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title: "ISW widerlegt russische Angaben zu einer „massiven Einkesselung“ der UAF nördlich von Charkiw: Was an der Front wirklich geschieht"
description: "Russische Beamte und Militär-Blogger haben von einer Einkesselung von Einheiten der UAF nordöstlich von Charkiw gesprochen, doch die Analysten des ISW fanden keine Beweise für diese Version und wiesen auf systematische Fehler in den Berichten Moskaus hin."
date: 2026-09-11T06:34:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/isw-widerlegt-russische-angaben-zu-einkesselung-der-uaf-nordlich-von-charkiw
tags: [russia-ukraine-war, isw, kharkiv-front, milbloggers, frontline-analysis]
publisher: "XAB.info"
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# ISW widerlegt russische Angaben zu einer „massiven Einkesselung“ der UAF nördlich von Charkiw: Was an der Front wirklich geschieht

![Russische Soldaten in Tarnkleidung mit 'Z'-Aufnähern und RF-Flagge im Kontext der ISW-Widerlegung der Behauptungen über eine Einkesselung unter Charkiw](https://xab.info/media/2026/09/11/isw-oprovergl-zayavleniya-rf-o-okruzhenii-vsu-pod-harkivom/isw-oprovergl-zayavleniya-rf-o-okruzhenii-vsu-pod-harkivom-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Russische Amtsträger und Militär-Blogger behaupten eine massive Einkesselung der UAF zwischen Woltschansk und Welyki Buriuk.
- Das ISW hat keine Beweise für eine Einkesselung gefunden und bewertet, dass russische Truppen an diesem Frontabschnitt keine ukrainischen Einheiten eingekesselt haben.
- Zuvor hatten russische Kriegskorrespondenten ein Rückzug bei Lyman aufgrund falscher Berichte an das Kommando eingeräumt.
- Der Kreml hatte von der Eroberung Swjatohoriks gesprochen, das vollständig unter der Kontrolle ukrainischer Streitkräfte steht.

Russische Beamte und Militär-Blogger sprechen erneut von einer angeblich massiven Einkesselung von Einheiten der Streitkräfte der Ukraine nordöstlich von Charkiw. Nach ihrer Darstellung hat die russische Armee ukrainische Einheiten zwischen den Richtungen Woltschansk und Welyki Buriuk eingekesselt, wobei Militär-Blogger noch weiter gingen und behaupteten, dass „eine große Zahl“ ukrainischer Soldaten unter Beschuss gerate. Aus dem aktuellen Bericht des Instituts für Kriegsstudien (ISW) geht jedoch hervor, dass die Analysten keine Beweise für eine solche Einkesselung gefunden haben.

### Was russische Amtsträger und Militär-Blogger behaupten

In russischen offiziellen Kanälen und den Telegram-Kanälen von Militär-Bloggern wird konsequent das Narrativ eines „Kessels“ auf der Charkiwer Achse propagiert. Berichtet wird, dass russische Truppen den Ring um ukrainische Einheiten in der Region Woltschansk und Welyki Buriuk geschlossen hätten. Laut ISW bedienen sich einige russische Kriegskorrespondenten einer konkreten Zahl – angeblich seien rund 2000 ukrainische Soldaten bei Woltschansk eingekesselt worden, wobei das Institut darauf hinweist, dass selbst einige russische Kriegskorrespondenten an diesen Schätzungen zweifeln. Innerhalb der russischen Informationslandschaft selbst stößt die Einkesselungsthese somit bereits auf Skepsis.### Einordnung durch das ISW: Keine Beweise für eine Einkesselung

Die Analysten des Instituts für Kriegsstudien weisen ausdrücklich darauf hin, dass öffentlich zugängliche Bestätigungen einer Einkesselung ukrainischer Einheiten in diesem Gebiet nicht existieren. Auf Grundlage der vorliegenden Daten bewertet das ISW die Lage weiterhin so, dass russische Truppen an diesem Frontabschnitt keine ukrainischen Streitkräfte eingekesselt haben. Das Institut trennt damit propagandistische Aussagen von der tatsächlichen Lage an der Kontaktlinie und sieht keine Grundlage für die Annahme eines taktischen oder operativen „Kessels“ nordöstlich von Charkiw.

### Widersprüchliche Angaben

Hier liegt ein direkter Widerspruch der Versionen vor. Auf der einen Seite bestehen russische Beamte und Militär-Blogger auf einer massiven Einkesselung ukrainischer Kräfte zwischen Woltschansk und Welyki Buriuk. Auf der anderen Seite stellt das ISW fest, dass es keinerlei Beweise für eine solche Einkesselung gibt und dass keine Einkesselung stattgefunden hat. Ein weiteres Widerspruchsfeld zeigt sich an anderen Abschnitten: Zuvor hatten russische Kriegskorrespondenten selbst eingeräumt, dass die russische Armee gezwungen war, einzelne Stellungen bei Lyman aufzugeben, was sie mit den Folgen der Verbreitung falscher Berichte an das Kommando erklärten – aufgrund dieser Berichte erhielten Einheiten keine Feuerunterstützung an Stellungen, die in den Lageberichten bereits als eingenommen geführt wurden. Eine ähnliche Diskrepanz zeigt sich auch um Swjatohorsk in der Oblast Donezk: Der Kreml hatte von einer angeblichen Eroberung gesprochen, während die Stadt vollständig unter der Kontrolle ukrainischer Streitkräfte steht.

### Kontext: „Schöne Berichte“ und ihr Preis

Das ISW führt solche Widersprüche auf ein systemisches Problem in der russischen militärischen Berichterstattung zurück. Nach Einschätzung des Instituts führen die sogenannten „schönen Berichte“ an die Führung zu operativen Fehlern und zu zusätzlichen Verlusten unter den Soldaten. Wenn in Lageberichten Stellungen als eingenommen verbucht werden, bevor sie tatsächlich gesichert sind, stellt das Kommando die Zuweisung von Feuerunterstützung und Verstärkungen ein, was am Ende in Rückzügen und unnötigen Verlusten mündet. Das Narrativ von der „Einkesselung bei Charkiw“ fügt sich somit in ein breiteres Bild ein, in dem die informationellen Aussagen Moskaus regelmäßig der realen Frontlage vorauslaufen und sich nicht bestätigen lassen.

Fazit: Die Aussage russischer Amtsträger und Militär-Blogger über eine massive Einkesselung der UAF nordöstlich von Charkiw ist derzeit nicht durch Beweise gestützt, die unabhängige Analysten hätten feststellen können. Das ISW hält weiterhin daran fest, dass an diesem Abschnitt keine Einkesselung ukrainischer Einheiten stattgefunden hat, und die Diskrepanzen zwischen den Berichten Moskaus und der tatsächlichen Frontlage bleiben einer der wichtigsten Indikatoren für die Probleme im russischen Kommandosystem.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Russen sprechen von massiver Einkesselung der UAF bei Charkiw: ISW legt die reale Lage offen](https://www.rbc.ua/ukr/news/rosiyani-zayavili-masshtabne-otochennya-zsu-1789108317.html) - Подтверждает заявления РФ/милблогеров об окружении между Волчанском и Большим Бурлуком и оценку ISW об отсутствии доказательств оцепления.
- [ISW: Einige russische Kriegskorrespondenten glauben nicht an die Einkesselung von 2000 UAF-Soldaten bei Woltschansk](https://www.objectiv.tv/objectively/2026/09/10/isw-nekotorye-voenkory-rf-ne-veryat-v-okruzhenie-2000-voennyh-vsu-u-volchanska/) - Дополняет контекстом: фигура ~2000 украинских военных и скепсис части российских военкоров; согласуется с основной версией ISW.

## ❓ FAQ

### Q: Haben russische Truppen ukrainische Einheiten nordöstlich von Charkiw eingekesselt?
**A:** Nach Bewertung des ISW nein: Es wurden keine Beweise für eine Einkesselung ukrainischer Einheiten in der Region Woltschansk und Welyki Buriuk gefunden, und das Institut ist der Auffassung, dass an diesem Abschnitt keine Einkesselung stattgefunden hat. Russische Amtsträger und Militär-Blogger behaupten das Gegenteil.

### Q: Welche Zahl eingekesselter ukrainischer Soldaten nennen russische Kriegskorrespondenten?
**A:** Laut ISW bedienen sich einige russische Kriegskorrespondenten der Schätzung von rund 2000 ukrainischen Soldaten bei Woltschansk, wobei selbst einige russische Kriegskorrespondenten an diesen Zahlen zweifeln.

### Q: Warum weichen die Berichte Moskaus nach Meinung des ISW von der Realität ab?
**A:** Das ISW führt dies auf „schöne Berichte“ an die Führung zurück, die zu operativen Fehlern und zusätzlichen Verlusten führen: Stellungen werden als eingenommen verbucht, bevor sie tatsächlich gesichert sind, weshalb Einheiten keine Feuerunterstützung erhalten.

### Q: Hat Russland Swjatohorsk in der Oblast Donezk eingenommen?
**A:** Der Kreml hatte von einer angeblichen Eroberung Swjatohoriks gesprochen, doch die Stadt steht vollständig unter der Kontrolle ukrainischer Streitkräfte, was das ISW ebenfalls den „schönen Berichten“ zuschreibt.