In Kiew arbeiten die Regierung und das zuständige Ministerium an der Einführung von Fährverbindungen zwischen dem linken und rechten Ufer des Dnepr. Dies gab Infrastrukturminister Mykola Kalaschnyk während seiner Rede in der Werchowna Rada bekannt, wie RBC-Ukraina berichtet. Nach Angaben des Behördenleiters ist die Initiative Teil eines Maßnahmenpakets zur Entlastung des städtischen Verkehrssystems angesichts der anhaltenden Einschränkungen auf Straßen- und Schienenwegen.

Bestandsaufnahme der Flotte: 20 potenzielle Einheiten

Minister Kalaschnyk teilte mit, dass Fachleute des Ministeriums bereits eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Binnenschifffahrtsflotte innerhalb Kiews durchgeführt haben. „Es gibt etwa 20 Einheiten (an Flusstransportmitteln) innerhalb Kiews, die genutzt werden können. Derzeit wird an der Wiederherstellung der Fährverbindungen und der Beförderung von Passagieren vom linken zum rechten Ufer gearbeitet“, erklärte er. Damit geht es nicht um die Anschaffung neuer Schiffe, sondern um die Reaktivierung bereits in der Hauptstadt vorhandener Transportmittel, was die Vorbereitungszeit verkürzt.

Militärische Einschränkungen am Dnepr: Eine Hauptbedingung

Gleichzeitig betonte der Minister, dass die Nutzung des Flusstransports in Kiew aufgrund der Situation am Dnepr strengen Einschränkungen unterliegt. „Im Bereich des Flusstransports haben wir Einschränkungen und Entscheidungen gemäß dem Kriegsrecht in Bezug auf die Begleitung feindlicher Ziele und deren Abschuss, hier sind entsprechende Militärschiffe auf dem Wasser im Einsatz“, erklärte Kalaschnyk. Er fügte hinzu, dass vor jeder Einführung von Fährverbindungen eine zusätzliche Prüfung durchgeführt und entsprechende Hinweise zu den Bedingungen der Verkehrswiederaufnahme erteilt werden – streng nach Abstimmung mit dem Militär und Regierungsbeschlüssen.

Ukrsalisnyzja und Busse: 16 neue Linien

Parallel zur Entwicklung des Fährverkehrs haben die Regierung und die Bahnbetreiber bereits eine Reihe operativer Maßnahmen zur Entlastung des Kiewer Verkehrssystems ergriffen. Ukrsalisnyzja hat 16 neue Routen eingerichtet, und das Busnetz der Stadt wurde erweitert. Diese Schritte zielen darauf ab, alternative Reisewege zwischen den Stadtteilen zu bieten und die verbleibenden Straßen- und Brückenverbindungen zu entlasten.

Südbrücke: Wiederaufnahme des Verkehrs

Zu den ergriffenen Maßnahmen gehört auch die Wiederaufnahme des Verkehrs auf der Südbrücke über den Dnepr. Wie bereits berichtet, ist die Brücke für den Autoverkehr mit bestimmten Einschränkungen hinsichtlich Fahrzeugkategorien und Fahrtrichtungen geöffnet. Die Wiederinbetriebnahme dieses Objekts bildet zusammen mit neuen Bahn- und Busverbindungen die Grundlage für ein multimodales Verkehrskonzept in Kiew.

Aussichten: Start erst nach militärischer Abstimmung

Abschließend betonte der Minister, dass die Fährverbindungen in Kiew kein Projekt mit einem festen Starttermin sind. Jede Entscheidung über die Aufnahme des Passagierverkehrs zu Wasser wird erst nach Abschluss von Prüfungen, Absprachen mit der militärischen Führung und entsprechenden Regierungsbeschlüssen des Ministerkabinetts getroffen. Bis dahin läuft die Arbeit in der Phase der Infrastrukturprüfung und -vorbereitung.