Am Samstagabend, den 29. August, und in der Nacht zum 30. August hat Russland erneut Drohnenangriffe auf Kiew verübt. Die Luftstreitkräfte der ukrainischen Streitkräfte meldeten wiederholt Drohnen auf dem Weg zur Hauptstadt, woraufhin in der Stadt Explosionen zu hören waren und in den Stadtteilen Kiews Sirenen und Alarmmeldungen ertönten. Laut dem Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko und dem Kiewer Stadtrat wurden die Folgen des Angriffs in vier Stadtteilen festgestellt – Obolonskyj, Podilskyj, Holosijskyj und Dniprowskyj. Die Nacht war die Fortsetzung einer Serie von Angriffen, die Russland seit dem 27. August faktisch rund um die Uhr auf die Hauptstadt verübt.
Folgen des Angriffs in den Stadtteilen
Die konkretesten Angaben zu den Zerstörungen kamen aus den Stadtteilen Obolonskyj und Podilskyj. In Obolon, so die lokalen Behörden, stürzte ein feindlicher Drohne auf das Gebiet zwischen Wohnhäusern; anschließend teilte Klitschko mit, dass in einem der 12-stöckigen Gebäude ein Brand vom zweiten bis zum fünften Stock ausbrach. Im Podilskyj-Bezirk wurde ein Brand in einem Lagerraum festgestellt, ein Lagergebäude wurde beschädigt und ein Treffer in einem zweistöckigen Nichtwohngebäude verzeichnet; infolge des Absturzes der Drohne brach in einer Grünfläche ein Feuer aus. In diesen Bezirk wurden auch medizinische Mitarbeiter gerufen. Detaillierte Berichte über die Zerstörungen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung konzentrieren sich genau auf diese beiden Bezirke, während die Folgen in Holosijskyj und Dniprowskyj offiziell benannt, aber ohne ausführliche Beschreibung sind.
Rekordalarme und die Taktik Russlands
Wie Beobachter anmerken, greift Russland seit den letzten drei Tagen und nun bereits am vierten Tag in Folge massiv Kiew und die Oblast Kiew an. So ertönten am 27. August in der Hauptstadt innerhalb eines Tages 13 Alarme – ein Rekordwert seit Beginn des vollumfänglichen Krieges. Der Leiter des Zentrums für Desinformationsbekämpfung, Andrij Kowalenko, erläuterte, dass die Taktik Russlands darauf abziele, Alarme auszulösen und sowohl die Luftverteidigungsmittel der Ukraine als auch die Bevölkerung gezielt zu erschöpfen, die ständig in Schutzräumen bleiben muss.
Reaktion der Behörden: neue Regeln bei langen Alarmen
Angesichts der mehrtägigen Angriffe kündigte der ukrainische Ministerpräsident Serhij Hordaschuk an, dass das Kabinett Änderungen in den Arbeitsregeln während längerer Alarme vorbereitet. Darüber hinaus, so seine Worte, würden die Ansätze zur Einführung einer Ausgangssperre überarbeitet. Diese Schritte sollen die Arbeit der Stadt und der Wirtschaft an die Situation anpassen, in der massive Angriffe und lange Luftalarme zur Normalität und nicht zur Ausnahme werden.
Kontext: ununterbrochene Angriffsserie seit dem 27. August
Die Nacht vom 29. auf den 30. August war keine Ausnahme in der Kette der nächtlichen Alarme: In der Hauptstadt galten erneut Benachrichtigungskreisläufe, und am Ende wurden Brände in mehreren Stadtteilen festgestellt. Die am 27. August begonnene Angriffsserie, die von einer rekordverdächtigen Anzahl von Alarmen begleitet wurde, unterstreicht einen anhaltenden Trend zu rund-um-die-Uhr-Angriffen auf die Hauptstadt, was laut den ukrainischen Behörden Teil einer Strategie ist, um Druck auf die Stadt und ihre Verteidigungssysteme auszuüben.