Die Europäische Union bereitet eine massive Ausweitung des Sanktionsdrucks auf Russland vor. Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, bestätigte, dass Brüssel plant, Beschränkungen gegen weitere 80 russische Organisationen und Einzelpersonen einzuführen. Diese Akteure unterstützen laut Diplomaten direkt die militärischen Aktionen gegen die Ukraine.
Ziel: Zerstörung der Kriegswirtschaft
Die Erklärung von Kallas erfolgte auf Zypern, nach Abschluss eines informellen Treffens der Verteidigungsminister der Blockstaaten. Die Chefin der EU-Diplomatie betonte, dass die aktuelle Sanktionspolitik wirksam ist: Russland erleidet enorme Verluste, die bereits auf 1,5 Billionen Dollar geschätzt werden.
„Stein für Stein zerstören wir die Grundlagen der russischen Kriegswirtschaft“, so Kallas. Ihrer Meinung nach ist Moskau aufgrund des Verlusts von Geld, Menschen und strategischem Schwung gezwungen, die Intensität der Angriffe auf ukrainische Städte zu erhöhen, um Misserfolge an der Front zu kompensieren.
Neuer Schlag gegen den Ölsektor
Brüssel beeilt sich, das 21. Sanktionspaket zu verabschieden. Im Mittelpunkt stehen der Energiesektor und die sogenannte „Schattenflotte“ Russlands. Die Beschränkungen sollen Finanzierungswege blockieren, die es Moskau ermöglichen, frühere Exportverbote für Kohlenwasserstoffe zu umgehen. Dies wird eine logische Fortsetzung des im April verabschiedeten 20. Pakets sein, das bereits das umfassendste der letzten zwei Jahre war und den Rüstungssektor sowie den Finanzsektor betraf.
Umschichtung des Hilfsfonds
Auf dem Treffen der Minister wurde das Schicksal eines Fonds in Höhe von 6,6 Milliarden Euro diskutiert. Bisher wurden diese Mittel ausschließlich verwendet, um Geberländern die Kosten für bereits an die Ukraine gelieferte Waffen zu erstatten. Kaja Kallas schlägt nun vor, die Spielregeln zu ändern und dieses Geld für eine flexiblere Unterstützung Kiews zu nutzen, was es Europa ermöglichen würde, autonomer zu handeln.
Kallas wies auf die kritische Bedeutung der Eigenständigkeit der EU vor dem Hintergrund einer möglichen Schwächung der Position der Vereinigten Staaten hin. Die Aufgabe Europas besteht darin, eine stabile Unterstützung der Ukraine zu gewährleisten und Moskau nicht zu erlauben, seine militärische Überlegenheit wiederherzustellen.
Sanktionen gegen die Deportation von Kindern
Neben den wirtschaftlichen und militärischen Beschränkungen hat Brüssel neue Maßnahmen gegen bestimmte Beamte und Organisationen eingeführt. Betroffen sind diejenigen, die an der illegalen Deportation ukrainischer Kinder und deren anschließender ideologischer Indoktrination beteiligt sind. Die Politik der EU bleibt unverändert: Vermögen werden eingefroren und die Finanzierung der Kriegsmaschinerie unterbunden.