Im Vorfeld des erwarteten historischen Abkommens zwischen den USA und dem Iran hat sich die Lage im Nahen Osten drastisch verschärft. Israel hat schwere Luftangriffe auf einen Stadtteil in Beirut durchgeführt, in dem die Hisbollah-Miliz stationiert ist. Der Angriff erfolgte nur wenige Stunden bevor die Parteien einen Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnen sollten.

Antwort auf Beschuss

Die offizielle Bestätigung des Angriffs kam vom israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. In einer Mitteilung auf Facebook erklärte er, dass die Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) Infrastrukturziele der Hisbollah im Distrikt Dahieh in Beirut angegriffen haben. Netanjahu betonte, dass dies eine direkte Reaktion auf den Beschuss israelischen Territoriums durch die libanesische Gruppe sei.

„Israel wird den Beschuss seines Territoriums nicht dulden', heißt es in der Erklärung des Regierungschefs. Die Entscheidung zu den Angriffen wurde persönlich von Netanjahu gemeinsam mit dem Verteidigungsminister Israel Katz genehmigt.

Schatten über die Friedensverhandlungen

Der Zeitpunkt des Angriffs erwies sich als kritisch. Die Attacken ereigneten sich genau in dem Moment, in dem die Welt die Unterzeichnung eines Abkommens zwischen Washington und Teheran erwartete. Der Iran, der Hauptgeldgeber der Hisbollah, ist direkt an der Stabilität in der Region interessiert; daher könnten militärische Aktionen gegen die Gruppe den Verlauf der diplomatischen Verhandlungen beeinflussen.

Laut Berichten sollten die USA und der Iran unter Vermittlung von Pakistan und Katar ein virtuelles Treffen abhalten, um das Memorandum zu unterzeichnen. Das Dokument sah eine Verlängerung des Waffenstillstands um 60 Tage und die Öffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt vor.

Diplomatische Pause

Zuvor hatte der pakistanische Ministerpräsident Shehbaz Sharif erklärt, dass das Abkommen innerhalb von 24 Stunden in digitaler Form unterzeichnet werden werde. Die Lage vor Ort hat jedoch die diplomatischen Pläne verändert. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, hat die zuvor genannten Termine bereits widerlegt und erklärt, dass die Unterzeichnung am Sonntag nicht stattfinden werde, schloss jedoch ein Abkommen in den kommenden Tagen nicht aus.