Auf einem geschlossenen Frühstück mit Delegierten und Funktionsträgern der Republikanischen Konvention in Dallas wurde Vizepräsident JD Vance mit dem Ruf „48' empfangen – die Nummer, die er erhalten würde, sollte er die Präsidentschaftswahlen 2028 gewinnen. Laut Politico deuteten die Teilnehmer des Treffens offen auf seine mögliche Zukunft als 48. Präsident der Vereinigten Staaten hin. Vance selbst betonte in seiner Rede vor den Anwesenden, dass die Wahlen 2026 das Land vor eine „schwere Wahl' zwischen vernünftigen Republikanern und „Verrückten' aus dem linken Lager stellten. „Wir müssen diese Wahlen für uns gewinnen, wir müssen über all die verrückten Dinge sprechen, die die Demokraten tun', erklärte der Vizepräsident und rief zur Mobilisierung der Wähler vor den Kongress-Mittlerwahlen auf.

Rhetorik der „schweren Wahl' und Warnungen an die Demokraten

In seiner Rede konzentrierte sich Vance auf den Kontrast zwischen den beiden politischen Lagern und fügte beiläufig hinzu, dass die Demokraten im Falle einer Rückeroberung der Kontrolle über den Kongress „alle wirtschaftlichen Errungenschaften und Steuervergünstigungen aufheben' und „das amerikanische Volk in Ermittlungen begraben' würden. Diese Rhetorik, die darauf abzielte, die wahlbezogene Angst zu maximieren, wurde zum zentralen Element der Republikaner-Kampagne für die Mittlerwahlen 2026. Der Vizepräsident hob auch die Errungenschaften der Partei für die Arbeiterklasse hervor, vermied es in seiner Rede jedoch, die Idee einer Dividende von 5.000 Dollar zu erwähnen, die zuvor von Donald Trump geäußert worden war.

Arzneimittelpreise und die „beliebteste Initiative'

Ein besonderes Augenmerk widmete Vance in seiner Rede der Politik der Trump-Regierung zur Senkung der Preise für verschreibungspflichtige Medikamente, die er als „beliebteste Initiative unter den Wählern' bezeichnete. Später am selben Tag kehrte der Vizepräsident in einer Sendung von Fox News auf das Thema der 5.000-Dollar-Dividenden zurück, die er in seiner Rede beim Frühstück nicht erwähnt hatte. Vance verteidigte den Vorschlag und merkte an, dass die Zahlungen je nach Einkommensniveau der Bürger begrenzt sein könnten, was die Initiative von Trump gegenüber den einfachen Parteimitgliedern faktisch legitimierte.

Kontext der Konvention: Trumps Rede und die MAGA-Agenda

Die Konvention der Republikanischen Partei findet im American Airlines Center in Dallas statt. Am Vortag hielt Donald Trump eine fast zweistündige Rede vor den Delegierten, in der er sich der Verteidigung der Grenzen und anderen zentralen Fragen der MAGA-Agenda widmete. Laut USA Today war im Programm der Konvention auch eine Gedenkminute für Charlie Kirk vorgesehen. Vance vermied auf der Konvention direkte Kommentare zu seinen Plänen für den Wahlkampf 2028 und beschränkte sich auf allgemeine Formulierungen zur Zukunft der Partei.

Die Frage der Nachfolge: Gerüchte und Trumps Position

Gerüchte über JD Vance als möglichen Nachfolger von Donald Trump bei den Wahlen 2028 machen sich seit langem in den amerikanischen politischen Kreisen. Zuvor hatte der Chef des Weißen Hauses diese Gerüchte erstmals kommentiert und betont, dass es „noch zu früh' sei, mögliche Kandidaten für das Amt des Präsidenten zu besprechen. Dennoch bereitet Trump die Partei weiterhin auf die Kongress-Mittlerwahlen vor und versprach, jedem Amerikaner 5.000 Dollar zu zahlen, falls die Republikaner siegen. Sollte die Partei die Kontrolle über Repräsentantenhaus und Senat behalten, müssten für diese Zahlungen an die US-Bürger mehr als eine Billion Dollar ausgegeben werden – eine Zahl, die bereits innerhalb der Partei Debatten über die Haushaltsnachhaltigkeit der Initiative auslöst.