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title: "Jagdreform in der Ukraine: Neues Gesetz, Digitalisierung und Proteste von Tierschützern"
description: "Im ukrainischen Parlament wurde der Gesetzentwurf Nr. 15431 zur Reform des Jagdwesens registriert. Das Dokument sieht Digitalisierung, ein einheitliches Register und neue Kontingente vor, hat jedoch heftigen Protest von Tierschützern ausgelöst, die dies als „legalisierte Gewalt“ bezeichnen. 🦌🚫📄"
date: 2026-07-28T11:38:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/jagdreform-in-der-ukraine-neues-gesetz-und-proteste-von-tierschuetzern-de
tags: [ukraine, verkhovna-rada, hunting-reform, uanimals, legislation]
publisher: "XAB.info"
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# Jagdreform in der Ukraine: Neues Gesetz, Digitalisierung und Proteste von Tierschützern

![Eine Gruppe von Jägern mit Gewehren und in Tarnkleidung geht durch den Wald und illustriert das Thema der Jagdreform in der Ukraine](https://xab.info/media/2026/07/28/ohotnichya-reforma-v-ukraine-novyj-zakon-i-protesty-zoozashhitnikov/ohotnichya-reforma-v-ukraine-novyj-zakon-i-protesty-zoozashhitnikov-1.webp)

Im ukrainischen Parlament (Werchowna Rada) wurde ein umfassender Gesetzentwurf registriert, der die Spielregeln im Jagdwesen grundlegend verändern könnte. Das Dokument mit der Nummer 15431 zielt auf die Schaffung eines modernen rechtlichen und wirtschaftlichen Modells zur Verwaltung natürlicher Ressourcen ab, hat jedoch bereits zu Beginn eine scharfe Reaktion von Umweltschützern und Tierschützern ausgelöst.

### Digitalisierung und neue Regeln

Die Initiative wurde von einer Gruppe von mehr als 40 Volksabgeordneten eingereicht, darunter Igor Marchuk, David Arachamia und Alexander Kornienko. In der Begründung argumentieren die Autoren, dass das geltende Gesetz von 2000 „seines regulatorischen Potenzials praktisch beraubt ist“.

Die wichtigste Neuerung wird die Schaffung eines einheitlichen Jagdregisters sein. In das System werden Daten über Nutzer von Jagdgebieten, Lizenzen und Kontingente eingepflegt. Die meisten Verwaltungsverfahren sollen in elektronischer Form durchgeführt werden: Genehmigungen werden online ausgestellt, und Papierdokumente werden abgeschafft.

Um Wilderei zu bekämpfen und die Rückverfolgbarkeit der Produkte zu gewährleisten, wird die Einführung einer obligatorischen Kennzeichnung bestimmter Arten erlegter Tiere durch individuelle Identifikationsmittel vorgeschlagen. Der Gesetzentwurf sieht zudem den Verzicht auf zentralisierte jährliche Abschussquoten zugunsten von Plänen für eine nachhaltige Nutzung vor, die auf wissenschaftlichen Untersuchungen basieren.

### Wirtschaftliche Anreize und Verwaltung

Das Dokument enthält Mechanismen für eine transparente Ausschreibung von Nutzern von Jagdgebieten. Die Befugnisse zur Überlassung von Flächen werden den lokalen staatlichen Verwaltungen übertragen. Die Autoren versprechen, dass die Umsetzung des Projekts Finanzierung erfordern wird, aber durch Transparenz und Digitalisierung eine Steigerung der Einnahmen in die Haushalte erwartet wird.

Besonderes Augenmerk wird auf die Verschärfung der Haftung bei Verstößen gegen die Jagdvorschriften und die Verbesserung des Mechanismus zur Schadensersatzleistung gelegt. Darüber hinaus werden zusätzliche rechtliche und soziale Garantien für Förster und Jagdaufseher vorgeschlagen.

### Explosiver Protest der Umweltschützer

Die Reaktion der Öffentlichkeit ließ nicht lange auf sich warten. Die Organisation zum Schutz von Tieren und der Umwelt UAnimals bezeichnete die Initiative als „Ausweitung der Grenzen legalisierter Gewalt“. Die Organisation behauptet, dass sich hinter dem Deckmantel des „Jagdtourismus“ und des „öffentlichen Wohls“ das Streben nach privatem Gewinn auf Kosten des Tierlebens verbirgt.

„Jagd ist keine aktive Freizeitbeschäftigung, sondern ganz normales Töten zur Unterhaltung und zum Gewinn“, erklärten UAnimals. Tierschützer fordern die Abgeordneten auf, den Gesetzentwurf abzulehnen, und fordern die Bürger auf, nicht schweigen zu bleiben, indem sie Informationen über das Dokument verbreiten.

Auch das Kiewer Öko-Kulturzentrum (KEKC) unterstützte die Kritik und veröffentlichte eine detaillierte Analyse der Argumente dagegen. Experten weisen auf umstrittene Formulierungen hin, wie die Einführung des Begriffs „Jagdtourismus“ und die Möglichkeit, dass öffentliche Vereinigungen mit der Rechtsstellung einer juristischen Person Jagdgebiete erhalten können.