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title: "Kernangriff auf den Meeresboden: Microsoft-Programmierer schlägt vor, die globale Erwärmung zu „zerstören“"
description: "Der Microsoft-Programmierer Andy Gaverly schlug vor, eine Kernladung auf dem Meeresboden zu zünden, um die Kohlenstoffbindung zu beschleunigen. Wissenschaftler nannten die Idee verantwortungslos und nicht begutachtet."
date: 2026-09-05T05:14:00.000Z
lang: de
url: https://xab.info/de/posts/kernangriff-auf-den-meeresboden-gegen-die-globale-erwaermung
tags: [nuclear-geoengineering, climate-change, ocean, microsoft-engineer, geoengineering, carbon-capture]
publisher: "XAB.info"
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# Kernangriff auf den Meeresboden: Microsoft-Programmierer schlägt vor, die globale Erwärmung zu „zerstören“

![Kernexplosion: Illustration des Vorschlags eines Microsoft-Programmierers, die globale Erwärmung mit einem Schlag auf den Meeresboden zu bekämpfen](https://xab.info/media/2026/09/05/yadernoy-udar-po-dnu-oceana-protiv-globalnogo-potepleniya/yadernoy-udar-po-dnu-oceana-protiv-globalnogo-potepleniya-1.webp)

## 🎯 Key Points

- Der Microsoft-Ingenieur Andy Gaverly schlug die Detonation einer Kernladung auf dem Meeresboden vor, um die CO2-Bindung durch Basalt zu beschleunigen.
- Nach seinen Berechnungen wäre eine Explosion von etwa 81 Gigatonnen erforderlich – etwa 1.000-mal stärker als die „Zar-Bombe“.
- Die Berechnungen haben kein Peer-Review durchlaufen; der Autor ist weder Klimatologe noch Kernphysiker.
- Wissenschaftler (darunter Wim Carton von der Universität Lund) nannten die Idee gefährlich und eine Kopie unvernünftiger Pläne der Mitte des 20. Jahrhunderts.

In der wissenschaftlichen und technologischen Szene wird ein ungewöhnlich radikaler Vorschlag zur Bekämpfung des Klimawandels diskutiert: Der Microsoft-Computeringenieur Andy Gaverly, der zum Zeitpunkt der Formulierung der Idee am Rochester Institute of Technology promoviert, schlug vor, eine extrem leistungsstarke Kernladung auf dem Meeresboden zu zünden. Das Ziel ist nicht, Schaden zu verursachen, sondern im Gegenteil den Planeten zu „retten“, indem man die Meeresgesteine sofort zermahlt und so die natürliche Bindung von Kohlendioxid beschleunigt. Wichtig ist sofort anzumerken: Der Autor hat kein Fachstudium in Klimatologie oder Kernphysik, und all seine Berechnungen bleiben persönliche und haben kein wissenschaftliches Peer-Review durchlaufen.

### Der Kern des Vorschlags: beschleunigte Verwitterung von Gesteinen

Als Grundlage für Gaverrys Konzept diente eine bekannte wissenschaftliche Methode – die verstärkte Gesteinsverwitterung (enhanced rock weathering). Alkalische Gesteine, darunter Basalt, reagieren auf natürlichem Weg mit dem in Meerwasser gelösten Kohlendioxid und binden es zuverlässig in stabile Mineralien. Laut den Daten, auf die sich der Autor beruft, absorbieren die Ozeane bereits heute auf diese Weise etwa 30 Prozent der anthropogenen Emissionen, und das mechanische Zermahlen von Basalt könnte diesen Prozess erheblich beschleunigen. Da das industrielle Zerkleinern von Gestein in globalem Maßraum enorme Zeit- und Energiekosten erfordert, schlug der Ingenieur vor, diese durch einen einzigen mächtigen Kernangriff auf den Meeresboden „einzusparen“.

### Berechnungen und Maßstab: tausendmal stärker als die „Zar-Bombe“

Laut Gaverrys Schätzungen wäre für die Bindung einer Kohlenstoffmenge, die 30 Jahren globaler Emissionen entspricht, eine Explosion mit einer Leistung von etwa 81 Gigatonnen TNT-Äquivalent erforderlich. Zum Vergleich: Die stärkste je in der Geschichte geprüfte Kernwaffe – die sowjetische „Zar-Bombe“ – hatte eine Leistung von etwa 50 Megatonnen. Der vorgeschlagene Ladung müsste also etwa 1.000-mal stärker als die „Zar-Bombe“ sein. Die Ladung soll, so der Plan des Autors, in einer Tiefe von mehreren Kilometern unter dem Kerguelen-Plateau im Südatlantik verlegt werden; die Dicke von Wasser und Gestein könnte, so seine Meinung, die Hauptstrahlung dämpfen. Gaverly selbst bewertet die freigesetzte Strahlung als im Vergleich zu normalen Kohlekraftwerken geringfügig, und die Projektkosten auf etwa 10 Milliarden Dollar, was nach seiner Logik deutlich billiger ist als der wirtschaftliche Schaden durch den Klimawandel.

### Historischer Kontext: das Projekt Plowshare

Die Idee hat einen historischen Präzedenzfall. In den USA gab es früher das Projekt Plowshare, im Rahmen dessen die Nutzung „friedlicher“ Kernexplosionen für ingenieurtechnische Aufgaben, einschließlich der Kanalbauten, untersucht wurde. Doch keine dieser Prüfungen erreichte auch nur annähernd die von Gaverly vorgeschlagenen Maßstäbe, und die moderne Risikobewertung von Kernexplosionen unterscheidet sich grundlegend von den Vorstellungen der Mitte des 20. Jahrhunderts.

### Kritik der wissenschaftlichen Gemeinschaft

Die wissenschaftliche Gemeinschaft reagierte scharf ablehnend auf den Vorschlag. Der Dozent für Stabilitätsforschung an der Universität Lund, Wim Carton, bemerkte, dass das Konzept frühe „unvernünftige“ Geoengineering-Pläne der Mitte des letzten Jahrhunderts kopiert, und angesichts des modernen Wissens über die Folgen von Kernexplosionen sind solche Pläne noch gefährlicher. Andere Forscher bezweifeln zusätzlich die tatsächliche Geschwindigkeit der Kohlenstoffbindung durch Basalt. Vollständig offen bleiben die Fragen der Strahlungsabschirmung, des ökologischen Schadens für den Ozean, der Einhaltung internationaler Verträge zum Verbot von Kernwaffenversuchen und der tatsächlichen Wirksamkeit einer solchen Explosion.

### Widersprüchliche Daten

In den Quellen und Aussagen der Beteiligten finden sich direkt gegensätzliche Bewertungen. Einerseits behauptet der Autor der Berechnungen, dass die Strahlung nach Maßstäben der Kohleenergie geringfügig sein werde und die Kosten von 10 Milliarden Dollar im Vergleich zum Schaden durch den Klimawandel rentabel seien. Andererseits betonen unabhängige Wissenschaftler, dass die Berechnungen nicht begutachtet wurden, die Geschwindigkeit der Kohlenstoffmineralisierung durch Basalt in den angegebenen Maßstäben nicht bestätigt ist und die Fragen der Strahlensicherheit, der Ozeanökologie und der Legalität gemäß den Versuchsverboten ungelöst bleiben. Somit existiert der Vorschlag als dokumentierte öffentliche Initiative, jedoch wird seine wissenschaftliche Begründetheit und Sicherheit von Experten bestritten und nicht bestätigt.

## 🔍 Fact-Check Verification

- [Die Explosion, die die Erde retten soll: Programmierer schlägt Kernangriff auf den Ozean vor](https://www.rbc.ua/ukr/news/vibuh-kiy-mae-vryatuvati-zemlyu-programist-1788173832.html) - Единственный источник; фиксирует факт выдвижения идеи Гаверли и реакцию учёных. Технические расчёты автора не рецензированы и оспариваются экспертами, поэтому научные утверждения отмечены как спорные.

## ❓ FAQ

### Q: Wer schlug vor, eine Kernladung auf dem Meeresboden zu zünden?
**A:** Der Microsoft-Computeringenieur Andy Gaverly, der zum Zeitpunkt des Vorschlags am Rochester Institute of Technology promoviert. Ein Fachstudium in Klimatologie oder Kernphysik hat er nicht.

### Q: Welche Leistung müsste die Explosion nach den Berechnungen des Autors haben?
**A:** Etwa 81 Gigatonnen TNT-Äquivalent – rund 1.000-mal stärker als die sowjetische „Zar-Bombe“ (etwa 50 Megatonnen). Die Ladung soll in einer Tiefe von mehreren Kilometern unter dem Kerguelen-Plateau im Südatlantik verlegt werden.

### Q: Haben Wissenschaftler die Idee für tragfähig befunden?
**A:** Nein. Die Berechnungen haben kein Peer-Review durchlaufen, und Forscher, einschließlich Wim Carton von der Universität Lund, nannten das Konzept gefährlich und eine Kopie unvernünftiger Geoengineering-Pläne der Mitte des 20. Jahrhunderts. Offen bleiben die Fragen der Strahlung, der Ozeanökologie und der internationalen Verträge zum Verbot von Versuchen.