Italien hat die beispiellose Entscheidung getroffen, die See- und Luftgrenzen zu Spanien zu schließen. Der offizielle Befehl wurde am Morgen des 31. Juli vom italienischen Innenministerium erteilt, berichtet die Zeitung La Stampa unter Berufung auf Regierungsquellen.

Die Entscheidung über die vorübergehende Einschränkung der Bewegungsfreiheit war das Ergebnis einer Analyse der neuesten Daten, die vom Ausschuss für Einwanderung und Grenzschutz erhalten wurden. Eine Sondersitzung unter der Leitung des Innenministers Matteo Piantedosi, die im Ministerium stattfand, bestimmte die Notwendigkeit strenger Maßnahmen als Reaktion auf die aktuelle Situation.

Verstärkte Kontrolle an der Grenze zu Frankreich

Parallel zur Schließung der Grenzen zu Spanien hat Rom eine Verstärkung der Kontrolle an der Landgrenze zu Frankreich abgestimmt. Der entsprechende Beschluss wurde nach einem Telefonat zwischen Matteo Piantedosi und seinem französischen Kollegen Laurent Nunez getroffen. Die Verschärfung des Regimes wird im Rahmen der zuvor unterzeichneten Abkommen über die polizeiliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern erfolgen.

Aufrufe zum Ausschluss Spaniens aus Schengen

Die Lage in Europa hat sich vor dem Hintergrund einer massiven Migrationskrise im spanischen Exklaven Ceuta verschärft. Die Führer mehrerer europäischer Länder haben bereits ihre Bereitschaft bekundet, den Vorschlag Italiens zur Aussetzung der Teilnahme Spaniens an der Schengen-Zone zu unterstützen.

Die finnische Innenministerin Mari Rantanen erklärte, dass sich alle EU-Länder der Initiative Roms anschließen sollten. Zuvor hatte auch die italienische Premierministerin Giorgia Meloni die Möglichkeit eines solchen Schritts bestätigt.

Reaktion aus den USA

Die Ereignisse in Europa haben auch außerhalb des Alten Kontinents für Aufsehen gesorgt. Der US-Präsident Donald Trump kommentierte die Situation und bezeichnete den Migrationsstrom nach Ceuta als „Invasion“. Nach seinen Worten habe die Welle von Zehntausenden Menschen die Exklave faktisch „überflutet“ und eine Bedrohung für die Sicherheit geschaffen.