Der brasilianische Fußballspieler des FK Wereschni aus Rowno, Jan Fabrisiu, sprach im exklusiven Interview mit Sport RBC.UA über seine ersten Monate in der Ukraine, verglich den ukrainischen und den brasilianischen Fußball und teilte seine Eindrücke vom Start der neuen Saison. Der Legionär, der vom brasilianischen Flamengo zum ukrainischen Klub gewechselt war, betonte, dass seine Anpassung dank der Unterstützung seiner Teamkollegen und des Trainerteams sowie seiner fließenden Englischkenntnisse, die eine schnelle Kommunikation im Kollektiv ermöglichten, bemerkenswert leicht verlief.
Saisonstart: zwei Niederlagen und Vertrauen in das Potenzial der Mannschaft
Fabrisiu verhehlte nicht, dass der Beginn der Meisterschaft für den Wereschni nicht einfach war. Nach seinen Worten erlitt die Mannschaft zwei Niederlagen in Spielen, in denen man seiner Meinung nach zumindest zu einem Unentschieden gegen starke Gegner hätte kommen können. Gleichzeitig unterstrich der Legionär sein Vertrauen in das Team: „Wir wissen, wie stark unsere Mannschaft ist und wie viel wir jeden Tag arbeiten.“ Seine persönlichen Ziele formulierte er pragmatisch – den Partnern und dem Trainerteam mit guter Spielweise und Siegen zu helfen und bei Gelegenheit Tore zu schießen und Vorlagen zu geben.
Ukrainischer Fußball versus brasilianischer: Physis und Taktik
Beim Vergleich der beiden Fußballwelten wies Fabrisiu auf den entscheidenden Unterschied hin: In der Ukraine ist das Spiel deutlich physischer und intensiver. „Hier hast du sehr wenig Zeit, über deine nächste Aktion mit dem Ball nachzudenken“, bemerkte der Brasilianer. Er wies auch auf die hohe taktische Disziplin im ukrainischen Fußball hin, die seiner Beobachtung nach wesentlich von der freieren, improvisatorischen Spielweise abweicht, die in Brasilien üblich ist.
Anpassung und Leben in Rowno
Trotz des Wechsels des Kontinents, des Klimas und der Fußballkultur erklärte Fabrisiu, dass seine Akklimatisation „sehr leicht“ verlief. Eine Schlüsselrolle spielte nach seinen Worten das Klima im Klub: Der Sportdirektor, das Trainerteam und die Kollegen hätten ihn „so aufgenommen, als wäre ich Teil ihrer Familie“. Seine fließenden Englischkenntnisse erleichterten die alltägliche Kommunikation zusätzlich. Rowno selbst charakterisierte der Brasilianer als „wunderschöne Stadt“, in der er in der Freizeit am liebsten zu Hause ausruht, gelegentlich Restaurants besucht oder Spaziergänge im Park macht.
Wer half, sich zurechtzufinden: Charatyn und das Trainerteam
Im Gespräch über die Menschen, die ihm bei der Anpassung am meisten geholfen haben, nannte Fabrisiu den Mannschaftskapitän Ihor Charatyn und den Trainer. Der Brasilianer, der selbst in der frühen Phase seiner Karriere einige Jahre das Kapitänsband trug, äußerte tiefen Respekt dafür, wie Charatyn und der Trainer das Kollektiv um ein gemeinsames Ziel vereinen. „Sie laden mich immer zu einem Gespräch ein, wir unterhalten uns ständig und suchen Wege, die Mannschaft zu verbessern. Ich sehe in ihnen unermüdliche Menschen, die stets das Maximum aus dem Team herausholen wollen“, betonte der Legionär.
Mentalität und persönliche Beobachtungen
Fabrisiu ging gesondert auf die mentalen Besonderheiten des ukrainischen Volkes ein, die seiner Meinung nach ihm persönlich nahe stehen. Er hob die Kraft des Charakters, die Widerstandsfähigkeit und das Streben nach ständiger Selbstverbesserung hervor, die er um sich herum beobachtet. „Das war immer Teil meines Lebens. Und hier habe ich verstanden, dass durch harte Arbeit und mit Gottes Hilfe stets gute Dinge geschehen werden“, sagte der Brasilianer. Auf die Frage, was er bei einem hypothetischen Weggang mitnehmen würde, antwortete Fabrisiu, dass er „die ganze Standhaftigkeit und Kraft des ukrainischen Volkes“ mitnehmen würde, und dem Wereschni würde er die positive Atmosphäre und die Menschen vermissen, die im Klub arbeiten.