Der Vorsitzende des Kurultais der krimtatarischen Nation, Refat Tschubarow, erklärte, dass eine weitere Isolierung der besetzten Halbinsel und die Entziehung kritischer Ressourcen wie Treibstoff und Strom von den russischen Truppen den Kreml zu Verhandlungen zwingen oder einen Abzug der Armee einleiten könnten. Dies berichtet RBK-Ukraine unter Berufung auf News.Live.
Laut Tschubarow steht die vorübergehend besetzte Region derzeit am Rande der Panik. Obwohl unter den Russen noch kein offener Chaos herrscht, steigt die Spannung rapide an. In pro-russischen Social-Media-Kanälen äußern die Bewohner der Krim zunehmend Unzufriedenheit und fragen, warum die Besatzungsbehörden keine klaren Antworten auf Sicherheitsbedrohungen geben und wo die von Moscow versprochene Hilfe bleibt.
Logistische Schwachstellen der russischen Truppengruppe
Der Anführer der Krimtataren ist der Ansicht, dass die Aufrechterhaltung der russischen Truppengruppe erheblich erschwert wird, wenn den Besatzern Strom und Treibstoff entzogen werden. Derzeit stützen sich alle Lieferungen des Gegners ausschließlich auf zwei Routen:
- Landkorridor durch die besetzten Städte Mariupol und Melitopol.
- Kertscher Brücke.
Tschubarow ist überzeugt, dass eine vollständige Isolierung der Halbinsel und die Zerstörung dieser logistischen Wege Moskau vor eine harte Wahl stellen werden: entweder an den Verhandlungstisch zu gehen oder einen großangelegten Abzug der Truppen zu beginnen. „Sobald sie mit der Evakuierung der Soldaten beginnen, wird die Panik einsetzen', betonte er.
Reaktion der Behörden und Pläne Kiews
Aufgrund der wachsenden Spannung haben die Besatzungsbehörden der Halbinsel am 26. Juni den Ausnahmezustand regionalen Charakters auf dem gesamten Gebiet der Krim und der Stadt Sewastopol ausgerufen. Der sogenannte Gouverneur der Krim, Sergei Aksjonow, erklärte, dass die Entscheidung um 13:00 Uhr in Kraft getreten sei und angeblich dazu dienen solle, „wirtschaftliche Fragen zu ordnen'.
Diesem Schritt ging eine weit beachtete Erklärung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj voraus. Der Staatsoberhaupt betonte, dass die Operation der Ukraine in der Krim sorgfältig durchdacht sei. Selenskyj unterstrich, dass, falls die Partner der G7 Kiew die notwendigen Mittel bereitstellen, über die verhandelt wurde, die Ukraine rasch Bedingungen schaffen werde, unter denen Russland gezwungen sein wird, den Frieden zu wählen.