Gegen 20:00 Uhr am 31. August wurde in Kiew der Luftalarm ausgerufen, nachdem die ukrainischen Behörden von einem Angriff mit russischen Drohnen des Typs „Sched“ berichteten. In der Hauptstadt waren Explosionen zu hören, wie der Korrespondent von RBC-Ukraina und der Bürgermeister von Kiew, Witali Klitschko, in Telegram mitteilten. Klitschko erklärte, dass über der Stadt die Luftverteidigung arbeite, und rief die Bewohner auf, sich an sicheren Orten aufzuhalten. Die Militärverwaltung der Stadt Kiew (KMW) bestätigte die Ausrufung des Alarms wegen der Drohnenbedrohung und forderte die Einwohner auf, sofort zum nächsten Schutzraum zu gehen und dort zu bleiben, bis der Alarm aufgehoben wird.

Chronologie des Angriffs

Die Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte meldeten um 20:14 Uhr, dass von Süden aus „strahlgetriebene“ „Sched“-Drohnen auf Kiew zufliegen. Bis 21:32 Uhr berichtete Witali Klitschko, dass im Stadtteil Darnyka infolge des Absturzes einer Drohne ein Feuer ausgebrochen sei und im Stadtteil Solomianski Gras neben einer Baumschutzstreifen in Brand geraten sei. „Der Angriff auf Kiew geht weiter. Bleiben Sie in den Schutzräumen!“, warnte der Bürgermeister und rief auf, die Schutzanlagen nicht zu verlassen, bis der Alarm offiziell aufgehoben wird.

Folgen am Boden

Die KMW meldete einen Brand eines nicht bewohnten Gebäudes im Stadtteil Solomianski infolge des Absturzes von Trümmern sowie einen Brand von Gras auf einem offenen Gelände im Stadtteil Holossijiwka; an die Einsatzorte wurden die entsprechenden Dienste entsandt. Am selben Tag war zuvor im Butschansker Rajon der Oblast Kiew ein Feuer ausgebrochen, infolge dessen in der Stadt eine Verschlechterung der Luftqualität und eine Rauchentwicklung erwartet wurden. Laut Behördenangaben wurden bei dem Angriff auf Kiew und die Oblast am 31. August sechs Menschen verletzt, drei von ihnen wurden in schwerem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert.

Widersprüchliche Angaben

In offenen Quellen gibt es eine Reihe von Unstimmigkeiten, die zu berücksichtigen sind. Erstens beschrieb die Luftwaffe die auf Kiew zufliegenden Geräte als „strahlgetriebene“ „Scheds“, während auf den veröffentlichten Aufnahmen eine Drohne mit Propeller (Schub durch Propellerantrieb) zu sehen ist; die „Scheds“ gehören konstruktionsbedingt zu den kreisfliegenden Kampfmitteln mit Turbostrahl- oder Propellerantrieb – die Terminologie in den Aussagen weicht auseinander. Zweitens wird die Zahl der Verletzten unterschiedlich angegeben: In den Meldungen vom 31. August werden sechs Verletzte (drei in schwerem Zustand) genannt, während in Materialien vom 27. August drei Verletzte erwähnt werden. Drittens sind einige Veröffentlichungen (darunter auf pravda.com.ua) mit dem Datum 27. August indexiert, was mit dem aktuellen Datum des Angriffs am 31. August nicht übereinstimmt und entweder auf einen separaten Vorfall oder auf einen Fehler bei der Datumsangabe der Quelle hindeuten kann.

Kontext: Nachtschlag auf das Netz VARUS

In der Nacht vom 31. August hat der Gegner den verfügbaren Angaben zufolge erneut einen Schlag gegen den Bestand des Netzes VARUS in der Oblast Kiew geführt, infolge dessen, wie berichtet wird, erheblicher Schaden verursacht wurde. Dieser Vorfall ergänzt das Bild eines mehrdimensionalen Drucks auf die Infrastruktur der Region im Rahmen der laufenden Kampagne der Luftangriffe.

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels bleibt die Lage in Kiew angespannt: Die Behörden rufen die Bewohner erneut auf, in den Schutzräumen zu bleiben, bis der Alarm aufgehoben wird. XAB.info wird die Veröffentlichung fortlaufend aktualisieren, sobald offizielle Bestätigungen der KMW, des Rathauses und der Luftstreitkräfte eingehen.