden 20 Schutzbunker vollständig zerstört. Mohabbat betonte, dass die Zahl der verwundeten US-Soldaten die Zahl der Getöteten deutlich übersteige.

„Das amerikanische Volk darf es seinen lügenhaften Kommandeuren nicht erlauben, sie für Dummköpfe zu halten“, erklärte der IRGC-Vertreter in einer Ansprache an die US-Öffentlichkeit. Diese Worte fielen, nachdem die US-Luftwaffe 13 Nächte hintereinander Angriffe auf iranisches Territorium geflogen hatte. Nach Angaben Teherans befanden sich unter den Zielen auch zivile Objekte.

Kontext des Konflikts und fehlende unabhängige Bestätigungen

Bisher gibt es keine unabhängige Bestätigung der Zahlen von 200 Toten. Der Pentagon und das US-Zentralbefehlshaberamt (CENTCOM) haben nach der letzten Angriffswelle keine offiziellen Verlustzahlen veröffentlicht. Dennoch deutet die bloße Tatsache der Aussage des IRGC-Generals auf einen hohen Grad an Unzufriedenheit Teherans mit dem aktuellen Verlauf der Ereignisse hin.

Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran, der am 28. Februar begann, dauerte 40 Tage, bis sich die Parteien am 8. April auf einen Waffenstillstand einigten. Mitte Juni wurde unter Vermittlung Pakistans eine Absichtserklärung unterzeichnet, doch die Vereinbarungen hielten nicht lange an, und die Parteien setzten die gegenseitigen Angriffe fort.

Reaktion Washingtons und Eskalationsgefahr

US-Präsident Donald Trump überwachte persönlich den Prozess der Angriffe auf den Iran über zwei Wochen hinweg und genehmigte täglich nach dem Mittagessen die Angriffspläne. Nach 13 Tagen intensiver Bombardierungen befahl Trump, die Angriffe auf iranisches Territorium einzustellen. Dennoch bleibt die Gefahr einer Wiederaufnahme der Kampfhandlungen real. Vor einigen Tagen erklärte Trump, er erwäge eine neue großangelegte Militäroperation gegen den Iran, deren Intensität die Angriffe im Frühling übertreffen werde.