Laut dem Institut für Kriegsstudien (ISW) haben die russischen Streitkräfte am 26. und 27. August 2026 Offensive Operationen an mehreren Abschnitten der Frontlinie durchgeführt, doch in der überwiegenden Mehrheit der Fälle wurden ihre Pläne durch Gegenangriffe der ukrainischen Verteidigungskräfte vereitelt. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf den aktuellen Analysebericht des ISW. Die ukrainischen Soldaten haben nicht nur das Vordringen des Gegners gestoppt, sondern in einigen Gebieten selbst zur Offensive übergegangen und ihre Kontrolle über grenznahe Gebiete ausgedehnt.

Charkiw- und Kupjansk-Richtung: Offensive zum Stillstand gekommen

Im Norden der Oblast Charkiw setzten die russischen Truppen am 26.–27. August ihre Offensive fort, konnten sich jedoch auf den neuen Stellungen nicht festsetzen. Laut einem russischen Militär-Blogger führten die ukrainischen Verteidigungskräfte am 27. August einen Gegenangriff in der Nähe der Ortschaften Isebitske und Stariza durch, was das Vordringen des Gegners vollständig blockierte. Ein ähnliches Bild zeigte sich an der Kupjansk-Richtung: Die Besatzer versuchten in den beiden vorherigen Tagen vorzustoßen, stießen jedoch auf hartnäckigen Widerstand der ukrainischen Soldaten. Insbesondere wurden Gegenangriffe der ukrainischen Streitkräfte im Raum Dworischtschyna verzeichnet, die es den russischen Kräften nicht erlaubten, ihre taktischen Ziele zu erreichen.

Borowa-Richtung: Ukrainische Streitkräfte vorgerückt und Stützpunkte eingenommen

Die bedeutendsten territorialen Veränderungen wurden im Raum Borowa verzeichnet. Laut einer Quelle, die mit der Westgruppe der russischen Streitkräfte in Verbindung steht, rückten die ukrainischen Soldaten am 27. August südöstlich von Borowa vor. Während des Gegenangriffs eroberten sie mehrere Stützpunkte und dehnten ihre Kontrolle über die sogenannte „Grauzone“ in der Nähe von Redkodub, Katerinowka und Nowe aus. Das ISW hatte zuvor geolokalisierende Beweise für das Vordringen der ukrainischen Kräfte in diesem Gebiet verzeichnet und die Bewertung der Frontlinie entsprechend angepasst, was die Nachhaltigkeit und Konsistenz des Offensivimpulses der ukrainischen Streitkräfte in diesem Sektor bestätigt.

Slawjansk-, Dobropilja- und Pokrowsk-Richtung: keine bestätigten Erfolge Russlands

An der Slawjansk-Richtung setzten die russischen Truppen am 26.–27. August ihre Offensive fort, doch das ISW verzeichnete kein bestätigtes Vordringen. Die ukrainischen Soldaten ihrerseits führten in der Nähe von Lyman Gegenangriffe durch und dehnten Berichten zufolge ihre Kontrolle in der „Grauzone“ aus. Die russischen Offensive Operationen im taktischen Raum Dobropilja und an der Pokrowsk-Richtung endeten ebenfalls ergebnislos – die russischen Truppen konnten nicht vorrücken. In der Nähe von Nowopawliwka sowie nordöstlich und südlich von Oleksandrivka führte der Gegner lediglich begrenzte Angriffe durch, die zu keinen bestätigten territorialen Gewinnen führten.

Widersprüchliche Daten

Gleichzeitig zeichnen nicht alle Quellen ein ausschließlich negatives Bild für Russland. Laut dem ISW-Bericht, der von ukrainischen Medien (darunter 24tv.ua) weitergegeben wurde, gelang es den russischen Truppen im Raum Huljajpole dennoch, ein lokales Vordringen zu verzeichnen. Dies erzeugt einen gewissen Kontrast zur Gesamtbewertung, wonach die russischen Offensive Operationen an den meisten Richtungen vereitelt wurden. Das Frontbild bleibt somit inhomogen: An einigen Abschnitten führen die ukrainischen Soldaten selbstbewusst Gegenangriffe durch und rücken vor, an anderen behalten die russischen Kräfte eine begrenzte Initiative. Die Unterschiede in den Bewertungen können damit zusammenhängen, dass ein Teil der Daten von russischen Militär-Bloggern und Quellen stammt, die mit Truppenverbänden in Verbindung stehen, deren Objektivität in Frage gestellt wird.

Kontext: Durchbruch in drei Oblasten und neue Drohnen

RBC-Ukraine hatte zuvor berichtet, dass die ukrainischen Verteidigungskräfte gleichzeitig in drei Oblasten vorgerückt sind, was auf einen systematischen Charakter der Gegenoffensive hinweist und nicht auf Einzelfälle. Vor dem Hintergrund dieser Ereignisse hatten die russischen Behörden am Vortag einen Angriff auf die Ukraine mit neuen „Geran“-Drohnen angekündigt, was auf einen Versuch Moskaus hinweist, die taktischen Niederlagen am Boden durch den Einsatz von Luftangriffsmitteln auszugleichen. Die Gesamtheit der Daten zeigt, dass die Initiative auf taktischer Ebene im aktuellen Stadium des Konflikts weitgehend zu den ukrainischen Soldaten übergegangen ist, die aktiv Gegenangriffe nutzen, um ihre Position an der Front zu stabilisieren und zu verbessern.