Laut dem Technologie-Medium Ctech hat das israelische Verteidigungsministerium zwei Rüstungskonzerne – Rafael und Elbit Systems – beauftragt, einen neuen Typ gelenkter Munition zu entwickeln, der auf die Besonderheiten des US-amerikanischen Zielkorrektursystems JDAM ausgerichtet ist. Das Programm wurde bereits gestartet, und der Beginn der Serienproduktion soll laut vorliegenden Informationen bis Mitte 2027 erwartet werden. Die konkreten technischen Merkmale der neuen Bombe wurden zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht offengelegt.

Vom Import zur eigenen Fertigung

Den Angaben von Ctech zufolge wurde der Schritt hin zur inländischen Produktion vor dem Hintergrund unternommen, dass Israel seine Abhängigkeit von ausländischen Waffenlieferungen neu bewertet. Der entscheidende Auslöser war laut Berichten die vorübergehende Aussetzung der Lieferung einer Partie schwerer Bomben nach Israel durch die Administration von US-Präsident Joe Biden im Jahr 2024, motiviert durch Bedenken im Zusammenhang mit der Militäroperation in Gaza. Dieses Ereignis habe, so die Einschätzung der Quelle, den Kurs zur Verringerung der kritischen Abhängigkeit von US-Lieferungen im Segment der schweren Luftbomben beschleunigt.

Warum gerade JDAM und wer wird entwickeln

Als technologische Grundlage für die neue Munition wurde das US-System JDAM gewählt – ein Modul, das eine ungesteuerte Bombe in eine gelenkte verwandelt. Die Entwicklung wurde Rafael und Elbit Systems, den beiden größten israelischen Rüstungsunternehmen, übertragen. Laut Ctech befindet sich das Programm in der Startphase, und die Serienproduktion ist für Mitte 2027 geplant; detaillierte taktisch-technische Spezifikationen werden vorerst nicht veröffentlicht.

Parallele Beschaffung bei Boeing als Absicherung

Wichtig ist, dass der Kurs auf eigene Produktion nicht bedeutet, auf Importe in der kurzfristigen Perspektive zu verzichten. Laut Berichten, die von mehreren Agenturen bestätigt wurden, hat Israel mit Boeing einen Vertrag über die Lieferung von 5.000 Präzisionsbomben unterzeichnet. Damit dient die Beschaffung bei Boeing als vorübergehende Deckung des Bedarfs, bis die eigenen Fertigungskapazitäten im Rahmen des JDAM-basierten Programms bis 2027 auf Serienniveau kommen.

Strategischer Kontext der Jahre 2025–2026

Laut Ctech hat Israel in den Jahren 2025–2026 die Investitionen in den Ausbau der eigenen Rüstungskapazitäten erhöht, wobei Präzisionsmunition und Waffensysteme der Klasse „Luft-Boden“ zu den prioritären Bereichen erklärt wurden. Dabei hängt, wie angemerkt wird, der Sektor für Raketen, Luftabwehr und Militär-Elektronik in Bezug auf mehrere Typen schwerer Luftbomben nach wie vor stark von US-Lieferungen ab, was das Inlandsproduktionsprogramm strategisch bedeutsam macht.

Was das für die Munitionsbestände bedeutet

Wenn das Programm gemäß Plan umgesetzt wird, kann Israel den inländischen Beginn der Produktion einer Schlüsselgruppe von Waffen bis Mitte 2027 einleiten. Dies werde, so die Einschätzung der Quelle, Tel Aviv ermöglichen, die Bestände an Präzisionsmunition in Zeiten langwieriger Konflikte aufzubauen und zu halten und die Verwundbarkeit im Zusammenhang mit möglichen Exportbeschränkungen seitens der Lieferanten zu verringern.