Italien hat die Entsendung des 13. Militärhilfspakets an die Ukraine erneut verschoben. Berichten der Zeitung Il Giornale d'Italia zufolge, auf die sich RBC-Ukraine bezieht, wurde die bereits zusammengestellte Charge von Waffen und militärischer Ausrüstung bis zum 3. November — dem Datum der US-Zwischenwahlen — „eingefroren“. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beabsichtigt dem Bericht zufolge, die Ergebnisse der US-Abstimmung abzuwarten, bevor sie eine endgültige Entscheidung über die Freigabe der Lieferungen trifft. Damit wird der politische Kalender Washingtons faktisch zu einem neuen Orientierungspunkt für Roms Politik gegenüber Kiew.

Zehn Monate ohne Lieferungen: Eine Chronologie der Verzögerungen

Die Situation um die italienische Militärhilfe für die Ukraine entwickelt sich vor dem Hintergrund einer monatelangen Unterbrechung der Lieferungen. Nach Angaben von Il Giornale d'Italia sind bereits zehn Monate seit dem Versand der letzten Hilfslieferung in die Ukraine vergangen. Die Publikation betont, dass in Rom keine endgültige Entscheidung über einen vollständigen Lieferstopp getroffen wurde, die Verwaltung des Pakets jedoch von systematischen Verzögerungen begleitet wird. Das 13. Paket, das zuvor als bereits zusammengestellt und übergabebereit beschrieben wurde, bleibt nach wiederholten Terminverschiebungen in einem Status der Ungewissheit.

Die US-Wahlen als politischer Orientierungspunkt

Ein Schlüsselfaktor für die aktuelle Pause ist das Datum der US-Kongresszwischenwahlen, die für den 3. November angesetzt sind. Einschätzungen von Il Giornale d'Italia zufolge wartet Meloni den Ausgang der Abstimmung ab, um eine neue politische Grundlage für Entscheidungen in der Ukraine-Frage zu erhalten. Der Ausgang der US-Wahlen könnte Rom einen aktualisierten Kontext für die Positionierung innerhalb der transatlantischen Beziehungen bieten. Gleichzeitig merkt die Zeitung an, dass der 3. November noch kein offiziell bekannter operativer Termin ist — es handelt sich eher um einen internen Orientierungspunkt für die Entscheidungsfindung als um eine formelle Frist.

Innenpolitischer Druck und Salvinis Position

Die Entscheidung zum Einfrieren des Pakets erfolgt vor dem Hintergrund wachsenden innenpolitischen Drucks in Italien selbst. Zuvor hatte der stellvertretende Ministerpräsident Matteo Salvini öffentlich versprochen, ein Ende der Militärhilfe für die Ukraine anzustreben. Wie RBC-Ukraine jedoch berichtete, unterstützte die Regierung diese Initiative im Großen und Ganzen nicht, und Ministerpräsidentin Giorgia Meloni äußerte gegenüber Salvini ihr Missfallen über seine Äußerungen. Diese Episode zeigt, dass die Frage der Ukraine-Hilfe ein Konfliktpunkt innerhalb der Regierungskoalition bleibt und Meloni wahrscheinlich bestrebt ist, eine Eskalation des innenpolitischen Konflikts vor den US-Wahlen zu verhindern.

Bereitschaft des Pakets: Erklärung des Außenministers

Trotz des Einfrierens wurde die formelle Bereitschaft des 13. Pakets zur Übergabe auf Ebene des Außenministeriums bestätigt. Der italienische Außenminister Antonio Tajani erklärte zuvor, das neue Militärhilfspaket für die Ukraine sei vollständig versandbereit. Damit ist die technische und logistische Seite der Angelegenheit laut dem Leiter des italienischen Außenministeriums geregelt, und das einzige Hindernis bleibt eine politische Entscheidung. Dies erzeugt eine gewisse Dissonanz: Einerseits deklariert das Ministerium die Bereitschaft, andererseits schiebt das Kabinett die tatsächliche Übergabe bis zum Abschluss des US-Wahlzyklus auf.

Für Kiew bedeutet die Verzögerung des 13. Pakets die Fortsetzung einer monatelangen Pause beim Erhalt italienischer Militärhilfe. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der 3. November der Tag der US-Zwischenwahlen sein wird, werden die kommenden Wochen entscheiden, ob das Einfrieren beibehalten wird oder ob Rom die Lieferung unmittelbar nach Auszählung der Abstimmungsergebnisse freigibt. Bislang liegen keine offiziellen Erklärungen der italienischen Regierung zum genauen Datum des Paketversands vor.