---
title: "Parade, Kritik und Rache: Warum der Kreml Kiew direkt nach dem 9. Mai schlug"
description: "ISW-Analysten haben die wahre Ursache des Angriffs auf Kiew enthüllt: Es war Putins Rache für die Kritik am Parade am 9. Mai. Anstatt Siege an der Front zu erringen, wählte der Kreml eine Stärkedemonstration, die Leben kostete und Infrastruktur zerstörte. 🇺🇦🚀"
date: 2026-05-27T14:39:33.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/isw-enthuellt-grund-des-angriffs-auf-kiew-nach-dem-9-mai
tags: []
publisher: "XAB.info"
---

# Parade, Kritik und Rache: Warum der Kreml Kiew direkt nach dem 9. Mai schlug

![Wladimir Putin hält eine Rede vor dem Hintergrund des Kremls, was den Kontext der Siegesparade und des anschließenden Angriffs auf Kiew illustriert](https://xab.info/media/2026/05/27/isw-razobral-prichinu-udara-po-kievu-posle-9-maya/putin-vystuplenie-na-parade.webp)

Der großangelegte Raketenangriff auf Kiew in der Nacht vom 23. auf den 24. Mai war nicht nur eine Militäroperation, sondern eine direkte Folge des politischen Drucks auf den Kreml. Analysten des Instituts für Kriegsstudien (ISW) kommen zu dem Schluss, dass der Befehl Wladimir Putins, den Angriff zu verhängen, durch die Notwendigkeit diktiert wurde, die „Demütigung“ nach dem Siegesparade am 9. Mai zu kompensieren, der eine Welle der Kritik ausgelöst hatte.

### Die Psychologie der Macht: Demonstration von Stärke statt Schutz

Vor Beginn der feierlichen Veranstaltungen hatte Moskau gedroht, ukrainische „Entscheidungsstellen“ anzugreifen, einschließlich der Verwendung der ballistischen Rakete „Orechnik“, falls Provokationen stattfinden sollten. Kiew jedoch enthielt sich jeglicher Aktionen. Experten glauben, dass diese Drohungen ursprünglich ein Instrument zur Verschleierung von Problemen mit dem Schutz des eigenen Luftraums und zur Einschüchterung waren.

Trotzdem erfolgte der Angriff bereits nach der Parade. Nach Ansicht des ISW ist dies ein Versuch des russischen Präsidenten, Stärke zu demonstrieren und negative Bewertungen des vergangenen Ereignisses auszugleichen. Der Angriff verletzte den ungeschriebenen „Geist“ des dreitägigen Waffenstillstands und bestätigte, dass Moskau bereit ist, Vereinbarungen zu ignorieren, wenn sie keinen politischen Nutzen bringen.

### Die Illusion des Erfolgs vor dem Hintergrund frontaler Misserfolge

Auch der innerstaatliche Kontext spielt eine entscheidende Rolle. Militärblogger, deren Meinungen im Bericht zitiert werden, bezeichnen die Angriffe auf Kiew eher als symbolisch und ineffektiv. Gleichzeitig führt Ukraine weiterhin gezielte Angriffe auf die Logistik des Gegners durch, während die russischen Truppen keinen signifikanten Fortschritt in der Frühlings-Sommer-Kampagne 2026 zeigen.

Das russische Kommando hat den Raketenangriff wahrscheinlich als Ablenkungsmanöver genutzt, um die Aufmerksamkeit des inländischen und internationalen Publikums von den Misserfolgen an der Front auf die „Macht“ der russischen Armee zu lenken.

### Der Preis der „Stärkedemonstration": Zerstörungen und Opfer

In der Nacht vom 23. auf den 24. Mai feuerte Russland 90 Raketen, darunter „Orechnik“, und 600 Drohnen auf die Ukraine ab. Die Luftabwehrkräfte konnten 55 Raketen und 549 Drohnen abschießen, aber Tragödien waren nicht vermeidbar. Als Folge des Angriffs starben zwei Menschen, 87 wurden verletzt, darunter drei Kinder.

Die Angriffe trafen alle Bezirke der Hauptstadt. Wohnhäuser, Schulen und ein Lebensmittelmarkt in der Nähe der U-Bahn-Station „Lukjanowska“ wurden getroffen. Auch kulturelle Einrichtungen wie das Außenministerium, ein Kunstmuseum und das „Tschernobyl“-Museum wurden beschädigt.

Besondere Aufmerksamkeit erregte der Angriff auf Bila Zerkva in der Oblast Kiew, wo laut Angaben der ukrainischen Streitkräfte ebenfalls eine Rakete „Orechnik“ einschlug. Zwei Männer kamen bei diesem Beschuss ums Leben. Ein Bericht vom Tatort, erstellt von RBK-Ukraine, zeigt anschaulich die Folgen dieses Kriegsverbrechens.