Im August 2026 verzeichnet die astronomische Gemeinschaft einen weiteren Durchbruch bei der Erforschung ferner Welten. Das Weltraumteleskop „James Webb“ (JWST) hat erstmals Spuren von halb-schwerem Wasser (HDO) in der Atmosphäre des Exoplaneten WASP-39 b entdeckt. Diese Entdeckung, deren Details auf dem Preprint-Server arXiv veröffentlicht wurden, verändert unser Verständnis der chemischen Zusammensetzung ferner Planeten grundlegend und liefert neue Werkzeuge für die Suche nach Leben außerhalb des Sonnensystems.
Eine einzigartige Entdeckung in der Atmosphäre eines „heißen Jupiter“
Das Untersuchungsobjekt war der Planet WASP-39 b, auch unter dem poetischen Namen „Boceprince“ bekannt. Er ist ein typischer Vertreter der Klasse der „heißen Jupiter“ – Gasriesen, die in extrem geringem Abstand um ihren Stern kreisen. Der Abstand von WASP-39 b zu seinem Stern ist deutlich geringer als der von Merkur zur Sonne, was zu extremer Hitze führt: Die Temperatur auf der Tagseite erreicht 1000 °C. Genau in dieser höllischen Atmosphäre, in der normale Bedingungen für das Vorhandensein von Wasser unmöglich sind, hat das „James Webb“-Teleskop Moleküle von halb-schwerem Wasser nachgewiesen.
Was ist halb-schweres Wasser und warum ist das wichtig?
Halb-schweres Wasser (HDO) unterscheidet sich vom uns vertrauten Wasser (H₂O) dadurch, dass eines der Wasserstoffatome durch seinen schweren Isotop – Deuterium – ersetzt ist. Deuterium enthält im Kern ein zusätzliches Neutron, was das Molekül schwerer macht. Auf der Erde kommt solches Wasser nur in geringen Mengen vor, doch seine Konzentration im Weltraum dient als wichtiger Indikator für die Entstehungsgeschichte von Himmelskörpern. Der Nachweis von HDO in Billionen von Kilometern Entfernung wurde durch die unübertroffene Empfindlichkeit der Instrumente des JWST ermöglicht.
Widersprüchliche Daten: Zwei Versionen der Herkunft
Astronomen haben sich noch nicht auf eine einheitliche Meinung geeinigt, wie genau halb-schweres Wasser in die Atmosphäre von WASP-39 b gelangt ist. Die Deuterium-Konzentration auf diesem Planeten erwies sich als um ein Vielfaches höher als bei den Gasriesen unseres Systems (Jupiter und Saturn) und ähnelt eher den Werten alter Kometen. Dies hat zu zwei konkurrierenden Hypothesen geführt:
Die erste Version – „Extremes Verdampfen“. Befürworter dieser Theorie glauben, dass die brennende Hitze des Sterns über Milliarden von Jahren leichtes, gewöhnliches Wasser verdampft hat und in der Atmosphäre die schwereren und stabileren Moleküle des halb-schweren Wassers zurückgelassen hat.
Die zweite Version – „Kosmische Migration“. Demnach könnte sich der Planet weit entfernt vom Stern in einer kalten Zone gebildet haben, wo sich natürlich Deuterium-reiches Eis ansammelt. Anschließend wanderte der Planet näher an den Stern heran und bewahrte seinen chemischen „Fingerabdruck“ der Vergangenheit.
Technologischer Durchbruch für die Suche nach Leben
Obwohl WASP-39 b aufgrund der extremen Temperaturen selbst nicht bewohnbar ist, liegt der Wert der Entdeckung in der Demonstration der technologischen Möglichkeiten. Das Teleskop hat bewiesen, dass es in der Lage ist, die Isotopenzusammensetzung auf gigantischen Entfernungen punktgenau zu bestimmen. Nachdem diese Methode an Gasriesen erprobt wurde, können Astronomen sie auf die Untersuchung von Gesteinsplaneten anwenden, die der Erde ähneln. Dies wird ein entscheidender Schritt bei der Suche nach wirklich bewohnbaren Welten sein, wo das Vorhandensein bestimmter Isotope auf das Vorhandensein von Wasser und potenziell auf Leben hinweisen kann.