Künstliche Intelligenz ist nicht mehr nur ein modischer Trend – sie ist zu einer echten finanziellen Herausforderung für Technologieriesen geworden. Große Unternehmen wie Microsoft und Uber sehen sich mit einem unerwarteten Anstieg der Ausgaben für KI-Systeme konfrontiert, der sich bereits spürbar auf die Budgets auswirkt.

Uber hat ihr für KI vorgesehenes Budget innerhalb weniger Monate aufgebraucht. Der technische Direktor des Unternehmens, Praveen Neppalli Naga, gab zu, dass der Verbrauch von Token nicht immer mit dem Erscheinen nützlicher Funktionen für die Nutzer korreliert. Der operative Direktor Andrew McDonald fügte hinzu, dass viele Investitionen bisher nicht die erwartete Rendite bringen.

Auch Microsoft blieb nicht außen vor. Das Unternehmen begann, Entwickler von der Unternehmenslizenz für den Programmierassistenten Anthropic Claude Code abzuschalten und plant, bis zum 30. Juni alle Mitarbeiter vollständig auf Copilot umzustellen. Diese Entscheidung wirkt nicht nur wie eine Konsolidierung der Tools, sondern auch wie ein Versuch, die Ausgaben zu kontrollieren.

Explosives Wachstum des Tokenverbrauchs

Laut Prognosen von Goldman Sachs könnte die aktive Nutzung von KI-Agenten den weltweiten Tokenverbrauch in den kommenden Jahren um das 24-fache erhöhen. Agenten-KI verbraucht Ressourcen tausendfach mehr als normale Chatbots, was ihren Einsatz extrem kostspielig macht.

Im März erklärte der CEO von Nvidia, Jensen Huang, dass es Anlass zur Sorge gebe, wenn ein Ingenieur mit einem Jahresgehalt von 500.000 USD in derselben Periode keine Token im Wert von 250.000 USD verbraucht. Solche Zahlen sind zur Norm geworden: Führungskräfte von Unternehmen rühmen sich des Umfangs der KI-Einführung, sprechen aber selten über ihre tatsächliche Effizienz.

Airbnb gibt an, dass 60 % des neuen Codes von KI generiert werden, bei Google liegt dieser Wert bei 50 %, und bei Uber nutzen 80 % der Softwareingenieure KI, wobei 60 % des Codes mit Hilfe von KI erstellt werden. Allerdings gibt es keine Garantie, dass solche Ausgaben gerechtfertigt sind.

Die Kosten für KI steigen schneller als die Arbeitskosten

Peter Steinberger, Gründer von OpenClaw und Mitarbeiter von OpenAI, gab zu, dass seine Abteilung aus drei Personen innerhalb eines Monats Token im Wert von 1,3 Millionen USD verbraucht hat. Dies bestätigt, dass die Kosten für KI schneller steigen als die Arbeitskosten der Mitarbeiter, die sie ersetzen sollen. Massenentlassungen, die das Management von Unternehmen mit der Einführung von KI zu rechtfertigen versucht, werden zunehmend weniger begründet.

Es besteht Hoffnung, dass Hardware der nächsten Generation die Nutzung von KI erheblich verbilligen wird. Nvidia bereitet die Plattform Vera Rubin vor, die einen zehnfachen Leistungsanstieg pro Watt im Vergleich zu bestehenden Lösungen verspricht.

Probleme mit der Infrastruktur

Mehr als 50 % der angekündigten Rechenzentrumprojekte, die unter Berücksichtigung der Blackwell-Hardware geplant wurden, wurden eingestellt oder eingefroren. Es ist unklar, wie sie funktionieren werden, falls sie im laufenden Jahr in Betrieb genommen werden. Google, Oracle und Microsoft planen, diese Hardware über einen Zeitraum von sechs Jahren zu nutzen, bevor sie modernisiert wird, was schwer mit dem Fortschritt in Einklang zu bringen ist, den die Hersteller von Beschleunigern versprechen.

Die Realität ist, dass selbst bei sinkenden Tokenkosten das explosive Wachstum der Anzahl von KI-Agenten nicht durch eine Steigerung der Hardwareeffizienz kompensiert werden kann. Es gibt keine Garantie, dass jemals genug dieser Hardware verfügbar sein wird, um die Nachfrage nach KI zu decken.

Wenn selbst solche Akteure wie Microsoft und Uber ihre Pläne zur Einführung von KI anpassen, wird es immer schwieriger vorstellbar, wie sich der gesamte übrige Geschäftssektor verhalten sollte. Wenn KI weniger genutzt wird, um Kosten zu senken, werden KI-Entwickler niemals über die Mittel verfügen, um die enormen Infrastrukturkosten auszugleichen.