In Teheran wurden unerwartete Aussagen getätigt, die die geopolitische Lage im Persischen Golf grundlegend verändern könnten. Trotz aktiver diplomatischer Bemühungen und der Meldung, dass ein Abkommen mit Oman zur Kontrolle des Hormus-Straßes kurz vor dem Abschluss steht, hat Iran offiziell erklärt, dass dies für die Wiederaufnahme der Schifffahrt nicht ausreicht. Der Sekretär des Obersten Rates für nationale Sicherheit Irans, Mohammad Bagher Zolqadr, hat am Samstag eine harte Position bezogen: Die Öffnung der strategischen Wasserstraße hängt direkt von der Erfüllung eines Komplexes von Forderungen durch Washington ab, die Teheran als „Korrektur des Verhaltens“ der USA bezeichnet hat.
Sechs Punkte des Ultimats von Teheran
Laut einer am Samstag, dem 8. August 2026, veröffentlichten Erklärung von Zolqadr, beabsichtigt Iran nicht, die Straße zu öffnen, solange die USA eine Reihe von kritisch wichtigen Bedingungen nicht erfüllen. Zu den Forderungen gehören: die sofortige Aufhebung der Seeblockade und der vollständige Abzug der Truppen vom Territorium Irans, die Zahlung von Kriegsschadensersatz sowie die vollständige Aufhebung der Einfrierung iranischer Vermögenswerte im Westen. Darüber hinaus fordert Iran von den USA die Einstellung aller Angriffe auf seine Verbündeten in der Region und das Ende aller Bedrohungen gegenüber Teheran. Der Pressesprecher des Korps der Wächter der Islamischen Revolution (IRGC), Hossein Mohabbat, hatte bereits zuvor betont, dass die Öffnung der Straße „nicht von den iranisch-omanischen Verhandlungen abhängt“, was die Härte der Position der Islamischen Republik bestätigt.
Druck auf die Trump-Administration vor den Wahlen
Analysten stellen fest, dass diese Forderungen wahrscheinlich erheblichen Druck auf den US-Präsidenten Donald Trump ausüben werden. Vor den Zwischenwahlen im November, die für die Republikaner von entscheidender Bedeutung sind, wird die Senkung der Verbraucherpreise für Energieträger zur Priorität Nummer eins. Die Blockade des Hormus-Straßes, durch den ein erheblicher Teil der weltweiten Ölversorgung fließt, hält die Preise auf hohem Niveau. Die NYT stellt fest, dass die Liste der Forderungen von Zolqadr „die Erwartungen auf den Kopf gestellt hat“, da viele gehofft hatten, dass ein Deal mit Oman den Handel schnell wieder aufnehmen und die Kraftstoffpreise senken würde. Jetzt ist Trump gezwungen, die Bedingungen Irans zu prüfen, wenn er der Wählerschaft Kontrolle über die Situation demonstrieren möchte.
Innere Konflikte im Pentagon und das Problem mit Raketen
Die Situation wird durch interne Probleme in der amerikanischen Administration verschärft. Der US-Senat hat zwar eine vorübergehende Finanzierung der Regierung genehmigt, sich aber geweigert, die Forderung Trumps zu unterstützen, etwa 70 Milliarden Dollar für Militärausgaben für Kampfhandlungen gegen Iran bereitzustellen. Darüber hinaus berichten die Medien über einen schweren Konflikt zwischen dem Chef des Weißen Hauses und dem Verteidigungsminister Pete Hegseth. Der Konflikt entstand vor dem Hintergrund, dass die USA während des Krieges mit Iran einen kritischen Mangel an Raketen erlebt haben. Trump forderte vom Pentagon Erklärungen, warum er nicht über den Mangel an Munition informiert wurde und wie dies geschehen konnte, was die Bereitschaft der USA zur Eskalation des Konflikts in Frage stellt.
Widersprüchliche Daten
Es gibt eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen westlicher Diplomaten und den tatsächlichen Absichten Teherans. Einerseits deuten Quellen darauf hin, dass das Abkommen mit Oman zur Kontrolle der Straße „kurz vor dem Abschluss steht“, was die Illusion einer baldigen Lösung der Krise schuf. Andererseits betonen iranische Beamte, einschließlich Zolqadr und Vertreter des IRGC, kategorisch, dass jegliche Vereinbarungen mit Drittparteien keine Gültigkeit haben, ohne dass die Bedingungen Irans direkt von den USA erfüllt werden. Dies schafft eine komplexe Situation, in der der diplomatische Fortschritt in Oman durch politische Forderungen in Teheran blockiert werden könnte.