Das Jahr 2026 wurde für Julia Starodubzewa zu einer Saison echter Durchbrüche. Die ukrainische Tennisspielerin erreichte das Finale des WTA-500-Turniers in Charleston, stieg auf die höchste Position ihrer Karriere in der Weltrangliste auf und besiegte bei den French Open sensationell Jelena Rybakina, die damalige Nummer zwei der Welt. Bei den US Open kam Starodubzewa bis in die vierte Runde, wo sie zum zweiten Mal in der Saison auf die kasachische Tennisspielerin traf und diesmal in zwei Sätzen verlor. Im Interview mit Sport RBC.UA sprach die Athletin über psychologische Veränderungen nach großen Siegen, über Matches gegen Top-Gegnerinnen, über die wichtigste Lektion aus dem Duell mit Rybakina bei den US Open, über den Wunsch, in die Top 30 vorzudringen, sowie über ihre Heimatstadt, die sie seit 2022 nicht besuchen kann, und über die Ukraine, die sie in ihren ständigen Reisen vermisst.
Eine Durchbruchssaison: von Charleston bis zur vierten Runde der US Open
Laut Starodubzewa selbst war Charleston ein guter Jahresauftakt und gab ihr viel Selbstvertrauen. „2026 hat mir neue Erfolge, Emotionen und Erfahrung gebracht. Jedes Jahr möchte man Größeres erreichen, und gerade jetzt habe ich das Gefühl, dass ich in die richtige Richtung gehe. Selbst wenn man nur nach der Rangliste urteilt“, so ihre Worte. Nach dem Finale in Charleston habe sie, wie sie sagte, Selbstvertrauen und das Verständnis gewonnen, dass sie auf sehr hohem Niveau spielen könne. „Je mehr solche Ergebnisse es gibt, desto klarer wird mir, auf welchem Niveau ich spielen kann. Solche Ergebnisse sind wie ein Beweis für mich selbst, dass ich es kann. Und sie braucht jeder Spieler“, erklärte die Ukrainerin.
Die Psychologie großer Siege und Matches gegen „Sterne“
In diesem Jahr musste Starodubzewa bereits gegen Tennisspielerinnen aus dem obersten Teil der Rangliste antreten – gegen Amanda Anisimowa, Jessica Pegula und Jelena Rybakina. Nach ihren Worten hat die Erfahrung der letzten Jahre gezeigt, dass man unabhängig vom Gegner gleich zu jedem Match gehen muss. „Ich kann es nicht [als Spiel gegen eine Star-Gegnerin betrachten]“, betonte sie und meinte damit, dass auf dem Court einfach nur das Gefühl des Matches bleibt. Zugleich räumt sie ein, dass nach einem Sieg über eine Spielerin ihres Niveaus wie Rybakina Gedanken wie „Schaffe ich das noch einmal?“ auftauchen und dass man sich manchmal schwer davon befreien kann – sie bringen andere Aufregungen mit sich.
Das Match gegen Sakkarí und die geretteten Matchbälle
Eines der leuchtendsten Matches der US Open für Starodubzewa war die Begegnung mit Maria Sakkarí: Die Ukrainerin verlor den ersten Satz mit 1:6, kämpfte sich aber zurück, und im zweiten Satz musste sie Matchbälle retten. „Das sind solche heiklen Momente, in denen man halbwegs denkt, dass man gleich die Hand schütteln wird, aber gleichzeitig versucht, das Match nicht einfach so herzugeben. Wenn man sich alle Matchbälle ansieht, waren es lange Ballwechsel, und Sakkarí hat am Ende Fehler gemacht. Ich habe einfach versucht, ihr das Match nicht durch einen eigenen Fehler zu schenken, weil ich spürte, dass sie in diesen Momenten nicht aggressiv spielen würde“, erinnerte sich die Tennisspielerin.
Die zweite Begegnung mit Rybakina: Was fehlte
Nach dem Sieg über Sakkarí stand auf dem Weg von Starodubzewa Jelena Rybakina – und das war bereits ihre zweite Begegnung in der Saison nach dem sensationellen Sieg der Ukrainerin bei den French Open. Laut Starodubzewa waren die Matches psychologisch sehr unterschiedlich, und das zweite Mal war sie sogar nervöser als das erste. „Aber ich habe wieder gesehen, dass ich es kann. Ich hatte große Chancen und einen Satzball“, fügte sie hinzu. Das Match bei den US Open endete mit einer Niederlage für Starodubzewa mit 6:7, 3:6, wobei der erste Satz sehr knapp war. Auf die Frage, was fehlte, um erneut eine Sensation zu schaffen, antwortete die Ukrainerin kurz: „Vielleicht ein bisschen mehr Selbstvertrauen“.
Die Priorität des Jahres – der psychologische Zustand
Wenn sie sich zu Beginn der Saison mit sich selbst jetzt vergleicht, stellt Starodubzewa Fortschritte in allen Bereichen fest – im Tennis, in der körperlichen Vorbereitung und in der Psychologie, wo ihr die Erfahrung hilft. „Wenn man das Ziel hat, die beste Spielerin zu werden, muss man sich um alle Bereiche kümmern. Aber wenn ich sagen müsste, welcher Bereich in diesem Jahr die Priorität hatte, dann war es mein psychologischer Zustand. Zwar denke ich, dass ich auch tennisbezogen gewachsen bin“, erzählte sie. Als Hauptziel für die Zukunft nennt die Ukrainerin den Sprung in die Top 30 der Weltrangliste.
Die Heimat, der man nachtrauert
Im Interview sprach Starodubzewa auch über ihre Heimatstadt, die sie seit 2022 nicht besuchen kann, und über die Ukraine, die sie in ihren ständigen Reisen vermisst. Diese Themen bezeichnet sie als wichtigen Teil ihres Lebens abseits des Courts und unterstreicht die Verbindung zur Heimat selbst mitten in einem dichten Turnierplan.
Widersprüchliche Angaben
In den vorliegenden Materialien gibt es eine Unstimmigkeit in der Zahl des Karriere-Hochs in der Rangliste von Starodubzewa. Im einleitenden Text zum Interview heißt es, dass sie nach Charleston auf die „höchste Karriere-Position 43 in der Weltrangliste“ stieg, während in dem Zitat des Journalisten im Gespräch mit der Athletin die „53. Position in der Weltrangliste – bisher die höchste in der Karriere“ genannt wird. Beide Varianten stimmen darin überein, dass es sich um einen persönlichen Rekord nach dem Finale in Charleston handelt, jedoch weicht die konkrete Zahl (Platz 43 oder 53) in den Quellen voneinander ab. Bis zu einer Klärung anhand offizieller WTA-Angaben werden beide Versionen als widersprüchlich dargestellt. Dabei wird die Tatsache des Karriere-Hochs und des WTA-500-Finales in Charleston sowie des sensationellen Sieges über Rybakina bei den French Open von mehreren unabhängigen Quellen bestätigt.