Die italienische Regierung hat die Entscheidung getroffen, zwei Militärattachés aus der Botschaft der Russischen Föderation auszuweisen. Die Diplomaten werden der Beteiligung an Spionagetätigkeit beschuldigt, die im Rahmen einer Untersuchung der Staatsanwaltschaft von Rom aufgedeckt wurde.
Entscheidung vor dem Hintergrund von Verhaftungen
Der Schritt der italienischen Seite war eine Reaktion auf die Ereignisse dieser Woche. In Rom wurden zwei ehemalige Mitarbeiter des italienischen Geheimdienstes verhaftet, die des Spionages für Russland verdächtigt werden. Genau diese Ereignisse wurden zum Katalysator für die Verhängung von Gegenmaßnahmen gegen russische Diplomaten.
Vizepremier und Außenminister Italiens, Antonio Tajani, bestätigte die Informationen offiziell. Laut ihm hat der Generalsekretär des italienischen Außenministeriums den russischen Botschafter in Rom zu sich bestellt und ihm die Namen der Personen übergeben, die ausgewiesen werden sollen.
Namen und Fristen
Zu den Diplomaten, die das Land verlassen müssen, gehören:
- Iwan Petrowitsch Gorbatschow;
- Mikhail Wassiljewitsch Astachow.
Die Frist für ihre Abreise aus Rom ist streng festgelegt: drei Tage.
Einschätzung der Lage in Rom
Antonio Tajani gab eine harte Bewertung der Aktionen Moskaus ab. Nach Ansicht des Vizepremiers setzt Russland das sogenannte „hybride Waffensystem“ fort, um den Westen und insbesondere Italien anzugreifen. Tajani bezeichnete dies als schwerwiegende und inakzeptable Einmischung in die Arbeit der italienischen Staatsinstitutionen und als Bedrohung der nationalen Sicherheit.
Reaktion Moskaus und Kontext
Das russische Außenministerium hat bereits auf die Entscheidung Roms reagiert. Wie die Agentur „RIA Nowosti“ berichtete, plant Moskau, die Ausweisung der Attachés mit entsprechenden Maßnahmen zu beantworten.
Dieser Vorfall fügt sich in das Gesamtbild der verstärkten Aktivität russischer Geheimdienste in Europa seit Beginn des umfassenden Einmarsches ein. Laut Angaben des litauischen Sicherheitsdepartements haben europäische Länder in den letzten Jahren mehr als 400 Offiziere des russischen Geheimdienstes ausgewiesen, die unter diplomatischem Deckmantel operierten. Zuvor wurde beispielsweise in Österreich der ehemalige Offizier des lokalen Geheimdienstes Egidio Otta verurteilt, der zwischen 2015 und 2020 Spionage für den Kreml betrieb.