In der Nacht zum 11. Juni hat sich die Lage im Persischen Golf drastisch verschärft. Die Streitkräfte des Irans haben offiziell die vollständige Schließung der Straße von Hormus für die Schifffahrt erklärt. Diese Entscheidung ist eine direkte Antwort auf die Wiederaufnahme militärischer Aktionen und Luftangriffe der USA auf iranisches Hoheitsgebiet.

Totale Blockade und Drohung mit Beschuss

In der Erklärung der iranischen Seite befindet sich eine kategorische Warnung: Aufgrund der unsicheren Lage ist die Straße für alle Schiffstypen gesperrt. Dies betrifft sowohl Öltanker als auch gewöhnliche Handelsschiffe. Die iranischen Behörden haben gewarnt, dass jedes Schiff, das versucht, die Blockade zu durchbrechen, beschossen werden wird.

Dem Nachrichtenagentur Tasnim zufolge, die sich auf die Marine des Korps der Wächter der Islamischen Revolution (IRGC) bezieht, haben iranische Truppen bereits Versuche zweier Schiffe, die Straße zu passieren, verhindert. Dies bestätigt, dass die Drohung nicht nur leere Rhetorik ist, sondern in der Praxis umgesetzt wird.

Widersprüchliche Versionen

Die amerikanische Seite stimmt der Einschätzung Teherans kategorisch nicht zu. Das US-Zentralbefehlshaber (CENTCOM) hat in seinem Account im sozialen Netzwerk X die Informationen über die Schließung der Straße widerlegt. Laut dem Pentagon passieren Handelsschiffe den Wasserweg weiterhin ungehindert in beide Richtungen.

Der historische Kontext lässt jedoch die Worte des Irans ernst nehmen. Bereits im Februar, nach Beginn der aktiven Phase des Konflikts, war der Zugang zur Straße für mehrere Monate blockiert. In diesem Zeitraum fiel das Schifffahrtsvolumen, laut Schätzungen von JPMorgan, auf ein kritisches Niveau von 15 % des Vorkriegsniveaus.

Eskalation des Konflikts: vom abgeschossenen Hubschrauber bis zu neuen Angriffen

Die aktuelle Welle der Gewalt begann mit einem Vorfall am 9. Juni. US-Präsident Donald Trump teilte mit, dass iranische Kräfte im Bereich der Straße von Hormus einen amerikanischen Kampfhubschrauber AH-64 abgeschossen haben. Als Reaktion darauf versprach Washington einen Vergeltungsschlag.

Die Nacht zum 10. Juni war geprägt von einer Serie von US-Luftangriffen auf iranische Luftabwehranlagen, Bodenkommandozentralen und andere strategische Ziele. Der Iran antwortete symmetrisch und erklärte, Angriffe auf US-Objekte im Nahen Osten verübt zu haben.

Die gegenseitigen Beschüsse haben nicht aufgehört. Am Tag des 10. Juni erklärte Trump, dass der Iran die Verhandlungen hinauszögere und das Land dafür „bezahlen“ müsse. Am Abend desselben Tages berichteten Medien über ein Treffen im Lagezentrum des Weißen Hauses, bei dem die Möglichkeit eines großangelegten, aber kurzfristigen Angriffs zur Druckausübung auf Teheran diskutiert wurde.

Der Pentagon-Chef Pete Hegseth bestätigte die Bereitschaft zu neuen Maßnahmen und erklärte, dass der Schlag innerhalb von 24 Stunden erfolgen werde. Die Prognose erfüllte sich: In der Nacht zum 11. Juni setzten die US-Truppen die Bombardierung des Irans fort, was die Entscheidung zur Schließung der Straße von Hormus auslöste.