Das traditionelle Fest Iwan Kupala bleibt eines der beliebtesten im ukrainischen Kalender. Über Jahrhunderte hinweg fiel sein Datum mit dem christlichen Fest der Geburt Johannes des Täufers zusammen, was einen einzigartigen kulturellen Schmelztiegel schuf. Doch im Jahr 2026 werden Gläubige und Liebhaber der Traditionen mit einer wichtigen Änderung im Kalender konfrontiert.

Zwei Feste: Heidentum und Christentum

Die Pressestelle der Ukrainischen Orthodoxen Kirche (UOK) erinnerte daran, dass Iwan Kupala und die Geburt Johannes des Täufers zwei völlig unterschiedliche Ereignisse sind, die „aus historischem Zufall nebeneinander gefeiert werden“.

Aus der Sicht der kirchlichen Dogmatik gibt es keinen Heiligen mit dem Namen „Iwan Kupala“. Kupalo ist der Name einer alten heidnischen Gottheit. Die Vorfahren der Ukrainer brachten diesem Gott am Tag der Sommersonnenwende Opfer dar, als der Tag am längsten und die Nacht am kürzesten des Jahres war.

Deshalb sind Rituale, die mit Wasser, Feuer und Pflanzen verbunden sind, rein heidnisch und haben nichts mit der Verehrung des Propheten Johannes zu tun. Später verwandelte sich der Name „Kupalo“ in „Iwan“, höchstwahrscheinlich unter dem Einfluss des Christentums, als an diesem Datum auch der große Prophet geehrt wurde.

Der Kern des christlichen Festes

Die Geburt Johannes des Täufers hat nichts mit Wahrsagerei, der Suche nach der „magischen Blume“ des Farns oder dem Springen über ein Feuer zu tun. An diesem Tag ehrt die Kirche das Gedächtnis des heiligen Propheten, der das Volk auf das Kommen des Messias vorbereitete und den Herrn Jesus Christus im Wasser des Jordan taufte.

Das Fest ist dem Ereignis der Geburt Johannes des Täufers von den frommen Eltern, dem Priester Zacharias und seiner Frau Elisabeth, gewidmet. Johannes der Täufer ist einer der am meisten verehrten Heiligen: Sieben Festdaten im kirchlichen Kalender sind seinem Gedenken gewidmet. Er ist der einzige Heilige, dessen irdische Geburt die Heilige Kirche feiert, abgesehen vom Erlöser und seiner Heiligsten Mutter.

Das neue Festdatum im Jahr 2026

Die entscheidende Änderung betrifft das Datum der Feier. Bisher folgte die Ukrainische Orthodoxe Kirche dem julianischen Kirchenkalender, nach dem Iwan Kupala in der Nacht zum 7. Juli fiel. An diesem Tag wurde auch die Geburt Johannes des Täufers gefeiert.

Da sich die UOK jedoch auf den neu-julianischen Kalender umgestellt hat, hat sich das Festdatum um 13 Tage nach vorne verschoben. Nun werden die Gläubigen die Geburt Johannes des Täufers am 24. Juni feiern.

So werden die Ukrainer im Jahr 2026 das Fest Iwan Kupala in der Nacht zum 24. Juni (von Dienstag, 23. Juni, auf Mittwoch, 24. Juni) feiern. Das bedeutet, dass die traditionellen Kupala-Feiern und das kirchliche Fest nun Ende Juni und nicht Anfang Juli stattfinden werden.