Die Einwohner Kiews erwarten eine erhebliche Änderung der Fahrpreise im städtischen Nahverkehr. In der Hauptstadt läuft derzeit ein aktiver Abstimmungsprozess für neue Tarife, die nach vorläufigen Berechnungen auf bis zu 30 Hrywnja pro Fahrt steigen könnten. Eine offizielle Entscheidung wurde noch nicht getroffen, doch die Behörden warnen bereits vor der Unvermeidbarkeit einer Preisanpassung.
Wirtschaft gegen Geldbeutel: Woher kommt die Zahl 30 Hrywnja?
Das Departement für Transportinfrastruktur der Stadtverwaltung von Kiew (KGA) bestätigte, dass die Frage der Fahrpreiserhöhung in der finalen Ausarbeitungsphase ist. Zuvor wurde die Möglichkeit einer Einführung neuer Preise ab dem 15. Juli diskutiert, doch derzeit läuft der Abstimmungsprozess noch immer.
Die Behörde erläuterte, dass die Summe von 30 Hrywnja keine willkürliche Zahl ist, sondern ein wirtschaftlich begründeter Tarif. Die Berechnung basiert auf den tatsächlichen Kosten der Transportunternehmen für das Jahr 2025. In die Formel der Selbstkosten sind folgende Faktoren einbezogen:
- Prognostizierte Preisindizes für Energieressourcen;
- Kosten für Kraftstoffe und Schmierstoffe;
- Aktualisierte Kosten für die Bezahlung des Personals;
- Sonstige Bestandteile der Betriebskosten des Verkehrs.
Interessanterweise erwies sich der von den kommunalen Unternehmen selbst berechnete Tarif als sogar höher als der von den Behörden vorgeschlagenen 30 Hrywnja. Zum Vergleich: Der wirtschaftlich begründete Tarif für 2026 wird für eine U-Bahn-Fahrt auf 64,60 Hrywnja und für den Oberflächennahverkehr auf 44,14 Hrywnja prognostiziert.
Bürokratisches Verfahren und offizielle Benachrichtigung
Im zuständigen Departement wurde betont, dass die Festsetzung von Tarifen ein komplexes bürokratisches Verfahren ist, das nicht von einer einzigen Behörde abhängt. Das Departement für Wirtschaft und Investitionen der KGA ist für die Vorlage des Entwurfs zur Preiserhöhung zuständig. Der Entwurf der Verordnung durchläuft alle erforderlichen Abstimmungsschritte gemäß dem festgelegten Verfahren.
Die Behörden versprechen, die Bürger über die getroffene Entscheidung sofort nach Unterzeichnung des Dokuments zu informieren. Die offizielle Verordnung wird auf dem Portal von Kiew veröffentlicht, und die Informationen werden zudem über offizielle Informationsressourcen und soziale Netzwerke der Stadtverwaltung verbreitet.
Was ist mit privaten Kleinbussen und Berechtigten?
Neben dem kommunalen Verkehr interessiert die Bürger die Situation mit privaten Transportunternehmen. Der öffentliche Verband „Assoziation der Transportunternehmen von Kiew und der Oblast Kiew' erklärte in einem Kommentar an RBC-Ukraine, dass die Tariferhöhung im städtischen Verkehr keinen Einfluss auf die Fahrpreise in den privaten Kleinbussen (Marshrutkas) von Kiew haben werde. Eine ähnliche Position vertrat die „Assoziation der Autoverkehrsbetriebe der Oblast Kiew', die versicherte, keine Preiserhöhungen für den Fernverkehr zu planen.
Eine separate Frage betrifft privilegierte Personengruppen. Die KGA hatte zuvor bereits erklärt, dass die Beförderungsbedingungen für Berechtigte nach der Tariferhöhung nicht geändert werden. Für diejenigen jedoch, die es vorziehen, ohne Ticket zu reisen, wird die Situation komplizierter: Die Höhe der Geldstrafe für Schwarzfahren wird steigen. Sie wird dem 20-fachen des Ticketpreises entsprechen.