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title: "„Die Hälfte des Volkes hat sich eine Mauer eingebildet\": Jazenjuk räumt den Hauptfehler seiner Regierung ein"
description: "Der ehemalige ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk räumte in einem Interview mit RBC-Ukraine ein, die Informationskampagnen gegen das Projekt „Mauer\" an der Grenze zur Russischen Föderation unterschätzt zu haben, und verglich die wörtliche Wahrnehmung des Namens mit der Vorstellung einer „Eisernen Kuppel\" aus Eisen."
date: 2026-08-27T06:28:02.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/jazenjuk-raeumt-fehler-projekt-mauer-grenze-rf-ein
tags: [yatsenyuk, ukraine-russia-border, european-rampart, information-warfare, ukraine-politics, critical-thinking]
publisher: "XAB.info"
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# „Die Hälfte des Volkes hat sich eine Mauer eingebildet": Jazenjuk räumt den Hauptfehler seiner Regierung ein

![Arsenij Jazenjuk im hellen Kostüm mit ukrainischer Flaggennadel am Revers breitet die Hände in einer erklärenden Geste aus und räumt den Hauptfehler seiner Regierung ein](https://xab.info/media/2026/08/27/yatsenyuk-priznal-oshibku-proekt-stena-granitsa-rf/yatsenyuk-priznal-oshibku-proekt-stena-granitsa-rf-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Jazenjuk räumte ein, das Ausmaß der Diskreditierungskampagnen um das Projekt zur Gestaltung der Grenze zur RF unterschätzt zu haben
- Der Ex-Ministerpräsident verglich die wörtliche Wahrnehmung des Namens „Mauer" mit der Vorstellung einer „Eisernen Kuppel" aus Eisen
- Das Projekt „Europäischer Wall" von 2014 sah Panzergräben, Türme und Kameras vor, nicht aber eine durchgehende Betonmauer
- Bis September 2016 lag der Gesamtfortschritt des Projekts bei 12 %, in einzelnen Regionen jedoch bis zu 47 %

Der ehemalige ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk räumte in einem Interview mit RBC-Ukraine im Rahmen des Sonderprojekts „Ukraine: 35 Jahre Unabhängigkeit" öffentlich ein, dass er die Macht der Informationsmaschine und das Ausmaß der Diskreditierungskampagnen gegen seine Regierung stark unterschätzt habe. Dem Politiker zufolge bildeten sich gerade um eines der Schlüsselprojekte seiner Regierung – die ingenieurtechnische Gestaltung der Staatsgrenze zu Russland – die meisten Mythen und Manipulationen, die seiner Einschätzung nach bis heute im öffentlichen Bewusstsein lebten.

### „Eiserne Kuppel" aus Eisen und „Feuermauer" aus Feuer

Jazenjuk erklärte, dass die Regierung die wichtigsten Aufgaben des Projekts detailliert erläutert habe, ein Teil der Gesellschaft den Namen „Mauer" jedoch zu wörtlich aufgefasst und sich eine durchgehende Betonmauer entlang der gesamten Grenze vorgestellt habe. Der Ex-Ministerpräsident führte eine Reihe von Analogien an, um die Absurdität einer solchen Wahrnehmung zu verdeutlichen: „Das ist so, als würde man glauben, dass die „Eiserne Kuppel" über Israel buchstäblich aus Eisen bestehen muss, oder dass eine Firewall im Antivirenprogramm in der Cybernetik tatsächlich Feuer ist. Nun, daran habe ich nicht gedacht. Und das ist mein Problem, ich hätte darüber nachdenken sollen." Er betonte, dass es sich um ein komplexes ingenieurtechnisches System handelte und nicht um eine physische monolithische Barriere.

### Was der „Europäische Wall" tatsächlich vorsah

Das Projekt „Europäischer Wall", das im öffentlichen Diskurs den Namen „Mauer" erhielt, wurde im Herbst 2014 vom Ministerrat gebilligt. Gemäß seiner technischen Spezifikation war entlang der ukrainisch-russischen Grenze der Bau von Panzergräben, Aussichtstürmen, Kuppel-Kameras und verschiedener ingenieurtechnischer Sperren geplant. Im Jahr 2015 erklärte der Grenzschutz der Ukraine, dass die Gesamtkosten für die Umsetzung des Projekts 4 Milliarden Hrywnja nicht übersteigen würden. Das Projekt hatte somit vorwiegend defensiv-ingenieurtechnischen Charakter und sah keinen Bau einer durchgehenden Mauer im umgangssprachlichen Sinne dieses Wortes vor.

### Baufortschritt und regionale Asymmetrie

Laut Angaben, die im September 2016 gemacht wurden, lag der Gesamtfortschritt der „Mauer" an der Grenze zu Russland bei etwa 12 %. Dabei unterschieden sich die regionalen Dynamiken erheblich: In der Oblast Charkiw erreichte der Wert 47 %, in der Oblast Tschernihiw 46 %. Diese Asymmetrie wurde durch die unterschiedliche Länge der Grenzabschnitte, das Gelände und die Priorisierung der Richtungen erklärt. Allerdings konnte gerade die Lücke zwischen der landesweiten Zahl von 12 % und den regionalen Werten von über 40 % die öffentlichen Debatten über die „Unvollendetheit" des Projekts zusätzlich anheizen.

### Kritisches Denken als Schwachstelle

In seinen Schlussgedanken zum Kommunikationsversagen erklärte Jazenjuk, die Situation habe die dringende Notwendigkeit verdeutlicht, die Gesellschaft im kritischen Denken zu schulen, auch wenn sich dieser Prozess, so seine Worte, als äußerst schwierig und widersprüchlich wahrgenommen erweise. „Nun, man fängt gerade an, die Menschen zum kritischen Denken zu erziehen, und was fangen sie dann an? Sie hassen einen aufrichtig", resümierte der Ex-Ministerpräsident und räumte ein, nicht bedacht zu haben, wie schnell vereinfachte Narrative technische Erklärungen aus dem öffentlichen Raum verdrängen können. Seine Aussage erfolgte im Kontext des 35. Jahrestags der Unabhängigkeit der Ukraine und wurde zu einem der wenigen öffentlichen Zugeständnisse eines systematischen Fehlers in der Arbeit der Regierung 2014–2016.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [„Die Hälfte des Volkes hat sich eine Mauer eingebildet": Jazenjuk nennt seinen Fehler mit dem Projekt an der Grenze zur RF](https://www.rbc.ua/ukr/news/polovina-narodu-namalyuvala-sobi-stinu-tsenyuk-1787810892.html) - Прямое цитирование из интервью Яценюка в рамках спецпроекта РБК-Украина «Украина: 35 лет независимости». Все ключевые тезисы, аналогии и цифры (4 млрд грн, 12%, 47%, 46%) соответствуют тексту источника.

## ❓ FAQ

### Q: Was ist das Projekt „Europäischer Wall" und warum nannte man es „Mauer"?
**A:** Der „Europäische Wall" ist ein Projekt zur ingenieurtechnischen Gestaltung der ukrainisch-russischen Grenze, das im Herbst 2014 vom Ministerrat gebilligt wurde. Es umfasste Panzergräben, Aussichtstürme, Kuppel-Kameras und ingenieurtechnische Sperren. Im öffentlichen Diskurs erhielt das Projekt den vereinfachten Namen „Mauer", was laut Jazenjuk zu einer Verzerrung der Wahrnehmung seiner Essenz führte.

### Q: Wie hoch war der Fortschritt des Projekts bis 2016?
**A:** Laut Angaben vom September 2016 lag der Gesamtfortschritt der „Mauer" an der Grenze zu Russland bei etwa 12 %. In einzelnen Regionen waren die Werte höher: in der Oblast Charkiw 47 %, in der Oblast Tschernihiw 46 %.

### Q: Wie viel kostete das Projekt „Europäischer Wall"?
**A:** Im Jahr 2015 erklärte der Grenzschutz der Ukraine, dass die Gesamtkosten für die Umsetzung des Projekts 4 Milliarden Hrywnja nicht übersteigen würden.

### Q: Wo und in welchem Kontext hat Jazenjuk diese Aussagen getätigt?
**A:** Die Aussagen wurden in einem Interview mit RBC-Ukraine im Rahmen des Sonderprojekts „Ukraine: 35 Jahre Unabhängigkeit" gemacht, das dem 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine gewidmet war.